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Ich bin die, die niemand sieht von Berry, Julie, Jugendbücher, Krimi & Thriller, Spannung

Ich bin die, die niemand sieht

Berry, Julie

Übersetzung: Singh, Stephanie

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2013

Verlag: cbj

Empfohlen ab: 12 Jahre

ISBN: 9783570402092

Inhalt

An dem Tag, an dem ihre beste Freundin ermordet aufgefunden wurde, verschwand Judith. Jahre später kehrt sie plötzlich zurück. Stumm. Eine grausame Tat raubte ihr die Stimme. Niemand weiß, wo sie die letzten Jahre gewesen und was mit ihr geschehen ist. Sie lebt als Außenseiterin in ihrer kleinen Gemeinde. Ihre eigene Mutter kann ihr nicht in die Augen sehen und ihre große Liebe Lucas soll eine andere heiraten. Aber als ihr Dorf und die Menschen, die sie liebt, bedroht werden, muss sie ihr Schweigen brechen und ihr Geheimnis lüften. Denn nur wenn sie die Wahrheit über die schrecklichen Ereignisse in der Vergangenheit offenbart, wird sie ihr Dorf und ihre große Liebe retten können.

Bewertung

Zuerst ist mir das Cover aufgefallen: Die gelben Blätter, das Mädchen, dass auf dem Boden liegt und dann hat mich der Titel begeistert: „Ich bin die, die niemand sieht.“ Ich wollte sofort wissen, warum sie niemand sieht, was geschehen ist und ob das Mädchen doch noch gesehen wird.
Eine gute Ausgangsvoraussetzung, vor allem weil ich auch weiß, dass CBJ manchmal richtig spannende Bücher im Taschenbuchformat herausgibt, die zu wenig Beachtung finden.
In Julie Berrys Roman geht es um Wahrheit und Lüge. Um die Wahl viele Leben zu ändern, eines zu verletzten und das eigene vor Angst zu erstarren lassen. Judith verschwand als ihre beste Freundin getötet wurde. Nach Jahren kommt sie wieder und niemand fragt warum, denn Judith hat keine Stimme mehr. Von nun an ist sie „die Verrückte“. Niemand achtet auf sie, aber Judith hört alles und kann nur nicht weitersagen. Als etwas Fürchterliches ihr Dorf bedroht, steht sie vor einer Entscheidung: Wird sie ihr Geheimnis verraten und das Dorf retten oder will sie lieber weiter schweigen wie ein Grab?
Das schöne an dem Roman ist, dass er sich brutaler anhört, als er tatsächlich ist. Zwar gibt es tatsächlich einen Mord und Judith Entführung, aber wirklich brutal ist das Buch deswegen nicht. Es ist eine schreckliche Geschichte, aber die tolle wäldliche Kulisse, trägt dazu bei, dass es kein Krimi oder Thriller wird. Judith nämlich lebt zu einer Zeit in einem Dorf, wo Mädchen noch Männern angetraut werden, der Pfarrer der schlauste Mann im Ort ist, und noch mit Büchsen geschossen wird. Die genaue Zeitangabe wird zwar nie genannt, aber ich mochte es in einer Zeit in Amerika zuhause zu sein, die schon lange vorbei ist.
Judiths Leben ist schnell zu lesen, denn die Kapitel sind immer sehr kurz und bringen nur das Wesentliche an den Leser. Was mich etwas gestört hat, ist die Kapitel Zählung, die in römischen Ziffern gehalten war. Und wenn es spannende wurde, hätte auch die Kapitel etwas länger sein können, damit ich einen besseren Lesefluss habe. Aber für Lesemuffel sind die kurzen Kapitel gut geeignet.
Als die Wahrheit ans Licht kommt, bin ich recht geschockt. Das Dorf reagiert für mich sehr eigenartig, aber ich freue mich mit Judith. Es gibt auch eine Liebesgeschichte, die aber nicht zu dick aufträgt. Es hält sich die Waage: spannender Roman und Liebesgeschichte.
Ich würde dem Buch 4 Sterne geben. Es ist eine nette, schnelle Lektüre mit einer guten Idee. Ideal für zwischendurch wegen den kurzen Kapiteln und schnell zu lesen, da Julie Berry wirklich kurze, knappe Sätze mit Leben füllen kann.
Franziska Huhnke für Buecherkinder.de

Themen: Spannung