Jugendbücher  >  Krimi & Thriller
Ich sehe was, was niemand sieht von O

Ich sehe was, was niemand sieht

O'Rourke, Tim

Übersetzung: Böhmert, Frank

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2015

Verlag: Chicken House

Empfohlen ab: 14 Jahre

ISBN: 9783551520746

Inhalt

Charley sieht Dinge, die sonst niemand sieht. Ihre Visionen sind wie Blitze, kurz und intensiv – ein Mädchen, Schreie, das Rattern eines Zugs. Charley ist felsenfest davon überzeugt, dass sie Verbrechen sieht, bevor sie geschehen. Niemand glaubt ihr, bis auf Tom. Der attraktive junge Police Officer bearbeitet gerade seinen ersten Fall: ein totes Mädchen, das auf Bahngleisen gefunden wurde.

Während die Polizei noch nach der Todesursache sucht, hat Charley wieder Visionen: ein anderes Mädchen, Schreie, das Rattern eines Zugs ...

Bewertung

Seit dem Tod ihrer Mutter hat Charley Visionen. Sie nennt sie ihre Blitze, weil sie kurz und intensiv und sehr stark sind. Niemand schenkt ihr Glauben, nicht einmal ihr Vater und so ist sie ziemlich allein mit ihrer Gabe, die für sie ein Fluch ist und sie von allen anderen ihres Alters isoliert. Ihre einzige Freundin Natalie ist vor kurzem erst Opfer eines Unfalls geworden.

Doch dann hat Charley Visionen von dem Mord an einem Mädchen. Sie sucht nach Hinweisen, ob dies wirklich geschehen ist, oder ob sie doch nur das Opfer von Hirngespinsten ist, wie ihr Vater immer meint. Dabei trifft sie auf Tom. Der nette Polizist ist der erste Mensch nach Natalie, der ihr zu glauben scheint. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach der Wahrheit, die für beide sehr gefährlich wird.

 

Das Cover des Buches finde ich sehr interessant. Es ist in den Farben schwarz und weiß gehalten, die so gegensätzlich sind wie gut und böse oder auch Wahrheit und Lüge. Nur der Name des Autors ist in blutroter Schrift gedruckt. Dieser Eindruck erzeugt bei mir Spannung, die der Klappentext noch unterstützt.

Die Protagonistin des Buches, Charley, ist ein sehr sympathisches Mädchen. Sie hat mir sehr leidgetan, da sie sehr allein ist und unter ihren Visionen leidet. Niemand glaubt ihr und ihre einzige Freundin ist tot.

Auch Tom finde ich sehr nett. Als einziger erkennt er, dass mehr hinter Charleys Visionen steckt und sie wird ihm zunehmend wichtiger. Ich finde es gut, wie der Autor auch über seine Empfindungen schreibt und den Konflikt, den er in sich austrägt.

Ich mag den Schreibstil von Tim O´Rourke und auch den Fantasy-Anteil in dem Roman. Die Spannung ist die ganze Zeit spürbar und auch die Gefühle kommen nicht zu kurz. Die Beschreibungen der Morde sind nicht so ausführlich, so dass ich die Altersempfehlung ab 14 Jahren für passend halte.

Das einzige, das mir an dem Roman nicht gefallen hat, ist, dass es für mich sehr schnell klar war, wer der Täter oder die Täterin ist. Das liegt zum Teil daran, dass die Anzahl der Personen, die als Täter infrage kommen, nicht sehr groß ist, aber auch an den vielen Hinweisen, die der Autor gibt. Natürlich wusste ich es nicht genau und habe trotzdem begeistert weitergelesen. Es hätte ja auch sein können, dass ich mich geirrt habe und ich wollte umbedingt wissen, wie alles ausgeht.

Die eigentliche Geschichte endet schon auf Seite 299. Danach gibt es noch eine Kurzgeschichte, aus der Zeit, in der Tom auf der Polizeischule war.

 

"Ich sehe was, was niemand sieht" hat mir sehr gefallen. Daran ist vor allem der hohe Spannungspegel schuld und, dass mir die Charaktere so gut gefallen haben. Ich würde den Roman jedem empfehlen, der Spannung liebt und auch mit ein wenig Fantasy in der Handlung klarkommt.

Ich vergebe 4 Sterne.

 

Hannah W. (14) :: Kinder- und Jugendredaktion Buecherkinder.de

Themen: Mystery, Spannung