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Kommst du spielen, Frida? von Lidenbaum, Pija, Bilderbücher, Zum Vorlesen, Alltag & Familie, Freundschaft, Kindliche Gefühlswelt

Kommst du spielen, Frida?

Lidenbaum, Pija

Übersetzung: Behnken, Kerstin

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2015

Verlag: Oetinger

Empfohlen ab: 4 Jahre

ISBN: 9783789179396

Inhalt

Berit fragt Frida immer wieder, ob sie spielen kommt. Aber Frida sitzt so gern drinnen und schneidet mit ihrer Schere Figuren aus. Berit spielt am liebsten draußen. Sie trägt Matschhosen und hat eigentlich immer Sand auf der Stirn. Deshalb ist Frida auch richtig genervt von Berit. Doch als sie eines Tages nicht mehr kommt, da fühlt Frida sich plötzlich sehr allein. Vielleicht zieht sie auch mal ihre Matschhosen an und geht nach draußen zu Berit?

Bewertung

Frida ist gerade mit ihrer neuen Schere beschäftigt, als Berit vor der Tür steht. Sie möchte mit Frida spielen, doch die hat darauf überhaupt keine Lust. Sie wird grummelig und findet eigentlich alles doof was Berit sagt, tut oder anhat. Wie kleine Kinder manchmal so sind: Sie will einfach alles an Berit doof finden. Und als Berit nicht mehr hinter ihr herläuft, fehlt sie Frida plötzlich. Jetzt macht nichts mehr Spaß und Frida langweilt sich fürchterlich - ohne die doofe Berit.

 

Der Zeichenstil ist sehr gewöhnungsbedürftig. Die Kinder haben seltsame Nasen, die sehr an Schweinsnasen erinnern. Die Erwachsenen (übrigens lebt Fridas Mutter wohl mit einem neuen Mann zusammen, aber das nur am Rande erwähnt) sehen sehr kugelig aus. Alles ist etwas krumm und schief.

Auch an die Sprache und die Erzählweise muss man sich ein wenig herantasten. Die Sätze sind meist einfache Hauptsätze, weshalb man schnell hereinfindet, doch der Stil wirkt wie der eines Kindes. Das ist zwar authentisch, doch auch etwas konfus. Es wird zwischen Erzähler und Fridas Gedanken oder von direkter zu indirekter Rede hin- und hergewechselt, die Themen springen. Dem Vorleser wird es damit nicht unbedingt leicht gemacht. Sätze wie: ‚ „Nee“, antwortet Frida und macht so mit dem Kopf.’ werden erst durch das Bild verständlich.

Die Handlung könnte direkt hier in unserer Nachbarschaft stattfinden. Meine Tochter hat auch solche etwas seltsamen Freundschaften, die urplötzlich abkühlen und einige Tage später noch inniger sind als je zuvor. Entsprechend ist sie von dieser Geschichte fasziniert und erzählt von den beiden Mädchen Frida und Berit, als wären sie ihre Freundinnen.

 

Man merkt, dass die Erzählweise und das Verhalten der Kinder sehr nah an der Kindergartenwelt dran ist: Es geht um Interesse, Freundschaft und das gemeinsame Spiel - aber auch um Zurückweisung. Jedes Kind kennt solche Ich-will-nicht-mit-dir-spielen-Momente, und das macht dieses Buch so interessant. Denn auf eine unaufgeregte und schöne Weise zeigt es, dass solche Launen oft nicht viel zu bedeuten haben. Die beiden Mädchen finden einfach wieder zueinander ohne viel Worte, erleben wieder Abenteuer und basteln am Ende gemeinsam. Ich finde es spannend, wie die Autorin es schafft, Kinderfreundschaften - die für einen Erwachsenen manchmal hart und unverständlich wirken - in einer Geschichte einzufangen. Ein ungewöhnliches und doch sehr realistisches Bilderbuch.

 

Mareike Dietzel mit Merle (3) :: Redaktion Buecherkinder.de

Themen: Alltag & Familie, Freundschaft, Kindliche Gefühlswelt