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Marienbilder von Bach, Tamara, Jugendbücher, Aus dem Leben, Außergewöhnliches

Marienbilder

Bach, Tamara

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2014

Verlag: Carlsen

Empfohlen ab: 14 Jahre

ISBN: 9783551582997

Inhalt

Mareikes Mutter ist verschwunden. Einfach weg. Von einem Tag auf den anderen. Warum und wohin? Mareike hat keine Ahnung. Auch nicht, wie sie darauf reagieren soll. Ebenso wenig wie ihr Vater und ihre Geschwister. Also machen alle erst einmal so weiter wie bisher, als wäre nichts geschehen.
Aber dann macht sich Mareike auf den Weg und versucht, sich ihre Geschichte zusammenzureimen. Doch von jeder Geschichte gibt es unendlich viele Versionen. Und alle sind nur Möglichkeiten. Welche wird Mareike zu ihrem Leben zusammensetzen?

Bewertung

Das Buch handelt vom Verschwinden einer Mutter und deren zurückgebliebenen Tochter Mareike. Diese sucht nach Gründen und Möglichkeiten die ihre Mutter zu diesem Schritt bewegt haben könnten und verliert sich auf dieser Suche selbst. Letztlich gibt es fünf verschiedene Varianten des Endes und was passieren könnte, diese machen das Buch hauptsächlich aus.
Der Schreibstil und der Aufbau des Buchs weichen sehr von einem Standard-Roman ab. Lange Sätze außer Regel von Kommas und Großschreibung, unzusammenhängende Worte und Absätze, Gedankensprünge und winzige Details. Er passt perfekt zu der merkwürdigen und chaotische Situation, ist mir persönlich allerdings zu viel des Guten. Häufig weiß man gar nicht was man da liest, die Wörter geben keinen Sinn und alles verschwimmt zu einer grauen Suppe. Ich kann mir vorstellen, dass genau das die Intention der Autorin war: ein Gefühl zu erzeugen dass die Situation Mareikes widerspiegelt. Allerdings macht es das Buch sehr schwer leserlich und der Lesespaß geht ziemlich verloren. Ich hatte den Eindruck als ginge es nur darum etwas besonders literarisch Wertvolles, ganz besonders und Außergewöhnliches zu erschaffen und in diesem Ziel ging die eigentliche Geschichte verloren. Meine Meinung nach hätte es gereicht fünf Enden zu kreieren, das hätte dem Buch den nötigen außergewöhnlichen Touch gegeben, wohin gegen alles andere aufgesetzt und einfach zu viel wirkte. Was mir hingegen gut gefiel war der Einband der unter dem Umschlag hervor kam. Das neblige, verwaschene lila des Morgengrauens und die verlassenen Bahngleise die zur Geschichte passen, gefielen mir so gut, dass ich den Umschlag gleich ganz weg ließ.
Empfehlen kann ich das Buch jenen, denen Stil und Sprache wichtiger ist als Handlung und die genügend Ruhe haben um sich Gedanken zu machen über das, was da steht. Es ist eben ein Buch das Zeit braucht und keines, das man im hektischen Alltag lesen sollte, deshalb werde ich es mir bestimmt auch nochmal zu Herzen nehmen, um hinter die verschlungenen Wörter zu schauen und vielleicht mehr zu entdecken als diesen wirren Fiebertraum. Definitiv keine leichte Unterhaltung aber vielleicht ein gutes Buch für lange Sommerferien. Ich gebe 3 von 5 Sternen.
Elisa Lehmann (15) :: Kinder- und Jugendredaktion Buecherkinder.de

Themen: Außergewöhnliches