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Ein Sommer ohne uns von Both, Sabine, Jugendbücher, Aus dem Leben, Erwachsenwerden, Liebe

Ein Sommer ohne uns

Both, Sabine

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2016

Verlag: Loewe

Empfohlen ab: 13 Jahre

ISBN: 9783785582220

Inhalt

Eine offene Beziehung. Für drei Monate. Zwischen Abi und Studium. Sich ausprobieren. Mit anderen. Danach ist alles wieder wie zuvor und Tom und Verena weiterhin ein Paar. Denn sie lieben sich und wollen für immer zusammen bleiben. Doch ist das wirklich so einfach, wie sie es sich vorstellen?

 

Verena und Tom kennen sich von klein auf, sind ein Paar, seit sie dreizehn sind. Sie gehören einfach zusammen und das soll für immer so bleiben. Aber ein Gedanke lässt Verena – mitten im Abistress und voller Vorfreude auf das anstehende Studium – nicht mehr los: Sie hat noch nie einen anderen Jungen geküsst, geschweige denn Sex mit einem anderen gehabt. Doch sie liebt Tom und sich von ihm zu trennen oder ihn zu betrügen, kommt nicht infrage. Als sie schließlich mit Tom darüber spricht, treffen die beiden eine Vereinbarung: eine offene Beziehung, drei Monate Austobzeit nach dem Abi. Danach ist alles wieder wie vorher und die zwei wieder ein Paar. Zunächst genießen die beiden es, sich auszuprobieren. Doch sie haben nicht mit den Gefühlen gerechnet, die das Arrangement mit sich bringt: Zweifel tun sich auf. Ängste. Werden sie rechtzeitig einen Ausweg finden?

Bewertung

Seit sie 13 sind, sind Max und Verena nun schon ein Paar. Es gibt sie nur im Doppelpack, sie kennen den anderen besser als sich selbst. Das Abi steht vor der Tür, danach geht es gemeinsam in die erste eigene Wohnung. Alles verändert sich, nur die beiden bleiben zusammen. Doch während sich das ganze Leben ändert, stellt sich in den beiden der Wunsch ein, etwas neues zu erleben, jemand anderes zu sein. Sie vereinbaren einen Sommer ohne Verpflichtungen, eine befristete Auszeit und danach ist alles wie vorher. Doch ist es möglich, sich nach so einer Auszeit wieder zusammenzufinden und noch wichtiger, möchten die beiden das überhaupt?

 

Das Cover stellt den Kern des Buches perfekt dar. Auf der Vorderseite sieht man Verena, die durch den Buchrücken von Max getrennt wird. Sie sind noch zusammen, doch auch distanziert. Die Sprache ist auf Jugendliche abgestimmt und enthält daher einige umgangssprachliche Begriffe. Ich habe einige Seiten gebraucht, um mich an die Sprache zu gewöhnen, da sie mir im Alltag so nicht häufig begegnet. Dies ist aber natürlich von Altersgruppe und persönlichem Umfeld abhängig, verständlich ist es auf jeden Fall für alle.

Das Buch ist in Kapitel unterteilt und wird immer abwechselnd aus der Sicht von Max oder Verena erzählt. Ich denke, dass sich einige junge Menschen mit Verena und Max identifizieren können. Auch wenn das Buch generell den Übergang vom Jugendlichen zum jungen Erwachsenen thematisiert, legt es doch einen klaren Schwerpunkt auf Beziehungen. Besonders Personen, die sich bereits in jungen Jahren in einer festen Beziehung befinden, können sich wohl mit dem Wunsch identifizieren, etwas neues erleben zu wollen ohne ihre Beziehung zu verletzen.

Ich finde in „Ein Sommer ohne uns“ wird sehr realistisch und authentisch dargestellt, wie dieser Wunsch entsteht und wie er Max und Verenas Beziehung beeinflusst. Es wird außerdem schön dargestellt, wie man sich manchmal neu finden muss, wenn sich das Leben um einen herum verändert. Was ich schade fand, war die Aufteilung des Buches. Der Aufbau bis hin zur tatsächlichen Auszeit war relativ lang im Vergleich zur Auszeit selbst.

 

Ich empfehle dieses Buch prinzipiell Jugendlichen ab 14 Jahren, besonders aber solchen, die sich in einer ähnlichen Situation wie die Charaktere im Buch befinden und nach dem Schulabschluss vor großen Veränderungen stehen. Ich vergebe 4 Sterne für eine realistische Geschichte über die Liebe und das Erwachsenwerden.

 

Lidan Chai (19) :: Redaktion Buecherkinder.de

Themen: Erwachsenwerden, Liebe