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Ich war Hitlerjunge Salomon von Perel, Sally, Jugendbücher, Historie, Biografie , Deutsche Geschichte

Ich war Hitlerjunge Salomon

Perel, Sally

Übersetzung: Restorff, Brigitta

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2016

Verlag: Heyne

Empfohlen ab: 14 Jahre

ISBN: 9783453534834

Inhalt

Sally Perel ist sechzehn, als er 1941 von den Nazis gefangen genommen wird. Er ist Jude und schon seit Jahren auf der Flucht. Er weiß, dass er nur eine Chance hat: seine Papiere entsorgen und eine andere Identität annehmen. Der Mut der Verzweiflung macht aus ihm Jupp Perjell, das jüngste Mitglied der deutschen Wehrmacht. Ein Jahr lang lebt er mit den Soldaten an der Ostfront und unterstützt sie als Dolmetscher. Danach schickt man ihn nach Braunschweig, wo er bis Kriegsende inkognito in einem Internat der Hitlerjugend bleibt.


Sally Perels Autobiografie ist ein ebenso berührendes wie bemerkenswertes Dokument, das nichts von seiner Eindringlichkeit verloren hat.

Bewertung

 1941 wird aus Salomon "Sally" Perel Josef "Jupp" Perjell. Warum? Sally ist Jude und der Mut seiner Verzweiflung lässt ihn, als er von den Deutschen aufgegriffen wird, sich zu dem reindeutschen Jupp Perjell machen. Er wird an die Front geschickt und später auf ein Internat der Hitlerjugend in Braunschweig, welches nicht weit entfernt von seiner Heimatstadt Peine lag. Und die ganze Zeit über wahrt er jedoch seine falsche Identität.

 

Ein Jude, der unter Nazis, als Nazi verkleidet, lebt? So ein Klappentext macht mich natürlich neugierig, was auch daran liegt, dass ich die Kriegszeit und wie so ein Krieg überhaupt entstehen kann, sehr interessant finde. Über letzteres kann man auch sehr viel im Buch finden, vor allem, da Sally Perel dies als "verkleideter" Nazi natürlich viel mitbekam und somit auch viel davon erzählen konnte.

Durch dieses Buch bekommt man auch einen guten Eindruck darüber, wie es sein konnte, dass so viele Leute zu Hitler aufsahen und seiner Meinung waren, zumindestens vorübergehend.

Der Erzählstil aber war nicht wie bei einem "normalen" Buch und etwas hochgestochen, was auch daran liegt, dass der Autor nunmal nicht hauptberuflich Jugendbücher schreibt und dieses Buch schon alt ist (es ist Anfang der 90er-Jahre erschienen). Dies machte das Buch für mich schwerer zu lesen als einen normalen Krimi oder ein ähnliches Buch. Wenn man aber an Geschichten über den zweiten Weltkrieg und die Juden interessiert ist, sollte man dieses Buch unbedingt lesen, da es nochmal aus einer anderen Sichtweise geschrieben ist.

 

Emily Andresen (14) :: Kinder- und Jugendredaktion Buecherkinder.de

Themen: Biografie , Deutsche Geschichte