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Love Letters to the Dead von Dellaira, Ava, Jugendbücher, Aus dem Leben, Alltag & Familie, Liebe, Tod & Trauer

Love Letters to the Dead

Dellaira, Ava

Übersetzung: Ganslandt, Katarina

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2015

Verlag: cbt

Empfohlen ab: 14 Jahre

ISBN: 9783570163146

Inhalt

Es beginnt mit einem Brief. Laurel soll für ihren Englischunterricht an eine verstorbene Persönlichkeit schreiben. Sie wählt Kurt Cobain, den Lieblingssänger ihrer Schwester May, die ebenfalls viel zu früh starb. Aus dem ersten Brief wird eine lange Unterhaltung mit toten Berühmtheiten wie Janis Joplin, Amy Winehouse und Heath Ledger. Denn die Toten verstehen Laurel besser als die Lebenden. Laurel erzählt ihnen von der neuen Schule, ihren neuen Freunden und Sky, ihrer großen Liebe. Doch erst, als sie die Wahrheit über sich und ihre Schwester May offenbart, findet sie den Weg zurück ins Leben und kann einen letzten Brief an May schreiben …

Bewertung

Nach dem Tod ihrer älteren Schwester May beschließt Laurel, die Schule zu wechseln. Auf der neuen High School kennt sie niemanden und niemand stellt ihr Fragen über die eine Nacht, die alles verändert hat: die Nacht in der sie ihre Schwester für immer verloren hat. Ohne es zu wollen wird sie ihrer Schwester immer ähnlicher: Sie beginnt ihre Eltern zu belügen, schleicht sich nachts heimlich aus dem Haus, geht auf Partys und verliebt sich unsterblich in Sky. Als ihre Lehrerin ihr die Aufgabe stellt, einen Brief an eine verstorbene Person zu schreiben entwickelt sich daraus eine lange Unterhaltung mit Persönlichkeiten wie Judy Garland, Amelia Earhart und Kurt Cobain. Sie erzählt ihnen nicht nur von der Schule und ihren Freunden, sondern beginnt auch zu begreifen, wer ihre Schwester wirklich war und muss sich dem stellen, was in dieser einen Nacht wirklich geschehen ist.

 

Die Protagonistin entwickelt sich in der Geschichte von einem unsicheren Mädchen, dass ihre große Schwester abgöttisch geliebt hat zu einer selbstbewussteren Person, die es schafft die Realität so anzunehmen, wie sie ist. Den Weg den die etwa 15-Jährige dafür wählt ist jedoch recht zweifelhaft: sie beginnt sich (auch tagsüber) zu betrinken, zu rauchen und tut fast alles um zu ihrem neuen „Freundeskreis“ dazuzugehören. Die erste Hälfte des Romans besteht fast nur aus Partys und heimlichen Trinkgelagen mit den Freundinnen, doch dann häufen sich Andeutungen auf die wahren Geschehnisse, die zum Tod von Laurels Schwester geführt haben. Während Laurel anfangs krampfhaft versucht, die Fassade einer perfekten Schwester-Beziehung aufrechtzuerhalten, beginnt diese Fassade nun Risse zu bekommen. Das macht es leichter, sich in die Protagonistin hineinzuversetzen, da sie endlich beginnt ehrlich gegenüber dem Leser und sich selbst zu werden.

So wandelt sich der Roman von einer recht oberflächlichen High-School Story mit etwas überzeichneten Charakteren zu einer tiefgründigeren Geschichte, bei der man langsam beginnt die sehr speziellen Hauptpersonen und ihre Handlungen besser zu verstehen. Die große Auflösung am Ende wirkte trotzdem etwas überzeichnet. Der Aufhänger, die Briefe an die verstorbenen Persönlichkeiten, wirkte an vielen Stellen allerdings etwas erzwungen, zum Beispiel wenn Laurel versucht Parallelen zwischen sich und dem Leben ihrer Briefpartner zu finden, um daraus etwas zu lernen. Insgesamt hätte es der Geschichte gut getan, wenn sich die Autorin mehr auf die Entwicklung der Protagonistin, statt auf deren Versuche den Schmerz zu betäuben konzentriert hätte.

 

Tessa Marie Scholler (17) :: Kinder- und Jugendredaktion Buecherkinder.de

Themen: Alltag & Familie, Liebe, Tod & Trauer