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Keiner kommt davon von Nicholls, Sally, Jugendbücher, Historie, Historie

Keiner kommt davon

Nicholls, Sally

Übersetzung: Schäfer, Beate

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2014

Verlag: Hanser

Empfohlen ab: 12 Jahre

ISBN: 9783446245112

Inhalt

Als im Jahr 1349 die Pest ihr Dorf erreicht, gibt es für die 14-jährige Isabel und ihre Familie kein Entkommen. Das Leben, wie sie es kannte und liebte, endet abrupt. An die Stelle von Fürsorge und Vertrauen treten Angst und Schrecken. Weder Gottesfürchtigkeit noch Isolation können die Familie schützen. Als Isabel begreift, dass die fürchterliche Seuche alle Gebote der Menschlichkeit außer Kraft setzt, stemmt sie sich entschlossen gegen die Panik. Couragiert versucht sie, ihr Leben zu leben, und beweist Hoffnung, Mitgefühl und Mut in einer Zeit des Terrors und der Trauer.

Bewertung

1349 – die Pest erreicht das Dorf der jungen Isabel. Das Leben so wie sie es kennt endet abrupt. Es dauert nicht lange, da beginnt auch hier das große Sterben. Isabel versucht so gut wie möglich ihre Familie und sich vor der Seuche zu schützen, aber wie soll man sich vor der Strafe Gottes in Sicherheit bringen? Wohin soll man gehen? Was passiert mit denen die man zurücklässt? Zusammen mit ihren Liebsten durchlebt Isabel eine Zeit des Schrecken, der Trauer aber auch der Hoffnung.
Unglücke geschehen überall auf der Welt. Egal ob Seuchen, Flugzeugabstürze oder Erdbeben. Jeder weiß das, aber jeder hat auch schon einmal gedacht: „Das passiert da, aber doch nicht hier bei uns“. Genau das ist es was Isabel und ihre Familie ebenfalls denken. Zuerst hören sie nur von der schrecklichen Krankheit, die in Frankreich alle dahinraffen soll, dann soll sie in London angekommen sein. Aber bis in ihr kleines Dorf wird sie doch nicht vordringen, oder? Es stellt sich jedoch schnell heraus, das nichts und niemand der Pest entkommen kann – ein Kampf um Überleben beginnt.
Sally Nicholls behandelt ein sehr ernstes aber auch spannendes Thema in ihrem Jugendroman. Die Geschichte ich aus der Perspektive der 14-jährigen Isabel erzählt. Sie lebt als Tochter eines Bauern in einem kleinen Dorf und ist eigentlich sehr zufrieden mit ihrem Leben. Während des Buches verändert sich ihr Charakter sehr stark, sie wird von einem verspielten, träumerischen Mädchen zu einer ernsten jungen Frau. Einerseits fand ich sie sehr realistisch gestaltet, andererseits war sie mir oft etwas zu ernst und pessimistisch, als das ich sie wirklich gerne haben konnte.
Ihre Geschwister waren eine echte Herausforderung für mich. Ich habe noch nie so realistisch dargestellte Nervensägen erlebt wie es hier der Fall war. Mit ihrer Charaktergestaltung hat Sally Nicholls also gute Arbeit geleistet. Ich fand es sehr spannend etwas über den Umgang der Menschen mit der Pest zu lesen. Aus heutiger Sicht kann man da eigentlich nur den Kopf schütteln. Den Zeitgeist von damals hat Frau Nicholls allerdings super eingefangen. Ich konnte mich sehr gut in die damalige Zeit hineinversetzen – und froh sein, im hier und jetzt zu leben und nicht vor gut 700 Jahren.
Der Schreibstil war gut und dem Thema entsprechend. Hier und da hätte ich mir etwas mehr Würze gewünscht, aber alles in allem hat er mir gut gefallen. Ein Dorn im Auge war mir allerdings das Ende. Mit Sicherheit ist das Geschmacksache, aber mir hat es leider sehr missfallen, auch wenn ich verstehen kann, wieso die Autorin es gerade so hat enden lassen.
Alles in allem ist „Keiner kommt davon“ ein sehr lesenswertes Jugendbuch für Leser ab 14 Jahren. Allein das Ende hält mich persönlich davon ab die volle Sternezahl zu vergeben. Also: 4 Sterne.
Svenja Becker (17) :: Kinder- und Jugendredaktion Buecherkinder.de

Themen: Historie