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Es wird keine Helden geben von Seidl, Anna, Jugendbücher, Aus dem Leben, Schule

Es wird keine Helden geben

Seidl, Anna

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2013

Verlag: Oetinger

Empfohlen ab: 14 Jahre

ISBN: 9783789147463

Inhalt

Kurz, nachdem es zur Pause geläutet hat, hört Miriam einen Schuss. Zunächst versteht niemand, was eigentlich passiert ist, aber dann herrschen Chaos und nackte Angst. Matias, ein Schüler aus ihrer Parallelklasse, schießt um sich. Auch Miriams Freund Tobi wird tödlich getroffen. Miriam überlebt - aber sie fragt sich, ob das Leben ohne Tobi und mit den ständig wiederkehrenden Albträumen überhaupt noch einen Sinn hat. Waren sie und ihre Mitschüler Schuld an der Katastrophe?

Bewertung

"Es wird keine Helden geben" von Anna Seidl ist ein kurzer Roman, der von der 15-jährigen Miriam handelt. Miriam ist eigentlich ein ganz normaler Teenager, beliebt, hübsch, sie hat Joanne, die tollste beste Freundin die man sich wünschen kann und Tobi, den süßesten Jungen als Freund. Zwar ist ihre Mutter abgehauen als sie zehn war und ihr Vater ist ein Workaholic, abgesehen davon bestehen ihre größten Probleme aber daraus sich nicht für ein passendes Outfit entscheiden zu können und in Latein eine fünf zu schreiben. Ihre Leben ist perfekt.
Bis zu dem einen Tag an dem sich alles ändert. Dem Tag an dem einer ihrer Mitschüler mit einer Waffe in die Schule kommt und um sich schießt. Dem Tag an dem Tobi stirbt und Miriams Welt in tausend Scheiben zerbricht. Den von diesem Moment an ist nichts mehr wie es vorher war.
Miriam versucht mit dem geschehenem klar zu kommen, den Albträumen, der Leere, der Wut, der Trauer, der Einsamkeit, dem Tod und der Schuld. Denn eine Frage beschäftigt nicht nur Joanna sondern auch sie. Sind wir Schuld?
Mit dem Buch erzählt die Autorin die Geschichte von Miriam die nach einem Amoklauf das Gefühl hat nicht mehr am Leben Teil haben zu können. Alles hat sich geändert, auch sie. Sie fühlt sich älter, unverstanden von allen Außenstehenden, Einsam weil ihre beste Freundin nur noch eine leere Hülle zu sein scheint.
Anna Seidl erzählt eine sehr berührende und realitätsnahe Geschichte aus Miriams Ich-Perspektive. In das Geschehen kann man sich sehr schnell hinein versetzten und das Buch ist einfach, wenn auch etwas zäh, zu lesen. Dadurch das nach den ersten 50 Seiten nicht wirklich mehr etwas passiert kann das Buch an manchen Stellen etwas langweilig werden und sich ziehen, ist mit seinen 252 Seiten aber recht kurz und wirklich lesenswert.
Besonders gut hat mir gefallen wie einfach man sich in Miriam und ihre Gefühle und Gedanken hinein versetzten konnte und wie realistisch und klar die Geschichte geschrieben ist.
Empfehlen würde ich das Buch allen Jungen und Mädchen ab 13 Jahren die sich für Amokläufe und vor allem dafür wie die Zeit danach für die Betroffenen ist, interessieren. Außerdem würde ich das Buch jedem empfehlen, der nicht unbedingt auf einen Actionroman aus ist oder vielleicht etwas über eine verlorene Liebe lesen möchte. Ich vergebe 4 Sterne.
Annina Hacheney (15) :: Kinder- und Jugendredaktion Buecherkinder.de

Themen: Schule