Jugendbücher  >  Fantasy
Gelöscht von Terry, Teri, Jugendbücher, Fantasy, Spannung

Gelöscht

Terry, Teri

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2013

Verlag: Coppenrath

Empfohlen ab: 14 Jahre

ISBN: 9783649611837

Inhalt

Erscheint im Juni

Kylas Gedächtnis wurde gelöscht, ihre Persönlichkeit ausradiert, ihre Erinnerungen sind für immer verloren. Kyla wurde geslated.
Aber die Stimmen aus der Vergangenheit lassen die Sechzehnjährige nicht los – hat sie wirklich unschuldige Kinder bei einem Bombenanschlag getötet? Zählte sie zu einer Gruppe von gefährlichen Terroristen? Und warum steht ein Bild von ihr auf einer geheimen Webseite mit vermissten Kindern?
Kyla wird immer wieder von Flashbacks aus ihrem früheren Leben eingeholt und merkt allmählich, dass ihre wahre Identität ein großes Geheimnis birgt. Gemeinsam mit Ben, einem anderen Slater, in den sie sich verliebt, begibt sie sich auf die Suche nach der Wahrheit – doch wem kann sie überhaupt noch vertrauen?

Bewertung

Wie würdest du dich fühlen, wenn dir all deine Erinnerungen genommen worden wären? Stell dir vor, du bist 16 Jahre alt, hast eine schreckliche Tat begangen, warst ein Terrorist, der gegen die Regierung gekämpft hat. Doch jetzt kannst du dich nicht mehr daran erinnern, denn all deine Gefühle, Gedanken und Taten wurden aus deinem Kopf gelöscht.
Genau so ist es Kyla ergangen, als sie „geslated“ wurde. Sie musst wieder ganz klein anfangen, laufen lernen, sprechen lernen; ja sogar lernen, wie man Geschirr abspült, eine Autotür aufmacht oder eine Katze streichelt. Aber Kyla ist nicht die Einzige, die „geslated“ wurde, denn es gab viele Teenager, die die Regierung slaten musste, um sie wieder als friedliche Menschen in die Gesellschaft integrieren zu können. Diese „neuen Menschen“ würden es niemals wagen, wieder etwas gegen die Gesellschaft zu unternehmen. Doch Kyla ist anders, an ihr fehlt nicht nur der für „Geslatete“ typische naive, glückselige Gesichtsausdruck, sondern es plagen sie nachts schreckliche Albträume, die versuchen, ihr etwas über das Leben vor dem Löschen aller Erinnerungen zu erzählen. Doch sind diese wirklich grausamen Albträume wahr, oder sind sie eine Verzerrung zwischen Vergangenheit und Realität, eine Folge der großen Aufregung wegen der Wiedereingliederung? Kyla ist ratlos, sie traut sich nur wenigen Menschen an. Vor allem mit Ben, in den sie sich verliebt hat, versucht sie, herauszufinden was für eine Person sie vor dem Slaten waren, was der Grund für das Slaten war und was sie dagegen tun können. Einer Sache jedoch ist sich Kyla jedenfalls sicher: Diese Albträume sind für keinen „Geslateten“ normal, Kyla scheint hingegen eine ganz besondere Rolle in diesem Kampf gegen die zerstörerische Macht der Regierung zu spielen. Doch welche Rolle das ist, weiß nicht einmal Kyla.
Jemandem all seine Erinnerungen zu rauben, ist unvorstellbar. Allein der Gedanke, man müsste als Jugendlicher oder Erwachsener das Laufen neu lernen, hätte nichts, mit dem man sich identifizieren könnte, wäre fern von der geliebten Familie. Allein, verlassen. Genauso lässt die Autorin Teri Terry es in ihrem Roman „Gelöscht“ mit tausenden Jugendlichen geschehen. Wäre das noch nicht grausam genug, müssen die „Geslateten“ auch immer ein Armband bei sich tragen, das nicht etwa ihren Blutzuckerspiegel oder irgendetwas änliches misst, sondern es misst ihre Gefühle. Werden die Jugendlichen wütend und sinkt ihr Wert zu sehr, wird ihr Gehirn mittels eines Chips ausgeschaltet, sie sind komplett wehrlos, bekommen Krämpfe, bis sie schließlich daran sterben. Und das nur wegen eines einzigen Wutanfalls. An diesem Beispiel sieht man, wie sehr die „Geslateten“ die Marionetten der Regierung geworden sind, denn die Regierung tötet all ihre potenziellen Gegner, sie hat die ganze Macht in der Hand. Über solch eine Situation einen Zukunftsthriller, der in ca. 40 Jahren spielt, finde ich wahnsinnig spannend. Doch die Szenerie verliert keinesfalls an Authentizität: schon heute gibt es zahlreiche Überwachungskameras, die jeden Schritt und Tritt verfolgen (siehe CCTV, der Roman spielt in England), schon heute gibt es zahlreiche, gegen die Regierung gerichtete Studentenproteste, die sich im Roman zu Terroristengruppen entwickelten, schon heute setzen sich viele Menschen für die Bürgerrechte ein. Letzteres mag nun sehr positiv klingen, doch in dem Roman setzten sich Bürgerrechtler für das Slaten ein, da es eine „gerechtere“ Methode als das Töten als Strafe für schlimme Verbrechen wäre…
Dies alles möge nun ein bisschen überspitzt formuliert sein, doch die Autorin Teri Terry legt nahe, wie sehr doch vermeintlicher Einsatz für Frieden und Gleichberechtigung mit totaler Überwachung und Kontrolle zusammenhängen. Dieses schwierige Thema ist nun natürlich nicht die einzige Sache, um die sich das Buch dreht, denn mit der einfach formulierten Sprache, der wundervollen Liebesgeschichte zwischen Ben und Kyla und der großen Authentizität der sympathischen Charaktere verpackt die Autorin den Roman „Gelöscht“ zu einem großartigen Buch für alle jugendliche Zukunftsthriller- und Liebesgeschichtenfans, der bestimmt bei sehr vielen Lesern ab 15 Jahren auf sehr große Begeisterung stoßen wird. „Gelöscht“ ist meiner Meinung nach ein Roman, der definitiv einer der besten und beliebtesten Jugendromane dieses Jahres werden wird, denn ich habe mich schon lange nicht mehr von einem Roman so gefesselt und begeistert gefühlt wie von diesem, den zweiten Band im nächsten Frühjahr kann ich auf jeden Fall kaum erwarten! Ich vergebe 5 Sterne.
Miriam Thiel (16) :: Jugend-Redaktion Buecherkinder.de

Themen: Spannung