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Mädchenmeute von Fuchs, Kirsten, Junge Literatur, Aus dem Leben, Abenteuer, Erwachsenwerden, Freundschaft

Mädchenmeute

Fuchs, Kirsten

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2015

Verlag: Rowohlt

Empfohlen ab: 15 Jahre

ISBN: 9783871347641

Inhalt

Nur widerwillig fährt Charlotte Nowak, fünfzehn und sehr schüchtern, mit sieben anderen Mädchen ins Sommerferiencamp. Doch dort ist schnell alles anders als erwartet: Dinge verschwinden, und als eines Morgens die Gruppenleiterin ausrastet, flüchten die Mädchen, klauen ein Hundefängerauto samt Hunden und fahren ins Erzgebirge, wo eine von ihnen einen alten Stollen kennt. Hier schlagen sie sich durch immer freiere, immer aufregendere und schönere Sommertage zwischen Waldabenteuern und nächtlichen Streifzügen zu Supermarkt-Containern – und Charly Nowak merkt, dass sie nicht nur schüchtern ist. Doch plötzlich stoßen die Mädchen auf eine brisante DDRHinterlassenschaft, die Außenwelt holt sie ein, und dann kommt auch noch die erste Liebe. Charly muss das, was sie gerade an Mut und Freundschaft entdeckt hat, unter Beweis stellen …

Bewertung

Eigentlich ist es ja schon Abenteuer genug, für zwei Wochen in einem Mädchen-Survival-Camp in der Nähe von Berlin in der Natur zu Essen, zu Schlafen und zu (Über-)Leben. Doch dann kommt auf die 15-Jährige Charly und ihre „Survival-Freundinnen“ ein noch viel größeres Abenteuer zu: da die Campleiterin durchdreht, beschließen die Mädchen, sich alleine auf den Weg ins Erzgebirge zu einer versteckten Höhle zu machen. Das Problem hierbei ist nicht nur, dass sich kaum eines der Mädchen so recht in der Wildnis auskennt, sondern sind auch die Meinungsverschiedenheiten zwischen den so unterschiedlichen Mädchen. Da ist zum Beispiel die reiche Yvette, die an allem etwas auszusetzen hat, die ernste Freigunda, die schon ihr Leben lang mit ihrer Familie von Mittelalterfest zu Mittelalterfest reiste oder die rebellische Tabea, die sich als Anführerin aufspielen will … (Zicken-)Stress vorprogrammiert! Zum großen Glück der Mädchen finden diese aber bald Ablenkung durch ihre neuen Hunde, die sie heimlich aus einem Hundefängerauto befreien. Gemeinsam mit den Hunden machen die Mädchen sich auf den Weg zur Höhle und versuchen irgendwie, die nächsten zwei Wochen in der Wildnis zu überleben. Dass die Mädchen dabei wegen ihres Verschwindens fast bundesweit in der Presse große Aufmerksamkeit erregen, bleibt ihnen lange unbewusst …

 

Die Sehnsucht nach solch einem Abenteuer, wie es die Mädchen erleben, – Leben im Wald, ganz ohne nervige Eltern und sinnlose Regeln – schlummert wahrscheinlich in jedem Mädchen. Auch wenn der ein oder andere Leser Angst vor dem dunklen Wald hat, sich nicht vorstellen kann, ohne Dusche zu leben oder niemals Waldkräutersuppe essen könnte, beneidet er doch insgeheim die Mädchen um ihre Freiheit und Naturverbundenheit.

Das Gedankenkonstrukt der Autorin Kirsten Fuchs, fernab von Smartphones, Internet und reglementierenden Erwachsenen in der Natur zu leben, ist überaus verlockend und warnt, wie sehr wir heutzutage vom Internet (v.a. dem Nachschlagewerk Google) abhängig sind. Deswegen macht das Buch Lust darauf, selbst ein paar Tage in dem Wald oder sogar in einem solchen Survival-Camp zu verbringen (solange kein Campleiter durchdreht!).

Gleichzeitig ist der Roman in einer verständlichen und sehr gut zu lesende Sprache geschrieben. Zwar ist „Mädchenmeute“ zu Anfang mal mehr und mal weniger spannend, doch wird es vor allem zu Ende hin nochmal so richtig fesselnd.

 

Ich kann das Buch nur wärmstens allen interessierten Lesern ab 12 Jahren empfehlen. Für Jungs ist das Buch bestimmt auch sehr lesenswert, jedoch könnten sie sich von den rein weiblichen Hauptprotagonisten überfordert (und auch eingeschüchtert!) fühlen.


Miriam Thiel (18) :: Kinder- und Jugendredaktion Buecherkinder.de

Themen: Abenteuer, Erwachsenwerden, Freundschaft