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Essen Tote Erdbeerkuchen? von Eichinger, Rosemarie, Kinderbücher, Kinderliteratur, Tod & Trauer

Essen Tote Erdbeerkuchen?

Eichinger, Rosemarie

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2013

Verlag: Jungbrunnen

Empfohlen ab: 11 Jahre

ISBN: 9783702658540

Inhalt

Emma verbringt den größten Teil ihrer Freizeit auf dem Friedhof. In der Schule halten sie die meisten deshalb für sonderbar. Aber so ungewöhnlich ist das gar nicht. Schließlich ist ihr Vater Totengräber und sie wohnt in einem Haus gleich an der Friedhofsmauer.
Peters Zwillingsbruder Martin ist bei einem Unfall ums Leben gekommen. Seitdem geht Peter täglich zum Friedhof, sitzt an Martins Grab und starrt vor sich hin. Das kann nicht so bleiben, beschließt Emma und freundet sich mit ihm an. Gemeinsam finden beide ein Stück aus dem Friedhof hinaus und ins Leben hinein.

Bewertung

Emma ist zwölf und lebt direkt neben dem Friedhof, wo sie viel Zeit verbringt. Deshalb halten sie auch einige Mitschüler für sonderbar. Seit einiger Zeit kommt auch Peter regelmäßig zum Friedhof, da sein Zwillingsbruder tödlich verunglückt ist. Peter sitzt an dessen Grab und starrt vor sich hin. Emma beschließt, dass sich das ändern muss. Ob sie ihm helfen kann, seine Lebensfreude wiederzufinden?
Der skurrile Titel hat mich direkt neugierig gemacht auf eine offensichtlich ungewöhnliche Geschichte. Das ist sie auch, weil die Hauptperson den größten Teil ihrer Freizeit auf dem Friedhof verbringt – was ja wohl eher nicht zu den Top-Ten-Hobbies zwölfjähriger Mädchen gehört...
Der Autorin gelingt es, ein eher trauriges bzw. zum Nachdenken anregendes Thema wie den Tod humorvoll und ansprechend zu schildern. Auf diese Weise nimmt einem die Geschichte nach und nach die Angst vor dem Tod. Außerdem bekommt man auch einige sachliche Informationen – beispielsweise über Bestattungen in anderen Ländern.
Man bekommt auch oft mit, was Emma denkt. Aber das, was sie sagt, entspricht dann eher dem Gegenteil. Dieser Widerspruch ist mir bislang noch in keinem Buch begegnet und hat oft meine Lachmuskeln strapaziert. Außerdem hat mich die Phantasie der Heldin begeistert. In ihrer Vorstellung (...oder ist es Wirklichkeit??) kann sie sich mit den Menschen, die auf dem Friedhof bestattet wurden, unterhalten wie mit Lebenden. So würde Emma die Wahrsagerin, deren Haus in Schutt und Asche gelegt wurde, beispielsweise gern mal fragen, warum sie das nicht vorhergesehen hat...
Dem deprimierten Peter hilft sie, neuen Mut zu fassen und seine Lebensfreude wiederzufinden. Im Gegenzug merkt Emma, dass es auch außerhalb des Friedhofs nette Leute gibt, mit denen sie sich unterhalten kann. So finden die Beiden gemeinsam den Weg vom Friedhof zurück ins Leben.
Das Buch ist zwar sehr gut und fesselnd geschrieben, trifft aber wegen des Themas vielleicht nicht jeden Geschmack. Deshalb „nur“ 4 Sterne.
Raphael Mergehenn (10) :: Kinder-Redaktion Buecherkinder.de

Themen: Tod & Trauer