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Infernale von Jordan, Sophie, Jugendbücher, Krimi & Thriller, Dystopie, Spannung

Infernale

Jordan, Sophie

Übersetzung: Brauns, Ulrike

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2016

Verlag: Loewe

Empfohlen ab: 14 Jahre

ISBN: 9783785581674

Inhalt

Von klein auf hörte ich Wörter wie begabt. Überdurchschnittlich. Begnadet.
Ich hatte all diese Wünsche, wollte etwas werden. Jemand.
Niemand sagte: Das geht nicht.
Niemand sagte: Mörderin.

 

Als Davy in einem DNA-Test positiv auf das Mördergen Homicidal Tendency Syndrome (HTS) getestet wird, bricht ihre heile Welt zusammen. Sie muss die Schule wechseln, ihre Beziehung scheitert, ihre Freunde fürchten sich vor ihr und ihre Eltern meiden sie. Aber sie kann nicht glauben, dass sie imstande sein soll, einen Menschen zu töten. Doch Verrat und Verstoß zwingen Davy zum Äußersten. Wird sie das werden, für das alle Welt sie hält und vor dem sie sich am meisten fürchtet – eine Mörderin?

Bewertung

Im Jahre 2021 sind schreckliche Gewalttaten an der Tagesordnung, weshalb alle Jugendlichen auf Homicidal Tendency Syndrome (HTS), das vermeintliche Mördergen getestet, werden. Menschen mit dem HTS-Gen sollen zu höherer Gewaltbereitschaft fähig sein und werden deshalb von ihren Mitmenschen gemieden und von der Gesellschaft ausgeschlossen.

Davina Hamilton spielt von klein auf Klavier, Geige, Gitarre und sang mit neun für den Gouverneur von Texas. Alle halten sie für ein Wunderkind. Doch dann wird bei ihr eben jenes potenzielle Mördergen diagnostiziert und ihr Leben gerät aus den Fugen. Sie wird aus ihrem Freundeskreis ausgestoßen und ihr Freund verlässt sie. Ab da an muss Davy lernen, wie es ist, von allen als Ausgestoßene behandelt zu werden.

 

Der Einstieg in die Geschichte war leicht, da man zuerst einmal Davys Familie und ihr Umfeld kennenlernt, bevor die Handlung ihren Lauf nimmt. Generell ist die erste Hälfte des Buches nicht sonderlich spannend, da es hauptsächlich um Davys Gefühle und ihren Umgang mit der neuen Situation geht. Natürlich gab es auch eine Liebesgeschichte, welche sich sehr vorausschaubar entwickelt, allerdings steht sie nicht sonderlich im Vordergrund. Am Ende jedes Kapitels erhält man jeweils kurze Berichte, E-Mails und ähnliches, wodurch die Spannung aufrecht erhalten wird.

In der zweiten Hälfte des Buches kommt es dann zu einer überraschenden Wendung und zu einem Schauplatzwechsel, was für Abwechslung sorgt.

 

Sophie Jordans Schreibstil ist sehr klar und schlicht, teilweise auch etwas jugendlich und umgangssprachlich, sodass die Handlung erschütternd realistisch ist. Die Autorin thematisiert in ihrem Buch schwierige Themen, wie etwa Gewalt unter Jugendlichen als auch philosophische Aspekte, beispielsweise, ob tatsächlich eine Veranlagung für Kriminalität existiert, oder ob man durch sein Umfeld negativ geprägt und beeinflusst wird. Aufgrund der etwas schwachen ersten Hälfte vergebe ich für diese sehr realitätsnahe und schrecklich authentische Dystopie "nur" 4 Sterne und empfehle sie Lesern ab etwa 14 Jahren.


Ellen Bartsch (14) :: Kinder- und Jugendredaktion Buecherkinder.de

Themen: Dystopie, Spannung