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Ich bin Jan und stinknormal von Vereecken, Kathleen, Kinderbücher, Vorlesen, Alltag & Familie, Anders sein

Ich bin Jan und stinknormal

Vereecken, Kathleen / Mouton, Eva

Übersetzung: Blatnik, Meike

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2016

Verlag: Gerstenberg

Empfohlen ab: 5 Jahre

ISBN: 9783836958738

Inhalt

Jan ist neun und stinknormal. Sein Vater rennt schneller als der Wind, seine Mutter spielt so schön Geige, dass alle verstummen, und Schwester Helene ist ein Rechengenie. Jan wäre zu gerne auch besonders, aber was er auch versucht, es klappt nicht so recht. Zum Glück weiß seine Freundin Nina mit den roten Locken Rat: Zusammen kaufen sie das Guinness-Buch und sehen verschiedenen Leuten beim Aufstellen von Rekorden zu. Schon merkwürdig, was die sich so alles einfallen lassen, um anders zu sein … ...

Als sich den Kindern schließlich die Chance bietet, selbst ins Guinness-Buch zu kommen, lehnt Jan zu Ninas großer Überraschung ab: „Jeder will etwas Besonderes. Jeder muss etwas Besonderes tun. Und ich nicht. Nicht mehr. Wenn das nicht besonders ist!“

Bewertung

Jan ist neun und stinknormal. Was gar nicht so leicht zu verkraften ist, wenn man eine hochbegabte Schwester hat, die Mutter meisterhaft Geige spielt und der Vater schneller läuft als der Wind. Deshalb will Jan auch um jeden Preis etwas Besonderes werden, und seine Freundin Nina von nebenan hat schon eine Idee: Im Guinness-Buch der Rekorde finden sich doch sicherlich ein paar Anregungen ...

Doch obwohl die beiden unzähligen Leuten zusehen, die sich an neuen Rekorden versuchen, fällt Jan nichts ein. Stattdessen fällt ihm etwas auf – nämlich, dass all diese Rekordjäger regelrecht krampfhaft an die Sache herangehen und oft vollkommen schräge und richtig doofe Dinge tun, nur um etwas Besonderes zu sein ... Ob Jan das eigentlich will? Überhaupt: Wenn alle Rekorde brechen wollen – ist es dann nicht etwas Besonderes, da gerade nicht mitzumachen?

 

Lustig und herzerfrischend mit fröhlichen Illustrationen möchte die Geschichte sein – doch der Humor fällt flach, und auch die Handlung enttäuscht auf ganzer Linie. Tatsächlich jagen hier zwei Kinder durch die Stadt und sehen Menschen zu, die Rekorde im Rülpsen oder Furzen aufstellen und ganz grundsätzlich als alberne Idioten porträtiert werden, und auch die Pointe am Ende nimmt man der Erzählung kaum ab. Dem Inhalt entsprechend sind auch die Illustrationen oft eher grob – wer an derart rüdem körperlichem Humor seine Freude hat, mag das zunächst lustig finden, wird aber über die Länge des Textes auch eher desillusioniert werden. Dass daneben noch der demente Urgroßvater und alte Menschen im Allgemeinen verunglimpft werden – ja, natürlich mit einem Augenzwinkern, aber zum Sympathiepotential der kindlichen Protagonisten trägt es nicht unbedingt bei – und auch Jans Familie, die ihn ignoriert, nichts dazulernt, befremdet weiterhin. Gelungene, warmherzige Kinderlektüre sieht anders aus.

 

Fabienne Pfeiffer :: Redaktion Buecherkinder.de

Themen: Alltag & Familie, Anders sein