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Hexengesicht von Schulz, Heike, Jugendbücher, Fantasy, Grusel

Hexengesicht

Schulz, Heike

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2012

Verlag: Schwarzkopf und Schwarzkopf

Empfohlen ab: 13 Jahre

ISBN: 9783862651818

Inhalt

So hat sich Josephine die Klassenfahrt nicht vorgestellt. Nicht nur, dass sie sich mit der Esoterikerin Tamara ein Zimmer teilen muss, auch das Kaff, in das sie die Reise geführt hat, ist total öde. Wer will es ihr da verübeln, dass sie sich während einer Besichtigungstour lieber verdrückt? Auch Tamara treibt etwas dazu, sich während des Rundganges abzusetzen.
Seltsamerweise begegnen sich die beiden Mädchen vor einem Gemälde in einer kleinen Kirche. Fasziniert ­betrachten sie das geheimnisvolle Bild – bis ihnen die Porträtierte plötzlich den Blick zuwendet.
Josephine tut das Ereignis als Sinnestäuschung ab. Doch Tamara lässt sich nicht so leicht beruhigen. Schon gar nicht, als sie erfährt, dass die unheimliche Frau vor Hunderten von Jahren als Hexe angeklagt und gefoltert wurde. Was will sie nur von den beiden Mädchen?
Gemeinsam beschließen Tamara und Josephine, der Sache nachzu­gehen. Doch als sie die Kirche erneut aufsuchen, ist das magische Gemälde verschwunden. Dafür dringt nun ein Wimmern durch das Gemäuer ...

Bewertung

Achtung Spoiler!
Dieser Debütroman „Hexengesicht“ von Heike Schulz erzählt die Geschichte von zwei jungen Mädchen, die verschiedener nicht hätten sein können. Tamara, die gern wallende Kleider trägt und sich mit Heilkunst und Seelenwanderung auskennt, und Jo, das Mitglied einer angesehenen Mädchenclique, die durch und durch gestylt ist. Sie leben in zwei verschiedenen Welten und geraten auf Klassenfahrt in einen kleinen Ort in Mecklenburg-Vorpommern in einem alten Herrenhaus mitten hinein in historische bedrohliche Geschehnisse zu Zeiten der Hexenverfolgung und –verbrennung. Die zwei Protagonisten Tamara und Jo stoßen auf ein scheußliches Verbrechen in der Vergangenheit und müssen sich der Sache stellen, um Ruhe zu finden.
Sehr bewegend und teilweise auch recht gruslig waren jene beschriebene Szenen, als Tamaras Seele in die Vergangenheit abdriftete und sie das Ende von Friederikes Leben (der Frau auf dem Gemälde) miterleben musste. Es war sehr glaubwürdig und detailgetreu beschrieben, so dass ich mich beim Lesen sehr gut in die damalige Zeit versetzt fühlte und mit Friederike mit litt.
Trotz der verschiedenen Charaktere, die sich im Laufe der Handlung immer mehr entwickelten und einander annäherten, entwickelte sich eine Freundschaft zwischen den zwei Protagonisten, die ich begrüßte.
Die Handlung um Tamara und Jo folgt durch das ganze Buch einem roten Faden wie auch der Ergründung des geheimnisvollen Gemäldes. Gebannt und neugierig verfolgte ich die Geschichte, fieberte und rätselte mit den Hauptcharakteren mit und begann mich immer mehr in die Vergangenheit wie auch in Tamara hineinzuversetzen, was mir durch den beschreibenden detaillierten Schreibstil der Autorin sehr gut gelang.
Das Buchcover ist eine wirkliche Augenweide. Die Fotografie einer jungen Frau mit gesenktem Blick von conrado/shutterstock.com wie auch die goldene Schrift und die samtene Beschichtung machen dieses Werk schon optisch zu etwas Einmaligem. Ich liebe es, über dieses Buch zu streichen und seine samtig weiche Oberfläche zu genießen.
Auch die kleinen „blutigen“ Dekoelemente wie auch die hexenartigen Kapitelunterteilungen heben den Grundgedanken der Geschichte der Autorin Heike Schulz optisch sehr gut hervor.
Dieses Buch ist eine wundervolle und sehr anschauliche Geschichte über die Macht von Freundschaft und Gerechtigkeit und insbesondere darüber, wie gefährlich Vorurteile sein können. Ich hoffe, noch weitere spannende Geschichten von der Autorin Heike Schulz in Zukunft lesen zu können!
Von mir bekommt dieses Buch 4 Sterne für seine Geschichte mit spannendem historischen Hintergrund wie auch für sein einmalig samtiges Cover.
Alexondra Lehmann :: Redaktion Buecherkinder.de

Themen: Grusel