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Füchse lügen nicht von Hub, Ulrich, Kinderbücher, Kinderliteratur, Humor

Füchse lügen nicht

Hub, Ulrich / Drewelow, Heike

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2014

Verlag: Carlsen

Empfohlen ab: 8 Jahre

ISBN: 9783551556493

Inhalt

"Alle Flüge sind ersatzlos gestrichen!", sagt der Hund vom Sicherheitsdienst. Und so sitzen der Panda, der Affe, die Gans, der Tiger und die beiden Schafe am Flughafen fest. Aber wieso ist eigentlich das ganze Gebäude verlassen? Nicht nur auf diese Frage hat der Hund keine Antwort.
Dann taucht ein feuerrotes Tier auf und stellt sich als Fuchs vor. Mit ihm erleben die Tiere endlich mal was – und dank all der tollen Sachen aus dem Duty Free Shop lässt sich eine knallige Party feiern.
Doch wo sind nur ihre Reisepässe hin?

Bewertung

Das Buch „Füchse lügen nicht“ beginnt damit, dass ein Pandabär, eine Gans, zwei Schafe, ein kleiner Affe sowie ein Tiger mit Sonnenbrille gelangweilt im Warteraum („Animal Lounge“) eines Flughafens sitzen. Der Pandabär (der ständig pupst, so dass sich alle Tiere die Nase zuhalten müssen) steht unter Artenschutz und schläft andauernd. Die Gans hat eine krokodilledernde Handtasche mit unmöglichem Inhalt (Schwimmflügel, Sandalen, Gruselkrimi, Kaugummi, Zahnpasta…) und sucht in dieser ständig nach ihrem Reisepass. Die zwei Schafe sprechen im Chor, können fünf Fremdsprachen und auch Latein und sind hochbegabt. Der kleine Affe ist Tablettentester und schluckt dauernd Tabletten, obwohl er nicht krank ist. Der Tiger ist ein Fernsehstar, der mit dem Älterwerden nicht klarkommt. Bei den Tieren sorgt ein Polizeihund (mit Mütze und Orden) für Ordnung und kommandiert die Tiere brüllend herum.
Die Langeweile ist für die Tiere kaum auszuhalten, deshalb schaltet der Polizeihund den Fernseher ein. Während die Tiere gebannt den Film eines Flugzeugabsturzes anschauen, klettert ein polizeilich gesuchter Fuchs durch den Lüftungsschacht in die Lounge. Er beabsichtigt, alle Reisepässe der Tiere zu klauen, weil er ständig auf der Flucht vor der Polizei ist und diese Pässe für seine Flucht gut gebrauchen kann, vor allem den mit dem Artenschutzstempel des Pandabären.
Dem charmanten und redegewandten Fuchs gelingt es, die Tiere für sich einzunehmen und gegen den Polizeihund aufzuwiegeln. Der Fuchs bringt die Tiere, die alle Freunde des Fuchses werden wollen, dazu, die Lounge zu verlassen. Der Polizeihund kann es an dieser Stelle nicht mehr verhindern. Schließlich räumen die Tiere den Duty Free Shop aus und feiern eine rauschende wilde Party…
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es ist sehr witzig und ungewöhnlich. Am spannendsten fand ich, wie der gerissene Fuchs es geschafft hat, die Tiere für sich zu gewinnen und gegen den Hund aufzubringen, obwohl der Hund eigentlich immer Recht hat. Die Tiere haben sehr ausgeprägte Eigenschaften und trotzdem weiß man bis zum Schluss nicht, wie die Geschichte ausgeht.
Das Buch hat mit dem Nachwort 143 Seiten und ist sehr schnell zu lesen, obwohl die Sprache anspruchsvoll ist. Die Zeichnungen sind toll!
Das Buch ist unbedingt zu empfehlen und ich vergebe 5 von 5 Sternen.
Leonard Rein (9) :: Kinder- und Jugendredaktion Buecherkinder.de

Was ist denn auf dem Flugenhafen los, fragen sich die Tiere in der Abflughalle. Seit 2 Tagen warten sie da. Da teilt ihnen der Wachhund mit, dass alle Flüge ersatzlos gestrichen sind. Ja, warum denn? Und was sollen sie denn nun machen? Da taucht ein pfiffiger Fuchs auf, der sie ganz schön durcheinanderwirbelt. Viele kleine Abenteuer warten auf sie.
Sprechende Tiere, die samt Gepäck und Reisepass (!!!) auf ihren Abflug warten. Ein Wachhund, der nicht riechen kann, will für Ordnung sorgen. Und ein pfiffiger Fuchs wirbelt alle ganz schön durcheinander. Mit diesen Zutaten kann eigentlich nur eine witzige Geschichte herauskommen. Dies ist dem Autor Ulrich Hub auf jeden Fall vortrefflich gelungen.
Flott, humorvoll, spannungsreich erzählt er die Geschichte, in der es um Freundschaft, Ehrlichkeit, Lügen, Wahrheit, Mißtrauen, Hilfsbereitschaft und das Überprüfen von Vorurteilen geht. Ja, die Buchthemen sind nicht neu, sondern klassisch. Aber Hub hat sie in eine wunderbare Geschichte verpackt, in der er sie so ganz nebenbei den Kindern nahebringt.
Mit seinem Sprachwitz treibt er den Plott voran, bietet so manche überraschende Wendung in der Erzählung. Hub setzt zudem stark auf Dialoge, die sehr viel Dynamik beim Lesen hineinbringen. Kurze, einfache Sätze, abwechslungsreiche und vielfältige Wortwahl, zahlreiche, die Figuren charakterisierende bzw. die Handlung vorantreibende Adjektive als Attribute machen das Lesen zu einem kurzweiligen Genuss.
So manches Mal spielt der Autor auch mit Gegensätzen, die in unserem Verständnis niemals zusammenkommen können. Darin birgt sich das Überraschende und Erfrischende der Geschichte. So küsst beispielsweise die Gans den Fuchs, was völlig konträr zu unseren Vorstellungen ist. Auch spielt er mit so manchen zeitgenössischen Ereignissen, wie dem Klonschaf Dolly. An manchen Stellen bin ich mir da unsicher, ob die Zielgruppe die Anspielungen wirklich verstehen wird. Denn wie das Klonschaf Dolly muss ihnen keineswegs bekannt sein. Aber diese Zweifel sollen keineswegs die Begeisterung und positive Bewertung des Buches schmälern.
Heike Drewelows Illustrationen lockern im rechten Maße den Text auf, lenken nicht von ihm ab. Bunt, filigran ist ihr Zeichenstil, der gekonnt die Figuren und ihre Charakter graphisch ins Leben rufen.
"Füchse lügen nicht" ist eines der Kinderbücher, die das Zeug zum Klassiker haben. Viele Leser wünsche ich diesem Kleinod!
Wenke Bönisch :: Redaktion Buecherkinder.de

Themen: Humor