Jugendbücher  >  Aus dem Leben
Kindheit von Parnass, Peggy, Jugendbücher, Aus dem Leben, Biografie , Deutsche Geschichte

Kindheit

Wie unsere Mutter uns vor den Nazis rettete

Parnass, Peggy / do Rêgo Silva, Tita

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2014

Verlag: Fischer KJB

Empfohlen ab: 12 Jahre

ISBN: 9783596856725

Inhalt

GEGEN DAS VERGESSEN!

In diesem besonderen Buch für Jugendliche und Erwachsene erzählt Peggy Parnass die bewegende Geschichte ihrer Kindheit im Dritten Reich. Die brasilianische Künstlerin Tita do Rêgo Silva hat großartige farbenprächtige Holzschnitte dafür geschaffen.

Die Schauspielerin, Kolumnistin, Gerichtsreporterin und Autorin Peggy Parnass erzählt in diesem bewegenden Memoire ihre Kindheitsgeschichte: 1939 wurde sie mit ihrem vierjährigen Bruder mit einem Kindertransport nach Stockholm geschickt. Ihre Eltern sah sie nie wieder. Sie wurden in Treblinka von den Nazis ermordet.
Die leuchtenden Farbholzschnitte der brasilianischen Künstlerin Tita do Rêgo Silva stehen im Kontrast zum Inhalt und verleihen ihm damit eine noch größere Intensität.

Neuausgabe im kleineren Format – die großformatige Originalausgabe erschien 2012 in limitierter Auflage in einem Hamburger Kunstverlag und wurde von der Stiftung Buchkunst als eines der »schönsten Bücher« 2013 ausgezeichnet.
 

Bewertung

Ich fand das Buch ganz okay. Es war leider ziemlich kurz und ich hatte mir etwas anderes darunter vorgestellt. In dem Buch sollte es darum gehen, wie Peggy Parnass als Jüdin ihre Kindheit erlebte. Der zweite Titel lautete ja auch "wie unsere Mutter uns vor den Nazis rettete". Deswegen vermutete ich, dass es ein Buch über den Nationalsozialismus sei. Jedoch ging es in dem Buch wirklich mehr um ihre Kindheit und die Schikanen wurden kaum bis gar nicht erwähnt, bzw. kurz angerissen, ohne ins Detail zu gehen.

Peggy erzählte vor allem über ihre Essstörung (d. h. sie konnte nichts essen ohne brechen zu müssen), weswegen sie auch oft in Erholungsheimen war. Dort sollte sie gesund werden, doch als dies nicht klappte versuchten die Ärzte ihr den Brechreiz abzugewöhnen, was auch gelang. Sie meinte, dass sie es bis heute nicht mehr könne. Sie war in insgesamt 12 Pflegefamilien.

Zu einer fuhr sie alleine mit ihrem Bruder. Ihre Mutter versprach, nachzukommen, was sie natürlich nicht mehr tun konnte, wahrscheinlich wurde sie ins KZ gebracht. Der Bruder kam in ein Heim und sie in eine Pflegefamilie worüber sie sehr traurig war. Einmal sparte sie auf ein Feuerwehrauto, was sie ihrem Bruder schenkte, doch die "MUTTER" des Heims nahm es ihm weg und stellte es auf den Schrank, wo er nicht hinkam. Später gab sie es "normalen" Kindern, die es kaputt machten.

 

Insgesamt war das Buch ziemlich kurz und doch, man musste noch lange darüber grübeln, jedoch standen die Gemeinheiten der Nazis von damals nicht wirklich im Vordergrund, wie man vielleicht vermuten könnte, da dies ja Erlebnisse sein müssten, die die Kindheit geprägt haben. Man denkt aber darüber nach, warum sie dies nicht genauer und ausführlicher erzählt hat. Evtl. hat sie es verdrängt, dadurch denkt man noch lange über das Buch nach. Ich empfehle das Buch für Kinder ab 12.

Ich vergebe 3 von 5 Sternen.

 

Namira Hoeppner (12) :: Kinder- und Jugendredaktion Buecherkinder.de

Themen: Biografie , Deutsche Geschichte