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Gods and Warriors von Paver, Michelle, Kinderbücher, Kinderliteratur, Märchen & Fantasie

Gods and Warriors

Die Insel der Heiligen Toten, Bd. 1

Paver, Michelle

Übersetzung: Jung, Gerald , Reinhardus, Sabine

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2014

Verlag: cbj

Empfohlen ab: 10 Jahre

ISBN: 9783570157046

Inhalt

Der 12-jährige Ziegenhirt Hylas weiß nicht, wie ihm geschieht, als ihn in den Bergen plötzlich mysteriöse Krieger angreifen – albtraumhafte Gestalten in Rüstungen aus schwarzem Leder, umgeben von einem Dickicht aus Speeren, die Gesichter mit Asche beschmiert. Diese schwarzen Krieger wollen Hylas töten. Er weiß nicht, warum, aber er muss entkommen. Und so beginnt seine Reise über Land und Meer. Seine einzigen Verbündeten sind Pirra, die rebellische Tochter einer Hohepriesterin, und ein Delfin namens Filos. Aber die schwarzen Krieger sind erbarmungslos. Doch warum nur jagen sie Hylas ... und wie soll er überleben?

Bewertung

Das Buch spielt im früheren Griechenland zur Bronzezeit, die ca. 3.000 Jahre zurückliegt. Eine der Hauptpersonen des Buchs ist der zwölfjährige Ziegenhirt Hylas. Hylas ist ein Waisenjunge, der mit seiner Schwester Issi in den Bergen lebt und sich alleine durchschlagen muss. Er ist ein „Fremdling“, sieht also anders aus als die Dorfbewohner, er darf das Dorf nicht einmal betreten und wird von ihnen schlecht behandelt. Eines Tages werden seine Schwester und er von „Krähen“, räuberischen Kriegern, die aufgrund ihrer Rüstung an Krähen erinnern, überfallen. Hylas wird verletzt, kann sich aber in einer Schlucht verstecken und entkommen. Issi, seine Schwester, kann fliehen, ob sie überlebt, bleibt unklar. Es beginnt für Hylas eine furchtbare Flucht, er kämpft ums Überleben und als er sich in einem Sterbehaus versteckt, schenkt ihm ein dort sterbender Sklave von der Insel Keftiu einen wertvollen Dolch. Später stellt sich heraus, dass der Dolch eine sehr wichtige Rolle für die „Krähenkrieger“ spielt.

Hylas verspricht dem Sterbenden, eine seiner Locken ins Meer zu werfen, damit sein Geist bei seinen Vorfahren sein kann. Hylas gelingt es in letzter Sekunde, mit einem gestohlenen Boot über das Meer zu fliehen, gerät dort in einen Sturm, wird fast von einem Hai gefressen und erreicht entkräftet eine Insel. Während des Haiangriffs hat ihm ein Delfin geholfen, die Delfine galten damals als heilige Tiere und fortan werden der Delfin und Hylas Freunde.

 

Ein Teil der Geschichte wird nun aus der Perspektive des Delfins erzählt. Das Schicksal von Hylas wird auf der Insel verknüpft mit dem des Mädchens Pirra. Pirra ist die Tochter einer wichtigen Hohepriesterin aus Keftiu. Weil ihre strenge Mutter sie gegen ihren Willen mit Telamon, dem Sohn des lykonischen Stammesfürsten, verheiraten will, flieht Pirra und landet auf derselben Insel wie Hylas. Beide mögen sich zunächst gar nicht. Hylas hält die gebildete Pirra für nichtsnutzig, weil sie nicht jagen kann und ungeschickt ist. Pirra traut dem verwilderten Hylas nicht über den Weg. Beide gewöhnen sich aneinander und retten erst gemeinsam den Delfin, der durch die Ebbe an Land getrieben worden war. Im weiteren Verlauf retten sie sich gegenseitig das Leben…

 

Das Buch hat mir sehr gut gefallen, weil es sehr spannend ist. Es ist allerdings sehr brutal, teilweise auch etwas ekelhaft bzw. gruselig (z. B. isst Hylas aus Verzweiflung eine Schildkröte roh oder Pirra landet in einem Grab mit Toten). Das Buch ist sehr schwer zu lesen, der Schreibstil ist teilweise kompliziert. Es wird viel von abergläubischen Ritualen berichtet: von Göttinnen, dem Erderschütterer, den erzürnten Geistern. Meistens sind diese Beschreibungen sehr kompliziert, so dass es teilweise schwierig ist, der Handlung noch zu folgen. Insofern ist das Buch etwas für sehr geübte Leser oder für etwas ältere als Zehnjährige. Das Buch ist also nichts, was man mal schnell durchliest, aber wenn man sich die Mühe macht, wird man mit einer wirklich spannenden, fesselnden Geschichte belohnt!


Leonard Rein (10) :: Kinder- und Jugendredaktion Buecherkinder.de

Themen: Märchen & Fantasie