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Ich geh doch nicht mit jedem mit! von Geisler, Dagmar, Bilderbücher, Zum Vorlesen, Mut & Selbstvertrauen

Ich geh doch nicht mit jedem mit!

Geisler, Dagmar

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2009

Verlag: Loewe

Empfohlen ab: 4 Jahre

ISBN: 9783785562390

Inhalt

Lu wartet darauf, endlich abgeholt zu werden. Ganz allein steht sie auf der Straße. Da kommt Frau Schmidt vorbei. "Hallo, Lu! Komm mit, ich bringe dich nach Hause." Frau Schmidt wohnt in der gleichen Gegend wie Lu. Aber wie heißt sie eigentlich mit Vornamen? Und sind ihre roten Haare echt oder bloß gefärbt? Das alles weiß Lu nicht. "Ich kenn dich nicht, ich geh nicht mit!", sagt sie. "Und außerdem hat Mama gesagt, dass ich warten soll."

Bewertung

Nur ein Zehntel aller Missbrauchsfälle gegen Kinder geschieht durch Fremde. Auch in einigen Bilderbüchern wird der vermeintlich Böse oft als dunkler Fremder dargestellt. Oder aber es ist der nette Nachbar von nebenan, der sich eigenartig verhält, und dem kleinen Zuhörer womöglich Angst vor Vertrautem macht ...
Doch wie soll man diese schwierige Gratwanderung zwischen gesundem Vertrauen und ebenso wichtigem Misstrauen schaffen? Dagmar Geisler macht es in ihrem absolut gelungenem Buch vor!
Bevor wir in die eigentliche Geschichte eintauchen, finden wir auf der ersten Innenseite "Lus Liste". Lu ist die Hauptperson in Geislers Geschichte und auf ihrer Liste stehen Personen, mit denen sie mitgehen darf, ohne vorher Mama und Papa zu fragen. An eben diese Liste hält sich Lu als im Laufe der Geschichte viele bekannte und auch weniger bekannte Personen anbieten sie nach Hause zu bringen. Mit den Worten "Ich kenn dich nicht, ich geh nicht mit!" bezieht sie selbstbewusst Position. Jedoch nicht, ohne sich vorher ausreichend Gedanken zu machen, was sie über die jeweilige Person weiß oder eben auch nicht. Ihre oft sehr lustigen Überlegungen werden in kleinen Kästchen dargestellt.
Eine "dramatische" Wende erfährt die Geschichte dann doch noch, als Lu ohne Zögern mit einem furchterregenden Punk mitgeht. Doch die kleinen Kästchen klären uns auf: Es ist Lus Bruder, er steht auf der Liste und von ihm weiß Lu sogar die größten Geheimnisse.
Abschließend findet sich noch eine Liste, die die Kinder mit ihren Eltern ausfüllen können, sowie Internetadressen von Informations- und Beratungsstellen.
Für mich ist Lus Geschichte das zur Zeit überzeugendste Buch zum Thema Selbstbehauptung und Schutz vor Missbrauch. Die Geschichte schürt keine Ängste, räumt mit Vorurteilen auf, bietet Gesprächsanlässe und Lösungen und - für ein Bilderbuch nicht minder wichtig - lässt sich gut vorlesen und ist ebenso schön anzuschauen. Ich empfehle es wärmstens weiter.
Stefanie Leo - Redaktion Buecherkinder.de

Themen: Mut & Selbstvertrauen