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Endres, der Kaufmannssohn von Bär, Anke, Kinderbücher, Sachbücher, Historie, Wissen

Endres, der Kaufmannssohn

Vom Leben in einer mittelalterlichen Hansestadt

Bär, Anke

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2014

Verlag: Gerstenberg

Empfohlen ab: 10 Jahre

ISBN: 9783836957748

Inhalt

Der junge Kaufmannssohn Endres sammelt eifrig die Münzen, die sein Vater ihm von seinen Handelsreisen mitbringt. Er liebt es, mit seinem besten Freund Jos durch die Straßen der Stadt zu streifen, den Hafen zu erkunden und beim Löschen der Waren zuzusehen. Und dann ist der große Taggekommen: An Bord der Maria Magdalena fährt Endres ins ferne Riga, um dort bei seinem Onkel in die Lehre zu gehen.

 

Anke Bär versetzt uns mitten hinein in eine spätmittelalterliche Stadt. Ihre Geschichte von Endres, dem Kaufmannssohn, wird begleitet von fantasievollen, an mittelalterliche Buchmalerei angelehnten Illustrationen und vielen informativen Texten zur Hansezeit.

Bewertung

Wie genau haben die Menschen im Mittelalter eigentlich die Zeit gemessen? Wie wurden Frauen behandelt? Was gab es zu essen? Anke Bär wirft mit „Endres der Kaufmannssohn“ viele kleine Schlaglichter auf das Alltagsleben eines zwölfjährigen Jungen im Mittelalter und schafft es so, ein harmonisches und gelungenes Mosaik zusammenzuführen.

Endres und sein Leben dienen uns als roter Faden, das historische Lübeck als wunderbare Kulisse. Anke Bär nutzt die Geschichte des jungen Kaufmannssohns, um um sie herum kleine Erklärungen zu spinnen. Da gibt es zusätzliche Erklärboxen genauso wie kleine Infografiken. Letztere sind wie alle Illustrationen im Stil der mittelalterlichen Buchmalerei gehalten und verschmelzen so wunderbar mit dem Gesamtkonzept. Wer sich aber die Zeit nimmt, Dinge in den Bildern zu entdecken, der wird zum Beispiel durchgestrichene Tomaten und Kartoffeln finden mit dem lapidaren Kommentar „gab es noch nicht“.

 

Durch die gelungene Kombination aus Text und Bild und die relativ schlanken Erklärblöcke ist „Endres der Kaufmannssohn“ sicherlich auch für Kinder geeignet, die Lesen nicht zu ihren größten Hobbies zählen, durch Computer- oder Rollenspiele aber durchaus sehr für das Mittelalter zu begeistern sind. Wer allerdings im Leben von Endres den großen Spannungsbogen erwartet, sei vorgewarnt: Die Erzählung läuft natürlich darauf hinaus, dass Endres den Weg nach Riga nimmt und sich kontinuierlich weiter entwickelt. „Endres der Kaufmannssohn“ ist aber kein fesselnder Historienroman.

 

Besonderes Schmankerl: Anke Bär bietet zum Buch einen spannenden Anhang. Auch wenn man hier vielleicht eine Lupe mitbringen sollte: Sie erklärt, wie es überhaupt möglich ist, so viel über die Vergangenheit herauszufinden und öffnet den Lesern so das Tor in eigene Recherchen. Das wird durch spannende Buch-, Film- und Museumstipps ergänzt.


Fazit: Als eine erste Einführung zum Alltagsleben im Mittelalter ist Anke Bärs „Endres der Kaufmannssohn“ absolut zu empfehlen. Wer allerdings lieber richtige Geschichtsromane liest, der ist hier eher Fehl am Platz.

Saskia Geisler :: Redaktion Buecherkinder.de

Themen: Historie, Wissen