Jugendbücher  >  Historie
Moana von Lewin, Waldtraut, Jugendbücher, Historie, Historie

Moana

Lewin, Waldtraut

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2006

Verlag: Gerstenberg

Empfohlen ab: 14 Jahre

ISBN: 9783806751093

Inhalt

Adam und Moana sind von der deutschen Südseeinsel Samoa geflüchtet und an Bord des englischen Schiffs, das sie nach Europa bringt, getraut worden. Jetzt sind sie im kalten Berlin. Man schreibt das Jahr 1905, und der Erste Weltkrieg wirft seine Schatten voraus. Adam hat eine große Karriere als Musiker vor sich, doch vor rassistischen Seitenhieben kann auch er Moana nicht immer beschützen. Und als er die Chance für eine erste internationale Tournee erhält, bleibt Moana allein zurück und verfällt in eine tiefe Depression. Sie verstummt und wird in die Psychiatrie eingeliefert. Als sie dank der Hilfe des jungen, ehrgeizigen Arztes Volker Feldkamp wieder aus ihrer Versteinerung erwacht, spricht sie nur mehr verschlüsselt, in der symbolischen Bildersprache ihrer Heimat. Feldkamp hat Kontakte zum Geheimdienst. Schnell erkennt er, was für eine Chance sich ihm mit Moanas Hilfe bietet – die Entwicklung eines neuen Codes für den deutschen Spionagedienst.
Als Moana dahinterkommt, was für ein Spiel Feldkamp mit ihr spielt, will sie aussteigen. Doch Feldkamp erpresst sie und droht, Adam, der noch immer in Paris ist, gefälschte Dokumente unterzuschieben und ihn als deutschen Spion auffliegen zu lassen ...

Bewertung

Der Roman "Moana" spielt zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Berlin. Adam Landmann, ein begabter, junger Pianist, kehrt aus Samoa zurück nach Berlin, zusammen mit seiner samoanischen Frau Moana. Moana gewöhnt sich nur langsam an das kalte, graue Deutschland, doch mit Adams Hilfe schafft sie es immer besser. Dann bietet sich für Adam plötzlich die Chance zu einer internationalen Tournee und Moana muss alleine in der fremden Welt zurückbleiben. Nach einiger Zeit verfällt sie in eine tiefe Depression, verstummt und muss in eine psychiatrische Klinik eingeliefert werden. Ein junger, ehrgeiziger Arzt dort sieht in ihr einen interessanten Fall und gewinnt ihr Vertrauen. Er will mit ihrer Hilfe einen neuen Code für die deutsche Auslandsspionage entwickeln. Die Bildersprache, in der sie zuerst nur noch spricht, die Sprache ihrer Heimat Samoa, soll zur Verschlüsselung von Nachrichten dienen. Als Moana auf dem Wege der Besserung ist und erkennt, dass der Arzt sie nur zu diesem Zweck benutzt, ist es bereits zu spät um auszusteigen, sie ist scheinbar für immer und ewig in dieser Psychiatrie gefangen.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen, es ist alles gut zu verstehen und sehr anschaulich beschrieben. Das ganze Buch ist noch mal in drei "Bücher" unterteilt, die wiederum jeweils in nummerierte Kapitel eingeteilt sind, die zu betitelten Abschnitten zusammengefasst wurden.
Ich finde das Buch unter anderem deshalb so spannend, weil man durch die Inhaltsangabe auf der Rückseite schon den groben Verlauf der Geschichte kennt. Beim Lesen des Buches fällt einem dann z. B. auf einmal ein, dass Moana ja jetzt irgendwann in ihre Depression verfallen müsste und man ist ganz gespannt, was denn jetzt genau bis dahin passiert. Außerdem hat mir sehr gut gefallen, dass die Autorin immer zwischen Adams und Moanas Perspektive, bzw. zwischen den Tourneeorten und Berlin wechselt und dies auch durch verschiedene Schriftarten deutlich macht.
Obwohl bestimmte Sachen, die sich auf den Vorgängerroman beziehen, meist in Klammern erklärt sind, ist es meiner Meinung nach am Besten, wenn man zuerst "Samoa" gelesen hat, bevor man dieses Buch liest, weil man einige kleinere Details viel besser versteht und sich an die betreffenden Szenen aus "Samoa" erinnern kann. Denjenigen, die "Samoa" bereits gelesen haben, würde ich "Moana" auf jeden Fall empfehlen.
Ich vergebe 4 Sterne.
Inga Nehlsen (15 Jahre) - Kinder-Redaktion Buecherkinder.de

Themen: Historie