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Haifische kommen nicht an Land von Bruder, Karin, Kinderbücher, Kinderliteratur, Abenteuer, Alltag & Familie, Ferne Länder

Haifische kommen nicht an Land

Bruder, Karin

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2015

Verlag: Peter Hammer Verlag

Empfohlen ab: 10 Jahre

ISBN: 9783779505136

Inhalt

Joaquín ist zwölf und ziemlich pfiffig, aber in der Schule war er nie. Er hätte auch gar keine Zeit dazu wegen seiner vielen Jobs. Er arbeitet als Kaffeepflücker, Mangoverkäufer und Friedhofsgärtner, und ohne sein Geld käme die Familie kaum über die Runden. Joaquín lebt auf Ometepe, einer Insel im Nicaraguasee. Das Ufer ist sein Tellerrand, über den er nie hinaus geblickt hat. So sagt das jedenfalls Rosa, dieses Mädchen aus Deutschland, das er auf einigermaßen abenteuerliche Weise kennengelernt hat.

Rosa hat schon die ganze Welt bereist, sie hat Geldscheine in den Hosentaschen, sehr blonde Haare und Augen so hell wie ein See. Joaquín ist fasziniert - auch von der Aussicht, ein bisschen von Rosa zu profitieren. So ergattert er einen Traumjob bei ihrem Vater, der als Ethnologe das Leben auf der Insel erforscht und Interviews gegen Bezahlung führt. Joaquín steht begeistert Rede und Antwort, und im Überschwang erfindet er auch ein bisschen was dazu. Bis Antonio, der Sohn des Hoteliers, ihn bei Rosa anschwärzt. Tief gekränkt von den Zweifeln an seiner Rechtschaffenheit, will er nur noch weg von Ometepe! Joaquín büxt aus und macht Erfahrungen, die sein Leben verändern.

Bewertung

In dem Buch „Haifische kommen nicht an Land“ geht es um den 14-jährigen Joaquín. Joaquín lebt am Nicaraguasee und ist extrem arm. Sein Vater ist tot und er muss über Gelegenheitsarbeiten Geld verdienen, damit seine Mutter, Oma und Schwestern nicht verhungern. Eines Tages, er hat den ganzen Tag ein Grab ausgehoben und hofft auf eine Belohnung, verletzt er sich am Knie. Seine Freunde lassen ihn in dieser Situation allein und während er den weiten Weg nach Hause humpelt, hält ein Auto an. In dem Auto sitzen zwei „Gringos“, der Deutsche Peter und seine Tochter Rosa. Peter schreibt an seiner Doktorarbeit und interviewt hierfür die nicaraguanischen Landarbeiter. Beide bringen Joaquín fast gegen seinen Willen in ein Krankenhaus, in dem er verarztet wird. Von dem Tag an wird für Joaquín alles anders. Zum einen kann er für Peter gegen Geld arbeiten, dabei handelt es sich um eine sehr einfache Arbeit, bei der Joaquín Peters Fragen beantwortet. Zum anderen wird Joaquín durch die Gespräche mit Rosa klar, wie aussichtslos sein eigenes Leben ist, ohne Lesen und Schreiben zu können. Er wird sein Leben lang Gelegenheitsarbeiter bleiben, in Armut und ständigem Hunger.

Mit viel Glück wendet sich das Blatt ganz zum Schluss noch für Joaquín.

 

Das Buch hat mir mittelmäßig gefallen. Es ist völlig anders als die spannenden Geschichten, die ich normalerweise lese. Bei „Haifische kommen nicht an Land“ geht es um eine sehr traurige Geschichte über Arm und Reich, die ungerechte Verteilung des Wohlstands auf der Welt. Es wird sehr ausführlich beschrieben, was die Armut für Joaquín und seine Familie bedeutet: Immer Hunger haben, schwere körperliche Arbeit, keine Aussicht auf ein besseres Leben. Das ist ganz schön traurig und teilweise auch deprimierend.

Insgesamt ist das Buch schon interessant, einen Einblick über das Leben in Nicaragua zu bekommen, fand ich super. Auch hat mir gefallen, wie sehr Joaquíns Familie zusammenhält und alle füreinander eintreten. Alles in allem ist das Buch aber nicht sehr leicht zu verkraften, weil es sehr düster ist: Es geht um Ungerechtigkeit, Abhängigkeit, Gewalt, Straßenkinder, Elend und Hunger…

Wen das Thema nicht abschreckt, wird das Buch sicher sehr gut gefallen! Ich vergebe 3 von 5 Sternen.


Leonard Rein (10) :: Kinder- und Jugendredaktion Buecherkinder.de

Themen: Abenteuer, Alltag & Familie, Ferne Länder