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Mama Muh geht schwimmen von Wieslander, Jujja, Bilderbücher, Zum Vorlesen, Freundschaft, Humor

Mama Muh geht schwimmen

Wieslander, Jujja / Nordquist, Sven

Übersetzung: Maike, Dörries

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2014

Verlag: Oetinger

Empfohlen ab: 4 Jahre

ISBN: 9783789178757

Inhalt

Wenn Mama Muh etwas möchte, dann tut sie es einfach. Und wenn die Krähe behauptet, dass Kühe nicht schwimmen können, dann ist das für Mama Muh erst recht ein Ansporn. Stolz kommt sie nach erfolgreicher Prüfung mit dem Goldfisch-Abzeichen nach Hause. Nun ist die Krähe ein wenig traurig. Doch Mama Muh hat schon eine Idee, wie ihre Freundin wieder fröhlich wird: Ist ein Flugabzeichen nicht genauso schön wie ein Schwimmabzeichen?

Bewertung

„Mama Muh geht schwimmen“ ist der neuste Band einer beliebten, bereits seit den 90ern erhältlichen Buchreihe. Vielen dürfte der Zeichner Sven Nordqvist aus seiner Reihe „Petersson und Findus“ ein Begriff sein. Doch hier steuert er nur die Bilder bei, die Texte sind von Jujja Wieslander.

 

Mama Muh ist eine neugierige Kuh voller Tatendrang. In diesem Buch begleitet man sie ins Schwimmbad. Zunächst sieht man ihren Freund Krähe sie auf dem Bauernhof suchen. Doch Mama Muh ist weder auf dem Hof noch auf der Weide bei den anderen Kühen. Sie hat sich aufs Fahrrad geschwungen und fährt mit dem Mädchen Lina ins Schwimmbad. Die Krähe ist schockiert, denn da wird man doch nass und in der Rutsche bleibt Mama Muh doch sicherlich stecken. Doch die gutgelaunte Kuh lässt sich davon nicht abschrecken und fährt trotzdem.

Nachdem sie eine Weile die Rutsche in wilden Positionen heruntergerutscht ist, zeigt ihr Lina, dass man durch verschiedene Schwimmleistungen Abzeichen erhalten kann. Mama Muh beschließt das schwerste Abzeichen, den Goldfisch, zu erschwimmen. Nach dem Schwimmausflug zeigt Mama Muh stolz der Krähe ihr goldenes Abzeichen, doch statt sich mit ihr zu freuen, wird der Vogel patzig und fliegt traurig davon. Zwar hätte sie auch gern ein funkelndes Abzeichen, aber sie ist viel zu wasserscheu. Doch Mama Muh ist eine verständnisvolle wie einfallsreiche Freundin und bastelt mit Linas Hilfe ein Flugabzeichen für die Krähe.

 

Eine lustige und liebevolle Geschichte über Freundschaft und Ängste. Uns hat Mama Muh direkt gefallen mit ihrer unaufgeregten, aber anpackenden Art. Sie ist das genaue Gegenteil zu der sehr hitzigen und sich selbstüberschätzenden Krähe, in der sich sicherlich kleine Hitzköpfe auch wiederfinden können. Denn natürlich freut man sich mit den Leistungen der besten Freunde, aber wenn man selbst sich nicht traut oder es einfach nicht kann, dann überwiegen schnell Frust und Enttäuschung. Umso schöner ist der Schluss, denn Mama Muh zeigt ihrer Freundin, dass jeder seine eigenen Talente hat und man darauf stolz sein kann.

Die Zeichnungen wirken manchmal etwas fahrig und skizzenhaft. Zwar finde ich es toll, dass gerade die Menschen sehr realistisch mit Fältchen, roten Knien und auch mal dicken Hüften dargestellt werden, doch fiel es meiner Tochter schwer Mama Muh in der Kuhherde schnell zu finden. Erst nach einigen Vorlesetagen fand sie die Kuh selbst. Das finde ich etwas schade, denn die Hauptfigur eines Buches sollte doch eindeutig und schnell auf einem Bild zu finden sein.

Der Schreibstil ist flüssig und leicht verständlich ab etwa 3-4 Jahren. Die Texte pro Seite sind wesentlich kürzer als bei Petersson und Findus, weshalb ich das Buch problemlos ab 3 Jahren empfehlen kann. Die Umbrüche zwischen den Szenen sind manchmal etwas unvermittelt: Der Wechsel von der Schwimmprüfung zum Ausruhen geschieht ohne ein Wort, ob sie das Abzeichen nun geschafft hat oder nicht. Später ist Mama Muh ohne Rückfahrt oder einem Verweis „Später auf dem Hof“ o.ä. wieder im Gespräch mit der Krähe. Das finde ich etwas unsauber getextet.

Ähnlich wie bei den Bildern fehlt mir ein wenig die Liebe zum Detail. Man merkt, dass es sich um eine Reihe handelt, die Figuren werden nicht näher vorgestellt und das ist auch nicht schlimm, aber wird nicht ganz deutlich, ob Mama Muh nun eine ungewöhnliche Kuh ist, die sich völlig kuhuntypisch verhält oder ob viele Tiere ins Schwimmbad gehen. Auf den Bildern sieht man nur die Kuh im Wasser, aber die meisten Schwimmbadbesucher beachten sie gar nicht. Deshalb dachten wir zunächst, dass es für die Menschen ganz normal ist, eine schwimmende Kuh zu sehen. Doch auf dem nächsten Bild schauen dann alle völlig überrascht, einer hört sogar vor Verwunderung auf zu schwimmen. Auf den darauffolgenden Bildern beachtet sie dann wieder keiner.

 

Insgesamt gefällt uns Mama Muh und ihre Unternehmungslust, ihr Einsatz für ihre Freunde und ihr freundschaftliches Verhältnis zu den beiden Kindern und der Krähe sehr gut. Aber das ganze Buch wirkt ein wenig wie Massenware, etwas fahrig gezeichnet und getextet ohne die Liebe zum Detail, die wir von den Petersson und Findus kennen.

 

Mareike Dietzel :: Redaktion Buecherkinder.de

Themen: Freundschaft, Humor