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Eve & Adam von Applegate, Katherine / Grant, Michael , Jugendbücher, Fantasy, Spannung

Eve & Adam

Applegate, Katherine , Grant, Michael

Übersetzung: Ströle, Wolfram

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2014

Verlag: Ravensburger

Empfohlen ab: 14 Jahre

ISBN: 9783473401048

Inhalt

Bei einem schweren Unfall verliert die Milliardärstochter Evening Spiker, kurz Eve, beinahe ihr Bein. In der Klinik ihrer Mutter erholt sie sich überraschend schnell – doch sie darf die Klinik nicht verlassen. Ihre Zeit vertreibt sie sich mit einer neuen Lernsoftware, die sie im Auftrag ihrer Mutter testen soll. Am Bildschirm entwirft sie ihren Traummann Adam, entscheidet über seine Augenfarbe, seinen Körper, IQ und Charaktereigenschaften. Doch verdeutlicht das Programm wirklich nur den Schülern die Gesetze der Genetik? Eve vermutet einen Zusammenhang zwischen dem Spiel, den Forschungsarbeiten ihrer Mutter und ihrer plötzlichen Heilung. Solo, ihr Krankenpfleger, scheint mehr zu wissen. Als er Eve mit geheimen Aufzeichnungen konfrontiert, muss sie sich entscheiden: Soll sie die Daten veröffentlichen und ihre Mutter verraten oder einfach schweigen? Plötzlich steht Adam leibhaftig vor ihr. Eve wird mit ihren Vorstellungen eines perfekten Partners konfrontiert. Doch sie fühlt sich hin- und hergerissen zwischen ihm und dem attraktiven Solo. Wie weit darf die Wissenschaft gehen?

Bewertung

„Eve & Adam“ ist die Geschichte über ein Mädchen, das sich mithilfe eines Computerprogrammes ihren persönlichen und perfekten Adam erschafft. Der Roman ist eine sehr gelungene Übertragung der biblischen Erzählung über Adam und Eva in die heutige, moderne Zeit.
Eve Spiker verliert bei einem tragischen Zusammenstoß mit einer Straßenbahn beinahe ihr Bein, jedoch ist ihre Mutter glücklicherweise Besitzerin eines der besten Medizinlabore der ganzen Welt. So befindet sich Eve schon bald mitten im Heilungsprozess und um sich die Langeweile zu vertreiben, bietet Eves Mutter ihr an, per Computerprogramm zum Zeitvertreib einen perfekten „Adam“ zu erschaffen, einen Jungen, der komplett Eves Wünschen entsprechen sollte. Ein Adam, bei dem man genau bestimmen kann, welche Augenfarbe er haben soll, ob er einen muskulösen Oberkörper haben sollte – und sogar, welche Charaktereigenschaften und Intelligenz der perfekte Adam besitzen sollte. Der Programmierer dieses Computerprogrammes scheint jedoch nicht sehr begeistert davon zu sein, dass seine Chefin, Mrs Spiker, ein so „einfaches und durchschnittliches“ Mädchen sein eigen erschaffenes Programm nutzen lässt. Der Wissenschaftler, auch „Tattoo-Tommy“ genannt, scheint aber nicht der Einzige zu sein, der die Entscheidungen und Machenschaften von Eves Mutter missbilligt. Auch Solo, ein junger Mann, dessen Eltern vor sechs Jahren gestorben sind und der deswegen nun in dem Wissenschaftler-Komplex als einfacher Angestellter arbeitet, scheint mit der Arbeit Terra Spikers´ nicht zufrieden zu sein. Seit Jahren versucht er, Beweise dafür zu sammeln, dass sich Mrs Spikers wissenschaftliche Arbeit nicht immer im legalen Bereich bewegt, und diese schließlich zu veröffentlichen. Das Problem ist nur, dass Solo für Eve mehr als nur Freundschaft empfindet, weswegen er sich in einer Zwickmühle befindet: Sollte er seine gefundenen Beweise nicht der Öffentlichkeit preisgeben und damit verhindern, dass Eve auch noch von ihrer Mutter losgerissen wird, nachdem der Vater des Mädchens schon vor einigen Jahren bei einem tragischen Autounfall ums Leben gekommen ist – oder wäre die Veröffentlichung solcher schlimmer Vergehen das einzig moralisch Richtige?
„Eve & Adam“ ist nicht nur eine Geschichte über die Erschaffung eines Menschen durch ein Programm oder über die Möglichkeiten und Grenzen der heutigen Medizin. Dieser Roman behandelt kritisch viele Themen, wie zum Beispiel „Gibt es den perfekten Menschen? Und wenn ja, würde ihm die ganze Menschheit unterliegen?“ oder „Wie weit darf der Mensch in die Genmanipulation eingreifen? Könnte sich der Mensch eines Tages zu einem zweiten Gott entwickeln?“. Der Roman ist im wahrsten Sinne des Wortes eine moderne Version der biblischen Erzählung über Adam und Eva, jedoch sollt dies nicht all die Ungläubigen abschrecken, denn hinter dem Roman steckt weit mehr als die moderne Version dieser Erzählung. „Eve & Adam“ ist ein wunderbarer Roman über die Liebe und ihre Tücken, wobei dieses Thema aber nicht zu sehr in den Vordergrund tritt und Platz lässt für andere Themen wie die komplizierte Freundschaft zwischen einem braven und reichen Mädchen und einem experimentierfreudigen, sich immer ins Unglück stürzenden Mädchen. Die Beschreibungen über die medizinischen Machenschaften erscheinen dem Leser teils etwas realitätsfern, doch genau dies macht den Roman zu etwas Besonderem. Die einzigen zwei Dinge, die mir an dem Roman nicht gefallen haben, sind, dass der Roman zu schnell ausgelesen und vorhersehbar war. Es wurde zwar zum Ende noch einmal spannend, doch im Großen und Ganzen war der Roman zu vorhersehbar. Wen dies aber nicht stört, dem kann ich das Buch nur empfehlen, denn der Roman regt den Leser zum Nachdenken an und zeigt Parallelen zu dem eigenen Leben auf. Alles in allem ist „Eve & Adam“ ein Roman, den ich Lesern ab 15 Jahren empfehle, da man für einige Themen einige Erfahrungen und Wissen benötigt, um die Zusammenhänge und Geschehnisse richtig zu verstehen. Ich vergebe 5 Sterne.
Miriam Thiel (17) :: Kinder- und Jugendredaktion Buecherkinder.de

Themen: Spannung