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Gebannt von Rossi, Veronica, Jugendbücher, Liebe, Liebe

Gebannt

Unter fremdem Himmel

Rossi, Veronica

Übersetzung: Koop, Heinrich , Fritz, Franca

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2012

Verlag: Oetinger

Empfohlen ab: 14 Jahre

ISBN: 9783789146206

Inhalt

Die siebzehnjährige Aria lebt in einer Welt, die perfekter ist als die Realität. Perry kommt aus einer Wildnis, die realer ist als jede Perfektion und in der wilde Stürme das Leben bedrohen. Als Aria in seine Welt verstoßen wird, rettet Perry ihr das Leben. Trotz ihrer Fremdheit verbindet die beiden die Verzweiflung und Sorge um die, die sie lieben. Aria will ihre verschollene Mutter wiederfinden, Perry ist auf der Suche nach seinem Neffen, an dessen Entführung er sich die Schuld gibt. Aria versucht, vor Perry zu verbergen, dass ihre Gefühle ihm gegenüber sich wandeln. Doch Perry hat dies längst schon entdeckt, aber nicht nur bei Aria, auch bei sich selbst.

Bewertung

Eine Biosphäre, die abgeschottet, aber doch perfekt ist oder jedenfalls so scheint... In solch einer futuristischen Welt lebt die siebzehnjährige Aria. Die Menschen werden durch Genetik gezeugt und leben Jahrzehnte länger, als wir es uns heute vorstellen können. Es existieren keine Krankheiten mehr und durch geregelte, kontrollierte Abläufe gibt es keine Unruhen. So genannte "Smart-Eyes", die die Menschen auf einem Auge tragen, ermöglichen es, mit anderen Menschen zu kommunizieren, in andere Welten zu reisen oder sogar die Vergangenheit zu besichtigen - virtuell und doch ist es für die Menschen, die in diesen Kuppeln leben, zur Realität geworden. Zwischenmenschliche Aktivitäten gibt es nur noch in den unwirklichen Welten.
Aria liebt dieses Leben und doch fühlt sie sich manchmal alleine. Gerade, weil sie ihre Mutter so sehr vermisst. Diese ist Genforscherin und arbeitet an einem geheimen Auftrag außerhalb Reverie´s. Als die Verbindung zu ihrer Mutter nach Bliss abbricht und nicht wieder aufzubauen ist, macht sich Aria mit ihrer Freundin Paisley und einigen anderen auf den Weg, um in die Todeszone zu kommen. Diese wird so genannt, weil der Äthersturm dort wütet und alles zerstört, was ihm in die Quere kommt. Außerdem gibt es dort draußen Krankheiten und Schmutz, vor denen sich die Bewohner Reverie´s in ihrer perfekten Welt fürchten.
Unter den anderen Jugendlichen befindet sich auch der Sohn eines hohen Beamten, welcher die Codes kennt, um in die Außenzone zu gelangen. Durch die Freiheit und Macht der Außenwelt berauscht, werden die männlichen Jugendlichen übermütig, legen ein Feuer, und werden dann völlig verrückt. Sie jagen und attackieren die Mädchen, bis Aria von einem Außenseiter gerettet und bewusstlos wird.
Zurück in Reverie werden ihr Lügen aufgetischt und sie fliegt, im Glauben ihre Mutter zu besuchen, mit Regierungsbeamten in die Todeszone, um nach Bliss zu gelangen. Jedoch wird Aria verbannt, da sie auf ihrem Smart-Eye belastendes Material gegen den Sohn des Beamten aufgezeichnet hat - und die einzige überlebende Zeugin dieses Moments ist.
In der Außenwelt trifft sie wieder auf ihren Retter - den sie jedoch fürchtet, wie alles außerhalb Reverie´s. Doch nach und nach arrangieren sich Perry und Aria - denn jeder von ihnen hat seine ganz eigene Mission zu erfüllen, die sie nicht nur in die gleiche Richtung führt...
Zu Beginn war ich etwas skeptisch, was Veronica Rossis "Gebannt - Unter fremdem Himmel" betraf. Doch beim Lesen war ich wie gefangen. Die Geschichte ist mitreißend und der Schreibstil gibt dies auch wieder. Sehr angenehm ist hierbei die Erzählperspektive in der dritten Person. Die Kapitel wechseln sich in ihrer Schwerpunktthematik zwischen Aria und Peregrine ab.
Meiner Meinung nach hat Rossi die Charaktere sehr authentisch dargestellt. Zu Beginn ist Aria naiv und "weltfremd", aber wie soll es jemandem ergehen, der eigentlich nichts schlechtes in der Welt wirklich kennt und nie Opfer bringen musste. Doch durch ihren starken Willen und Überlebensgeist ändert sich ihre Haltung. Ihre Sorge und Liebe zu ihrer Mutter gibt ihr die Kraft, ihren Weg zu gehen - egal, wie beschwerlich er sein wird. Dadurch wird sie mutig, ihr Körper verändert sich - aber gerade diese Entwicklung ist gut nachvollziehbar.
Peregrine hingegen kennt das harte Leben und auch den Überlebenskampf. Er ist ein starker Kämpfer und mit seinen Sinnen gesegnet. Als jüngerer Bruder des Stammesherrn, fällt es ihm nicht leicht, sich unterzuordnen, da er die Entscheidungen oft anzweifelt. Sein Familiensinn und seine Opferbereitschaft sind besonders in Bezug auf seinen Neffen zu erkennen, den er über alles liebt. Im Laufe der Reise mit Aria macht auch Perry eine Entwicklung durch und beide müssen ihre anfänglichen Vorurteile ihnen selbst gegenüber revidieren.
Auch Rossis Darstellung der futuristischen Welt um Reverie und die Todeszone, die im Gegensatz doch etwas "mittelalterlicher" daherkommt, ist enorm bildlich beschrieben und somit auch gut vorzustellen. Lediglich der Weg zu dieser Spaltung und Entwicklung der Menschheit fehlte als Information, doch ich hoffe, dass die Autorin dies im Folgeband "Getrieben - Durch ewige Nacht" noch erklären wird.
Obwohl Veronica Rossi uns hier eine weitere Dystopie liefert, ist dieses Buch in meinen Augen besser, als manch andere. Ich war wirklich "Gebannt" und freue mich schon sehr auf den zweiten Teil, welcher im Frühjahr 2013 erscheinen wird.
Lisa Scholl (22) :: Redaktion Buecherkinder.de

Themen: Liebe