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GlücksStadt von Steinhöfel, Andreas, Bilderbücher, Zum Vorlesen, Außergewöhnliches

GlücksStadt

Steinhöfel, Andreas / Wilharm, Sabine

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2013

Verlag: Aladin

Empfohlen ab: 4 Jahre

ISBN: 9783848900466

Inhalt

Wenn die Teekanne gepackt und startklar gemacht ist, kann die Reise losgehen. Lena bekommt Postkarten und erfährt, wo der verrückte Posseck wohnt und Katzen leben, die entfernt an japanische Winke-Katzen erinnern, wie Marabus marschieren und Eichhörnchen bügeln, wo Hans im Glück mit Dutzenden von Schweinen unterwegs ist und endlich der Monddieb gefunden wird: Peterchen war´s. Und auf Lenas letzter Karte steht: »Das Leben ist eine große Reise, und die Zukunft blüht uns rosig«.

Bewertung

Lena bekommt von K. Postkarten, die sich auf eine verrückte und aufregende Reise in die Glücksstadt gemacht hat. In einer Teekanne schwebend, berichtet K. von dem einengenden Gefühl ihres Heimatorts und ihrer Sehnsucht nach Träumen. Ansatzweise wird der verrückte Posseck und sein schweres Schicksal skizziert. Bruchstückhaft schildert K. die sonderbaren Wesen und Sinnbilder des Glücks, wie z.B. die japanische Winke-Katze, das vierblättrige Kleeblatt oder die rosigen Glücksschweine.
Doch was ist Glück überhaupt? K. kommt letztlich zu dem Entschluss, dass das Leben eine große Reise ist und die Zukunft uns grundsätzlich rosig blüht, auch wenn nichts für immer ist.
Dieses philosophische Bilderbuch ist ein Erwachsenenbuch mit vielen tiefgründigen Einsprengseln, die den Leser zum Nachdenken bringen. Als Textform wurden ausschließlich Postkartentexte berücksichtigt, sodass der Leser weder von der namenlosen Absenderin, noch von der Empfängerin nähere Informationen erhält. Es ist eine Aneinanderreihung von Briefen, die während der Reise in die Glücksstadt geschrieben werden. In dieser Entwicklung, kann der Leser eine Wandlung im Gemüt der Absenderin wahrnehmen. Von der anfänglichen Unruhe und den symbolisch ausgestreckten Fühlern, kommt recht bald die Erkenntnis: “Und ohne es zu bemerken, war ich am glücklichsten immer dann, während ich suchte.” Die Briefe sind gespickt mit verschachtelten Sätzen, die sehr gut die innere Zerrissenheit der Protagonisten verdeutlichen. Wortneuschöpfungen wie “Dottergelbigkeit” und die Einbindung vom anspruchsvollen Wortmaterial wie “behäbig” oder “Quertreiber” erschweren das Verständnis erheblich für jüngere Leser. Durch das fast vollständige Fehlen des Kontextes, ist eine breite Interpretationsebene gegeben.
Die Illustrationen von Sabine Wilharm laden in diese durcheinander gewirbelte Fantasiewelt ein. Es ist eindeutig eine chaotische Unruhe und gleichzeitig aber auch Neugierde zu erkennen. Allen Bildern wohnt jedoch ein Zauber inne, der die Symbolhaftigkeit des Glücks streichelt.
Viktoria Gerber :: Redaktion Buecherkinder.de

Themen: Außergewöhnliches