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Die kleine Gartenbande rettet den Eichhörnchenwald von Schmidt, Hans-Christian, Bilderbücher, Pappbilderbücher, Natur & Tierwelt

Die kleine Gartenbande rettet den Eichhörnchenwald

Schmidt, Hans-Christian / Weldin, Frauke

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2014

Verlag: Loewe

Empfohlen ab: 2 Jahre

ISBN: 9783785577677

Inhalt

Piet Hase, Max Dachs und Mia Meise genießen die Sonnenstrahlen, als plötzlich ein Brief vom Himmel fällt. Es ist ein Hilferuf des kleinen Eichhörnchens: Der Baum, in dem es seinen Kobel gebaut hatte, ist verschwunden und der kleine Wald fast gänzlich abgeholzt. Klar, dass die Gartenbande dem Eichhörnchen zur Hilfe eilt!

Bewertung

Piet Hase, Max Dachs und Mia Meise sind die kleine Gartenbande. Eines Tages erreicht sie ein Hilferuf des Eichhörnchens, dessen Baum mit Kobel verschwunden ist. Das Trio macht sich auf die Suche nach dem Übeltäter.
Rücksicht auf Andere nehmen, ihr Eigentum zu respektieren und bei Problemen einander zu helfen ist ein wichtiger Lernschritt für Kinder. Genau diese beiden Themen stehen im Mittelpunkt dieses Bilderbuches. Anhand der Geschichte um die verschwundenen Bäume, deren Rätsel die Gartenbande lösen soll, versucht der Autor, sich an das Thema für Kleinkinder zu wagen – ein fast unmögliches Unterfangen. Warum? Kinder mit etwa 2 Jahren (so das vom Verlag empfohlene Lesealter) entwickeln erst langsam ein eigenes Ich, das zur Abgrenzung gegenüber anderen Personen wichtig ist. Sie sind noch völlig egoistisch in ihrem ganzen Tun und Handeln auf sich bezogen. Sie lernen erst, dass andere Personen – egal ob andere Kinder oder Erwachsene – eigene Wünsche und Bedürfnisse haben, die sie respektieren sollen. Ebenso gehen sie mit Gegenständen um, die ihnen nicht gehören. Kinder in diesem Alter sind also entwicklungsphysiologisch und –psychologisch noch gar nicht in der Lage, Rücksicht auf andere zu nehmen. Diese Welt der Anderen erschließt sich ihnen erst langsam. Diese doch etwas ausführlichere Erklärung muss ich für die Nachvollziehbarkeit meiner Rezension vorausschicken.
In Reimform erzählt er die Geschichte. Mit etwa 2 Strophen pro Doppelseite ist die Aufmerksamkeitsgrenze maximal für Zweijährige erreicht. Manchmal hakelte es beim Vorlesen der Reime, wenn ihr Rhythmus sich änderte. Erst nach mehrmaligem Vorlesen gelang ein guter Fluss.
Auffälliger sind die Illustrationen, die sehr farbenfroh gehalten sind. Starke Kontraste prägen ihr Bild. Leider gleitet ihr Stil teilweise bei den abgebildeten Gegenständen ins Unscharfe ab, Grenzen verschwimmen, was in Kombination mit mancher Überfülle an Details störend wirkt. Hier wäre manchmal weniger besser gewesen.
Und die Umsetzung des Themas? Auf dem Cover verweist der Verlag auf die Stichworte Rücksichtnahme, Nachhaltigkeit und einander helfen. Alles sind für die anvisierte Zielgruppe viel zu abstrakte, komplexe Themen, die sie in ihrem Alter nicht begreifen können. Es entsteht ein wenig der Eindruck, die Themenwahl ist aktuellen gesellschaftlichen Diskussionen in der Erwachsenenwelt geschuldet. Plakativ und dennoch wieder verwirrend, weil zwischen Helfen und Nachhaltigkeit schwankend, dazu der erhobene pädagogische Zeigefinger, bearbeitet der Autor die Buchideen.
Der letzte Eindruck vom Buch bleibt ambivalent. Hochgegriffen ist das Buchthema, das jedoch hinsichtlich der anvisierten Zielgruppe völlig ungeeignet ist. Setzt man das empfohlene Lesealter ein, zwei Jahre höher, dann sieht die Bewertung schon ein wenig anders aus.
Übrigens gehört dieses Bilderbuch zur neuen Reihe „Naturkind“ des Loewe Verlags. Aller Bücher der Reihe sind umweltbewußt und nachhaltig produziert: bis zu 90 % wurden bei der Herstellung Recycling-Papier und Farben auf Pflanzenölbasis benutzt. Zudem erfolgte die Produktion in Deutschland, so daß weite Wege vermieden wurden. Da auch noch Kleinkinder gerne mal ein Buch mit dem Mund ertasten, ist die Verwendung der Farben auf Pflanzenölbasis eine gute Alternative.
Wenke Bönisch :: Redaktion Buecherkinder.de

Themen: Natur & Tierwelt