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Geschichte für einen Augenblick von Ozeki, Ruth, Junge Literatur, Aus dem Leben, Erwachsenwerden

Geschichte für einen Augenblick

Ozeki, Ruth

Übersetzung: Schnettler, Tobias

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2014

Verlag: S. Fischer

Empfohlen ab: Junge Erwachsene

ISBN: 9783100552204

Inhalt

»Hallo! Ich heiße Nao, und ich bin ein Zeitwesen. Weißt du, was ein Zeitwesen ist? Wenn du einen Moment hast, erzähl ich es dir.« So beginnt das Tagebuch des japanischen Teenagers Nao, das eines Tages am Strand einer kanadischen Pazifikinsel angespült wird. Nao schreibt von Einsamkeit und Mobbing, vom depressiven Vater, von ihrer schillernden Urgroßmutter Jiko und den Geheimnissen des Zen. Die Autorin Ruth, die das Tagebuch gefunden hat, ist bald wie gebannt von Naos Notizen und beginnt zugleich um ihr Leben zu fürchten – hat Nao letztlich Selbstmord begangen? Ist sie im Tsunami gestorben? Die Suche nach Antworten gerät für Ruth zu einer magischen Reise durch die Gegenwart, die am Ende auch den Blick auf ihr eigenes Leben verwandelt.

Bewertung

Der Roman "Geschichte für einen Augenblick" von Ruth Ozeki handelt von einer Autorin namens Ruth, die am Strand das wasserdicht verschloßene Tagebuch von Naoko Yasutani findet, einem japanischen Schulmädchen, die vom Silicon Valley nach Japan umgezogen ist, weil ihrem Vater gekündigt wurde. Dass ihr Leben sich in Japan radikal ändern würde, bemerkte sie erst später. SIe wurde in der Schule ausgegrenzt und schikaniert, von ihren Mitschülern, sogar von ihrem Lehrer.


Es gibt zwei Geschichtsfäden, den von Ruth und den von Nao, Ruth lebt mit ihrem Freund Oliver auf einer Insel, die Beiden lesen das Tagebuch, genauer gesagt Ruth liest das Tagebuch Oliver vor.


Ich habe angefangen zu lesen, nur um das Buch nach den ersten achtzig Seiten wieder aus der Hand zu legen, um das Gelesene erstmal zu verdauen. Solche Pausen musste ich immer wieder machen, um nachzudenken, denn das wird schon alles ziemlich krass. Ich persönlich habe, ehrlich gesagt, lieber Nao´s Geschichte gelesen, weil ich sie spannender fand, und wenn man ihr Tagebuch liest, kommen einen seine eigenen Probleme so klein und unbedeutend vor, auch wenn einen die eigenen Probleme einen förmlich verschlingen. Und so ähnlich ist es auch bei den Problemen von Ruth, die man mitbekommt: Man nimmt sie einfach als unwichtig war.


Das Buch ist mit Humor geschrieben, ein wenig verrückt, aber es gibt auch Stellen, wo man schmunzelt, aber eigenlich begleitet man mit Ruth und Oliver Nao durch die Hölle. Mir hat das Buch sehr gefallen, aber ich kann keine Gruppe benennen, für die dieses Buch geeignet wäre, eben weil dieses Buch so speziell ist. Wer auch immer dieses sehr philosophisches Werk sich anschafft, dem wünsche ich viel Vergnügen beim Lesen. Ich vergebe 5 Sterne.

 

David Müller (15) :: Kinder- und Jugendredaktion Buecherkinder.de

Themen: Erwachsenwerden