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Ich hab jetzt die gleiche Frisur wie Opa von Feldhaus, Kathrin / Mehring-Fuchs, Margharethe (Hg.), Junge Literatur, Aus dem Leben, Krankheit

Ich hab jetzt die gleiche Frisur wie Opa

Wie kranke Kinder und Jugendliche das Leben sehen

Feldhaus, Kathrin , Mehring-Fuchs, Margharethe (Hg.)

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2014

Verlag: Patmos

Empfohlen ab: 15 Jahre

ISBN: 9783843604963

Inhalt

»Mein größter Wunsch ist, in die Schule zu gehen und zwei Stunden Matheunterricht zu haben. Das ist doch komisch, dass ich mich jetzt nach Dingen sehne, die ich vorher Scheiße fand.« Sevval ist 16 und schwer krank, wie alle Kinder und Jugendlichen, die in diesem besonderen Buch zu Wort kommen. In vielem sind sie natürlich auch ganz normale Kinder und Teenager. Doch ihre Krankheit und das Leben in einer Art Parallelwelt machen sie zu kleinen und großen Lebensmeistern, die mit Realismus, Fantasie und Humor über das Leben nachdenken, mit allem, was dazugehört: die Frage nach dem Sinn, Hoffnungen und Zweifel, Gedanken über Gott und Geister, Partys im Himmel, besondere Glücksmomente – oder wie das ist, mit elf Jahren die gleiche Frisur wie der eigene Opa zu haben ...

Bewertung

39 Kinder und Jugendliche, alle mit der gleichen Bedrohung: Sie sind schwer krank. Haben Leukämie, einen Knochentumor, Darmkrebs, Nieren- und Lebertransplantationen, Sichelzellanämie ...
Doch jeder von ihnen geht mit der Krankheit anders um. Die einen glauben, dass sie noch lange leben, sind optimistisch, andere wollen nur noch sterben. Jeder denkt anders über die Zeit nach dem Leben. Die einen rechnen mit einer Wiedergeburt, andere meinen sie werden zum Geist, schlafen für immer oder kommen in den in Klassen unterteilten Himmel oder gar die Hölle. Die Kinder und Jugendlichen verschiedener Kulturen geben in „Ich habe jetzt die gleiche Frisur wie Opa“ Einblicke in ihr Leben mit der Krankheit, malen Bilder, schreiben aus der Vergangenheit, über ihre Zukunft oder ihren momentanen Stand, ihre Gefühle, ihr Befinden.
So denkt der elfjährige Paul sehr positiv darüber. Er glaubt an seine Heilung, hofft, dass seine Glücksfee bald aus dem Urlaub zurückkommt. Auch die zehnjährige Faye glaubt nicht, dass sie der Krankheit erliegt, war optimistisch, ist jedoch mittlerweile verstorben, wie einige der Kinder, die in diesem Buch mitgewirkt haben. Manche machen sich auch einen Spaß aus der Krankheit, so zum Beispiel die 20-jährige Melten: Sie witzelt humorvoll darüber, dass sie und ihre Schwester einen dicken Bauch bekommen. Bei ihrer Schwester wächst das Baby, bei ihr der Tumor.
Bei all diesen jungen Menschen wurde der normale Alltag zum Traum. Denn sie leben nur noch nach ihrer Krankheit. Damit zeigt das Buch allen „Normalen“ wie gut es ihnen geht, macht aber gleichzeitig denen Mut, die das gleiche Schicksaal teilen. Dann am Ende schreiben geheilte Teenager über ihr Leben in Gesundheit.
Bei jeder Person ist ein kleiner Steckbrief abgedruckt, sowie eine Erklärung zu der jeweiligen Krankheit. Im Buch befindet sich außerdem eine CD mit einigen Sätzen der kranken Kinder gesprochen von gesunden Kindern. Von mir bekommt das Buch von Kathrin Geldhaus und Margarethe Mehring-Fuchs 5 Sterne für eine wirklich zu Tränen führende Schilderung über totkranke junge Menschen.
Lisa Fehr (16) :: Kinder- und Jugendredaktion Buecherkinder.de

Themen: Krankheit