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Massel von Marcovicz, Digne M., Jugendbücher, Historie, Deutsche Geschichte

Massel

Letzte Zeugen

Marcovicz, Digne M.

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2007

Verlag: Hanser

Empfohlen ab: 14 Jahre

ISBN: 9783446208599

Inhalt

Zwölf Überlebende erzählen ihre Geschichte des Holocaust, berichten vom Unvorstellbaren, dem sie entkommen sind, weil sie Massel, Glück im Unglück, hatten.

Wie kann man Jugendlichen den Holocaust vermitteln? Digne M. Marcovicz hat dafür einen ungewöhnlichen Weg gefunden: Sie filmte und interviewte zwölf Überlebende des Holocaust, verdichtete deren Erzählungen von Deportation und Lagerhaft zu einer eindringlichen Collage aus Interviewpassagen, Zeitungsausschnitten, historischen und neuen Fotografien. Wie in einem Comicstrip wechseln Wort und Bild in schneller Folge - "Massel" entwickelt einen Sog, dem sich nicht nur der jugendliche Leser schwer entziehen kann!

Bewertung

Sie sind meist sehr alt, haben eine Lebensgeschichte, wie sie sich heute kaum einer mehr vorstellen kann, und hatten Massel, Glück im Unglück. Man nennt sie die "aussterbende Generation": Die Überlebenden des Holocaust. Tief in ihnen sitzt noch immer der Schmerz, nie werden sie die Erinnerungen verdrängen, nie vergessen oder verzeihen können. Viele wollen nun ihre Geschichte an die Öffentlichkeit tragen, damit nichts in Vergessenheit gerät, was ihnen damals, zur Zeit Hitlers angetan wurde. Digne M. Marcovicz hat sich einige der Geschichten angehört, und sie niedergeschrieben - wortwörtlich.
"Massel - letzte Zeugen" ist ein - wie ich finde - sehr wichtiges Buch, da es wachrüttelt und erinnert, an eine Zeit, die niemals in Vergessenheit geraten sollte, und die die Schlimmste der deutschen Geschichte ist: Der Holocaust. Außerdem kann es jungen Leuten das näher bringen, was einem selbst der beste Lehrer nicht über die Nazizeit vermitteln kann - echte Gefühle und eigene, unvergessliche Erinnerungen. Die Autorin kann man eigentlich nicht als eine Autorin bezeichnen, sondern eher als eine Sammlerin. Insgesamt 13 Geschichten hat sie zusammengesammelt und wortwörtlich aufgeschrieben. Auch wenn sie letztlich alle ähnlich sind, so ist doch jede von ihnen aufs Neue schockierend. Das Ganze wird untermalt mit vielen Bildern, die einerseits natürlich Konzentrationslager und Gedenkstätten zeigen, auf denen aber auch die Erzählenden zu sehen sind. So kann der Leser sehr deutlich sehen, wie unterschiedlich die Personen auf ihre eigene Geschichte reagieren: die einen versuchen ruhig zu bleiben, bei anderen scheint es, als hätten sie eine Maske aufgesetzt, hinter der ihre wahren Gefühle verborgen bleiben, wieder andere gehen ganz in ihren Gefühlen auf: Trauer, Wut Verzweiflung, oft auch Unverständnis. In einem Punkt sind sie jedoch alle gleich: sie sind überwältigt von ihren Erinnerungen. Meiner Meinung nach sollte es mehr solcher Bücher geben, da die Generation wie schon gesagt "ausstirbt", und sie das Erlebte mit ins Grab nimmt. Besonders gut gefallen hat mir auch, dass beschrieben wurde, wo die Personen heute leben und wie sie mit ihrem Leben klarkommen. Insgesamt gefällt mir "Massel - letzte Zeugen" unheimlich gut. Ich empfehle es Jugendlichen ab 13 Jahren, aber auch für Erwachsene, und vergebe 5 Sterne.
Julia Gurol (13 Jahre) - Kinder-Redaktion Buecherkinder.de

Themen: Deutsche Geschichte