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Liebe heißt Tofu von Oswald, Susanne, Jugendbücher, Aus dem Leben, Liebe

Liebe heißt Tofu

Oswald, Susanne

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2012

Verlag: Schwarzkopf und Schwarzkopf

Empfohlen ab: 13 Jahre

ISBN: 9783862651368

Inhalt

Das erste Mal allein zu Haus und das gleich für zwei Wochen! Franzi ist ganz wild darauf, denn immerhin ist sie fast 15, also quasi erwachsen. Doch schon am ersten Tag gehen die Probleme los. Was bedeutet das blinkende Licht an der Spülmaschine? Wie bekommt man Wachsflecken aus der Tischdecke und wieso kotzt der Kater ausgerechnet jetzt auf den Teppich? Franzi ist mitten im Chaos.
Obendrein läuft ihr beim Gedanken an Döner, Gulasch und Bratwürstchen das Wasser im Munde zusammen, dabei versucht sie doch gerade, als Vegetarierin zu leben – den Tieren zuliebe und ein kleines bisschen auch wegen Chris. Das ist Lottes großer Bruder und Franzi möchte in seinen Gletscheraugen ertrinken. Doch bevor sie sich Chris und dem Vegetariersein widmen kann, muss sie sich erst einmal um die Partygäste kümmern, die mehr oder weniger uneingeladen ihre sturmfreie Wohnung aus den Nähten platzen lassen ...

Bewertung

Franziskas Mutter geht spontan auf eine zweiwöchige Dienstreise nach London und ist überaus besorgt, dass ihre Tochter alleine zuhause bleiben muss. Die 14-jährige Franzi hingegen sieht das ganz anders: Vor ihr liegen 14 Tage Freiheit: Lange aufbleiben, mit der besten Freundin Lotte das Haus auf den Kopf stellen und natürlich eine Party feiern. Doch bereits nach einem Tag muss Franzi sich eingestehen, dass das Erwachsenensein doch nicht so einfach ist wie es immer aussieht und innerhalb kürzester Zeit versinkt sie im Chaos. Trotzdem fiebert sie auf ihre erste eigene Party hin, bei der sie endlich ihren Schwarm Chris küssen will. Doch Chris scheint gar nicht an ihr interessiert zu sein, obwohl sie extra für ihn zur Vegetarierin geworden ist sieht er nichts anderes als die Freundin seiner kleinen Schwester in ihr. Wieso sonst sollte er mit Begleitung zur Feier kommen wollen? Und als der große Tag dann endlich da ist läuft wirklich alles schief, was nur schief laufen kann ...
Die Idee des Buches finde ich zwar sehr lustig, allerdings ist die Umsetzung nicht ganz gelungen. Die Geschichte wird aus Sicht der Protagonistin Franzi erzählt und zwischendurch immer wieder durch Tagebucheinträge aufgelockert, was mir sehr gut gefallen hat. Der Schreibstil ist dem Alter von Franzi entsprechend locker und umgangssprachlich. Die Handlung selbst finde ich aber an einigen Stellen sehr unwahrscheinlich und vorhersehbar. Keine Mutter würde ein Kind, dass so wenig von Haushalt versteht alleine zuhause lassen: Franzi kann weder kochen, sich um die Haustiere kümmern, noch Wäsche waschen. Da fragt man sich schon, wie das Mädchen in 14 Jahren so wenig vom Leben mitbekommen konnte. Auf der anderen Seite will sie aber behandelt werden wie eine Erwachsene und führt sich in manchen Punkten (Schminken, Kleidung etc.) auch so auf als wäre sie ein paar Jahre älter. Ihren Charakter finde ich eher schwach und oberflächlich, ihrem Vorsatz vegetarisch zu leben bleibt sie keine Stunde treu. Ich finde, dass die Autorin das Potenzial der Geschichte nicht ausgeschöpft hat, da das Geschehen eher unglaubwürdig war und man sich mit der Hauptperson Franzi bis zum Ende nicht ganz anfreundet.
Wegen oben genannten Gründen vergebe ich 3 von 5 Sternen.
Tessa Marie Scholler (15) :: Jugend-Redaktion Buecherkinder.de

Themen: Liebe