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Im Tal der roten Orchidee von Lehmann, Christine, Jugendbücher, Liebe, Abenteuer, Alltag & Familie, Liebe

Im Tal der roten Orchidee

Lehmann, Christine

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2014

Verlag: Planet Girl

Empfohlen ab: 13 Jahre

ISBN: 9783522504027

Inhalt

Als Isa mit ihrer Familie nach Kapstadt zieht, ist sie sicher: Hier will sie nicht lange bleiben. Doch plötzlich ist sie mitten drin im afrikanischen Leben. Mit dem attraktiven Südafrikaner Greg begibt sie sich auf eine abenteuerliche Reise durch den Busch – dabei kommen die beiden nicht nur einem dunklen Familiengeheimnis auf die Spur, sondern auch sich immer näher …

Bewertung

Isa ist 18. Geboren ist sie in Berlin. Dann lebte sie in London, Paris, Sankt Petersburg, München und jetzt soll sie schon wieder umziehen: Nach Kapstadt in Südafrika. Denn ihre Mutter arbeitet für Intermovie, sucht für die Filmagentur passende Umgebungen für die Drehs der Filme. Und egal wohin ihre Mutter muss, immer und überall hat Isa mit ihrer Schwester und ihrem Vater, der der Hausmann ist, zu folgen und sich umzugewöhnen. Doch Isa hat keine Lust mehr auf das ewig vorgegebene Leben, dass ihre Mutter für sie aussucht. Sie ist sich klar, dass sie nur ein Jahr in Kapstadt bleiben wird, notgedrungen. Dort wird sie ihr Abi machen und dann ihr eigenes Leben leben. In Deutschland. Dort will sie studieren, vermutlich in Berlin oder München. Doch erst einmal muss sie sich wieder umgewöhnen. Wieder ihre alten Freunde zurücklassen, ein neues Leben beginnen, wie schon so oft. Und das in einem Land, welches sie eigentlich rein gar nicht interessiert.

Sie lebt in einem gut bürgerlichen Haus, welches durch einen hohen Zaun von der Umgebung abgeschottet ist. Denn Kapstadt ist gefährlich. Die hohe Kriminalitätsrate lässt ihre Eltern vorsichtig sein. Dementsprechend bekommt sowohl sie, als auch ihre Schwester, einen ganzen Katalog mit Verboten vorgelegt. Doch Isa lässt sich nichts mehr verbieten, sie ist schließlich schon volljährig. Sie tut, als wüsste sie, was sie will, jedoch ist sie sich selbst nicht einmal sicher, wo ihre Heimat ist. Diese Frage stellt sie sich immer wieder. Und für ein Mädchen, dass immer wieder aus ihrem Leben gerissen wird, ist diese Frage schwer zu beantworten. Das einzige, dass sie mit ihrem Leben dauerhaft verbindet ist das Rudern. Denn das konnte sie fast überall. Und so kommt Isa auf eine Idee: Sie möchte einen Ruder-Achter aus benachteiligten Mädchen aus der Township aufstellen. Doch dies ist ein schwerer Weg. Und schon der Besuch in der Township könnte für Isa den Tod bedeuten. Denn eine weiße in diesem Gebiet wird, wie es heißt, vergewaltigt, beklaut, ermordet. Doch Isa lässt sich nicht so schnellt einschüchtern. Und dann lernt sie in ihrem Ruderclub auch noch den gutaussehenden Greg kennen, von dessen Persönlichkeit Isa jedoch nicht weiß, was sie halten soll. Doch dieser hat eine schreckliche Vergangenheit. Durch diese erfährt Isa viel über die südafrikanische Geschichte. Über Rassismus, Apartheid, Sklavere ...

Und dann wird der Hausangestellte von Isas Familie plötzlich des Mordes an Gregs Familie beschuldig ... Isa hat viel zu tun: Ihren Frauenachter trainieren, den Mordverdacht an ihrem Angestellten aufklären und nicht zuletzt ihre Gefühle für Greg in den Griff bekommen.

 

Christine Lehmann schreibt in „Im Tal der roten Orchidee“ über ein Mädchen, dass nach ihrem Zuhause und dem Sinn ihres Lebens sucht. Die Afrikanische Idylle ist sehr schön geschildert. Man kann sich die Umgebung sehr gut vorstellen, befindet sich beinahe selbst dort. Jedoch beinhaltet das Buch auch die düstere Vergangenheit und die immer noch schlechten Verhältnisse in den Townships. Die Geschichte Südafrikas wird dadurch sehr lebendig vermittelt. Auch das Leben der San, einer Art südafrikanischer Buschmenschen, wird in dem Buch angesprochen.

Lehmann schreibt spannend und lebensnah. Die Verzweiflung und die Unsicherheit von Isa werden sehr gut geschildert. Jedoch wird auch klar dargestellt, wie sehr sich die Teenagerin für benachteiligte Jugendliche einsetzt.

 

Die vielen kleinen Bestandteile und Inhalte des Buches mögen sich nun vermutlich etwas verwirrend anhören, sind in der Story jedoch sehr passend und gleitend miteinander verknüpft und in die Geschichte eingebunden. Das Cover passt sehr gut zur Story. Es zeigt im Hintergrund Elefanten, ein wohlbekanntes Symbol für Afrika, im Vordergrund die rote Orchidee, welche auf eine alte afrikanische Erzählung zurückgeht. Auch der Titel des Buches ist rot abgedruckt und verschnörkelt. Zudem ist auf dem Cover, sowie zu Beginn eines jeden Kapitels, ein Vogel zu sehen, dieser stellt vermutlich einen Kapgeier dar. Das Buch umfasst knapp 470 Seiten, die in 35 Kapitel gegliedert sind.

 

Ich empfehle das Buch an Jugendliche ab 15 Jahren, die etwas über Afrika erfahren möchten oder einfach gerne realistische Bücher über andere Länder lesen. Und vergebe 5 Sterne an ein einfach perfekt gelungenes Buch, dessen Story einen völlig in seinen Bann zieht. In den Bann eines wunderschönen Landes, das jedoch auch seine düsteren Seiten hat, sowie darüber, dass jeder einen Ort findet, an dem sein Herz zuhause ist.


Lisa Fehr (17) :: Kinder- und Jugendredaktion Buecherkinder.de

 

Themen: Abenteuer, Alltag & Familie, Liebe