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Ein neues Zuhase für die Kellergeigers von Grumberg, Jean-Claude, Kinderbücher, Kinderliteratur, Aus dem Leben, Außergewöhnliches , Humor , Zeitgeschehen

Ein neues Zuhase für die Kellergeigers

Grumberg, Jean-Claude / Badel, Ronan

Übersetzung: Jacoby, Edmund

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2016

Verlag: Jacoby & Stuart

Empfohlen ab: 10 Jahre

ISBN: 9783941787223

Inhalt

Die Familie Kellergeiger möchte nicht bleiben, wo sie ist, denn dort mag man keine Menschen, die zum Völkchen der Kellergeiger gehören. Weil sie zu spitze oder zu runde Nasen haben, zu weiß, zu braun oder zu schwarz sind, weil sie zu viele Kinder haben oder gar keine oder nur ein paar. Also beschließen unsere Kellergeiger das So-gut-wie-Nichts, das sie besitzen, gegen noch weniger als Nichts einzutauschen und fortzugehen. An der Grenze erwartet sie allerdings ein schier unüberwindbarer Zaun – aber mit Musik und Geschick überwinden sie ihn. Doch nun sind sie vom Regen in die Traufe gekommen, denn sie werden mit so dummen Fragen konfrontiert, dass wieder nur Humor sie weiterbringt …

Bewertung

Die Geschichte von den Kellergeigers, die überall und nirgendwo zu Hause sind und deshalb ständig unterwegs sind, lässt sich gar nicht so einfach beschreiben. Sie ist spannend zu lesen und mir hat sie sehr gut gefallen, ich bin mir aber nicht sicher, ob das wirklich ein Kinderbuch ist. Wenn ja, dann eher für ältere Kinder so ungefähr ab 12 Jahre, glaube ich.

 

Die Familie Kellergeiger ist freundlich und sehr höflich zueinander und besteht aus Mutter, Vater und drei Kindern. Sie sind arm und lieben es, Musik zu machen, jeder spielt ein eigenes Instrument. Aber sie glauben, dass sie in dem Land, in dem sie gerade leben, nicht gemocht werden, deshalb wandern sie aus. Der älteste Sohn ist davon überhaupt nicht begeistert, weil er seine geliebten Bücher, die er aus dem Müll gerettet hat, nicht mitnehmen darf. Aber wenigstens seine Geige kann er mitnehmen. An den Grenzen zwischen den Ländern, durch die sie kommen, schläfern die Kellergeigers die Grenzsoldaten immer mit ihren Wiegenliedern ein und kommen so durch. Aber auch in dem Land, von dem sie erst glaubten, dort mehr gemocht zu werden, finden sie es nicht schön und so ziehen sie immer weiter. Eigentlich werden sie nirgendwo gemocht und finden keine richtige Heimat. Unterwegs erleben sie viele unschöne Dinge, die einen oft an Erlebnisse erinnern, die Flüchtlinge erzählen. Ich glaube, dass der Autor des Buches das auch so gemeint hat. Irgendwann ist die Familie dann nicht mehr zusammen, nur Vater und Mutter bleiben übrig, aber gehen nicht mehr so freundlich miteinander um wie früher, wahrscheinlich haben sie alle Hoffnungen auf ein gutes Leben verloren. Aber eines Tages sehen sie in einem fernen Land ein Plakat an einer Hauswand. Damit beginnt sich plötzlich alles zu ändern und die Geschichte findet doch noch ein sehr gutes Ende.

 

Das Buch hat 85 Seiten mit 10 Kapiteln und einem Nachwort. Es gibt sehr viele farbige Zeichnungen, die mir ganz besonders gut gefallen haben. Sie erinnern mich irgendwie an die Snoopy-Comics. An die ungewöhnliche Schreibweise mit vielen Wiederholungen und Fragen musste ich mich erstmal kurz gewöhnen, aber dann gefiel sie mir richtig gut.


Jakob Nebe (12) :: Kinder- und Jugendredaktion Buecherkinder.de

Themen: Aus dem Leben, Außergewöhnliches , Humor , Zeitgeschehen