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Jenseits der blauen Grenze von Linke, Doris, Jugendbücher, Historie, Zeitgeschehen

Jenseits der blauen Grenze

Linke, Doris

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2014

Verlag: Magellan

Empfohlen ab: 14 Jahre

ISBN: 9783734856020

Inhalt

Die DDR im August 1989: Hanna und Andreas sind ins Visier der Staatsmacht geraten und müssen ihre Zukunftspläne von Studium und Wunschberuf aufgeben. Stattdessen sehen sie sich Willkür, Misstrauen und Repressalien ausgesetzt. Ihre einzige Chance auf ein selbstbestimmtes Leben liegt in der Flucht über die Ostsee. Fünfzig Kilometer Wasser trennen sie von der Freiheit – und nur ein dünnes Seil, das ihre Handgelenke verbindet, rettet sie vor der absoluten Einsamkeit …

Bewertung

DDR 1989: Die Zukunftsträume von Hanna und Andreas sind zerplatzt. Hanna darf ihr Abitur nicht machen und Andreas Wunsch auf ein Informatikstudium wird auch niemals war werden. Den einzigen Ausweg, den die beiden sehen, ist zu fliehen und zwar über die Ostsee. Ende August ist es soweit und nach hartem Training schwimmen die beiden in der Nacht in Kühlungsborn hinaus auf die Ostsee voller Hoffnung. Doch bis Fehmarn sind es 50km und sie dürfen nicht entdeckt werden bis sie in internationalen Gewässern sind und auch dort sind sie nicht vollkommen sicher. Werden sie es schaffen?

 

Das Cover des Buches gefällt mir sehr gut mit der sommerlichen Ostsee und dem Zaun davor, der die eingegrenzte Zukunft von Hanna und Andreas darstellt, aus der sie entfliehen wollen und hierfür als einzigen Weg die Flucht über die Ostsee sehen.

Die Geschichte wird aus Sicht von Hanna geschildert. Hierbei wird gewechselt zwischen Gegenwart und Vergangenheit. In der Gegenwart befinden sich Hanna und Andreas bereits auf der Flucht über die Ostsee und in den Rückblicken in die Vergangenheit erfährt man mit der Zeit wieso die beiden die DDR verlassen wollen. Dieser Wechsel zwischen den Zeiten baut unglaubliche Spannung auf, denn einerseits möchte man natürlich wissen wie es Hanna und Andreas auf ihrer Flucht in der eiskalten Ostsee ergeht und andererseits möchte man auch erfahren wieso sie dieses Risiko überhaupt eingehen.

Die Flucht der beiden wird sehr ergreifend und realistisch geschildert. Die Zweifel und die Angst die sie während ihrer Flucht überkommen, durchlebt der Leser beinahe selbst. Aber es ist nicht nur ein spannendes Buch, sondern auch eins das einen zum Schmunzeln bringt, denn was man über Hanna und Andreas in den Rückblenden erfährt ist teilweise auch sehr amüsant. Es gibt auch noch einen dritten im Bunde Sachsen-Jensi, der eine sehr originelle Figur ist und gemeinsam bringen die drei den ein oder anderen mit ihrer Aufmüpfigkeit an den Rand der Verzweiflung.


Mir hat das Buch sehr gut gefallen und die DDR wurde für mich greifbarer und nicht ein trockenes Kapitel in einem Schulbuch im Geschichtsunterricht. Ich empfehle das Buch für Leser ab 14 Jahren und vergebe volle 5 von 5 Sternen für ein sehr bewegendes Buch über die Jugend in der DDR.


Lena Hansen (17) :: Kinder- und Jugendredaktion Buecherkinder.de

Themen: Zeitgeschehen