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Lilli Gans fliegt los von Wild, Margaret, Bilderbücher, Zum Vorlesen, Alltag & Familie

Lilli Gans fliegt los

Wild, Margaret / James, Ann

Übersetzung: Lüthi, Andrea

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2014

Verlag: Orell Füssli

Empfohlen ab: 4 Jahre

ISBN: 9783280034767

Inhalt

Für die Gänse ist es an der Zeit, ihren Teich zu verlassen und nach Süden zu fliegen. Lilli Gans soll zum ersten Mal mitfliegen: Aber an diesem Teich ist Lilli doch aufgewachsen. Hier gefällt es ihr, und von hier will sie nicht fort. Also versteckt sie sich und schläft dabei ein. Beim Erwachen merkt Lilli, dass alle Ganse verschwunden sind – auch die Mama. Jetzt fühlt sich Lilli einsam. Sie ist traurig und verzagt. Aber die Mutter hat Lilli uberall gesucht. ≫Warum willst du nicht mit?≪, fragt sie. Lilli erzählt von ihrer Angst vor dem Verlorengehen im weiten Himmel, in Stürmen und auf dem dunklen Meer. Die Mutter verspricht ihr, sie immer zu finden, falls sie sich verlieren sollten. Lilli fasst Mut und ist bereit, den anderen Gänsen zu folgen. Gemeinsam fliegen die beiden los. Und Lilli verspricht ihrer Mutter, dass auch sie immer für sie da sein wird.

Bewertung

Zu Beginn der Geschichte gibt es eine schöne Einführung in das Leben des kleinen Gänsekükens Lilli mit stimmungsvollen, zum Text passenden Illustrationen. Zur Mitte hin jedoch „kippt“ die Geschichte, als Mama Gans auf Lillis Weigerung hin, mit in den Süden zu fliegen, ihrem Gänsekind mitteilt, dass sie dann eben alleine losfliegen wird.

Lilli läuft daraufhin weg und versteckt sich eine ganze Nacht lang verzweifelt, ohne dass es von der Mutter gesucht/gefunden wird. Es wird der Eindruck vermittelt, dass die Gänsemama tatsächlich schon losgeflogen ist. Diese Szene rührt an die Urangst eines Kindes, von der Mutter verlassen werden zu können und wurde in diesem Bilderbuch nicht kindgerecht aufgearbeitet (O-Ton Mia: „Warum lässt die Mama ihr Kind alleine?“). Auch der weitere Verlauf der Geschichte, in dem sich Mama und Kind wiederfinden und Mama Gans verspricht, für immer gut auf Lilli aufzupassen, kann diesen „Bruch“ nicht mehr wettmachen.

Manche der eigentlich sehr schönen Illustrationen sind ebenso nicht stimmig. In einer Szene ist das Gänsejunge kleiner als die Mutter dargestellt, in der nächsten Szene ist es plötzlich gleich groß wie die ausgewachsene Mama Gans, obwohl dazwischen nur wenig Zeit verstrichen ist – man kann bei den Illus nicht mehr unterscheiden, wer das Küken und wer das ausgewachsene Tier ist.

 

Eine gute Idee leider textlich und illustrativ schlecht umgesetzt.


Elke Karl und Mia (4) :: Redaktion Buecherkinder.de

Themen: Alltag & Familie