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Die verlorenen Schuhe von Mayer, Gina, Jugendbücher, Historie, Deutsche Geschichte

Die verlorenen Schuhe

Mayer, Gina

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2010

Verlag: Thienemann

Empfohlen ab: 13 Jahre

ISBN: 9783522200738

Inhalt

Als sie sich im Winter 1944/45 erstmals begegnen, liegen Welten zwischen Inge aus Schlesien und Wanda aus Polen. Inges Gedanken kreisen um die nahe Zukunft: das Abitur, das Konservatorium und die bevorstehende Eheschließung mit Wolfgang von Brandt. Die Folgen des Krieges registriert sie höchstens am Rande, die Fremdarbeiter auf dem elterlichen Gut nimmt sie kaum wahr. Wanda dagegen hat den Krieg bereits hautnah erlebt: Wie es ihrer Familie geht, weiß sie nicht. Die Deutschen haben sie aus Krakau verschleppt, die Zukunft liegt bereits hinter ihr. Alle Kraft konzentriert sie auf das Hier und Jetzt, jedes Fehlverhalten kann tödlich sein. Als die Rote Armee naht, müssen Inge und Wanda ihren Weg nach Westen gemeinsam finden. Das Überleben der einen liegt in der Hand der anderen.

Bewertung

Die Geschichte spielt zur Zeit des Zweiten Weltkriegs und handelt von zwei Mädchen, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Wanda, eine polnische Fremdarbeiterin, arbeitet auf dem Gut von Inges Vater. Während Inge sich also mit schönen Kleidern verwöhnen lässt, muss Wanda für ihren Lebensunterhalt schwer arbeiten und bekommt trotzdem nichts als Verachtung zu spüren. Als allerdings die Russen in Deutschland einfallen, bleibt den beiden jungen Mädchen nichts anderes übrig, als gemeinsam zu fliehen. Auf ihrer langen Reise haben sie viele Probleme zu überwinden, nicht nur miteinander, sondern auch mit anderen Menschen, die ebenfalls auf der Flucht sind und ihnen nicht immer nur Gutes wollen. Denn nichts verändert die Menschen so, wie der Krieg.
Dieses Buch hat mich auf jeden Fall zum Nachdenken gebracht. Was der Krieg alles aus Menschen machen kann, zeigt dieses Buch sehr deutlich. Die Geschichte erzählt von Menschen, die Kinder berauben, nur um selbst etwas zu essen zu haben und von Menschen, die trotz all dem Hunger und Leid immer noch an Hitler glauben. Die Erzählperspektive wechselt zwischen Inge und Wanda, was das Buch noch einmal interessanter macht, denn man erfährt von den Gedanken und Gefühlen beider Mädchen. Das einzige, was mich an dem Buch ein bisschen stört ist der Titel, er passt nicht richtig zur Geschichte, aber das ist auch schon alles. Ich gebe 5 Sterne.
Lena Steubl (13 Jahre) – Kinder-Redaktion Bücherkinder.de

Themen: Deutsche Geschichte