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Nachtblauer Tod von Wolf, Klaus-Peter, Junge Literatur, Krimi & Thriller, Spannung

Nachtblauer Tod

Wolf, Klaus-Peter

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2012

Verlag: Fischer FJB

Empfohlen ab: 15 Jahre

ISBN: 9783841421470

Inhalt

Für Leon Schwarz bricht eine Welt zusammen, als seine Mutter in der Nacht zu Hause ermordet wird. Genau zu der Zeit knutscht er auf einer Party mit Vivien und gießt nebenbei die Erdbeerbowle mit Weinbrand auf. Als Hauptkommissar Büscher und seine Kollegin Schiller zunächst seinen Vater und dann auch ihn verdächtigen, weiß Leon, dass er die Sache selbst in die Hand nehmen muss: Er wird den Mörder seiner Mutter finden, koste es, was es wolle.

Bewertung

Leon Schwarz passiert das wahrscheinlich Schlimmste, was einem Jugendlichen nur passieren kann: Seine Mutter wird ermordet, während er sich auf einer Party mit großem Vergnügen amüsiert. Als Leon am nächsten Morgen nach Hause kommt, findet er ein Chaos aus Schaulustigen, Krankenwagen und Leichenwagen vor. Schnell gerät Leons Vater unter Verdacht, der zu der Mordzeit „angeblich“ auf einem Angelausflug war. Für den ermittelnden Kommisar scheint der Mörder schon gefunden zu sein, doch Leon ist überzeugt, dass sein Vater unmöglich der Mörder sein kann. So macht er sich selbst auf, den Mörder seiner Mutter zu finden. Dabei stößt er auf so manches Geheimnis zwischen seinen Eltern und erfährt mehr, als ihm eigentlich lieb ist. Bevor der 17-Jährige jedoch noch länger im Dunkeln tappt, bekommt er zum Glück Unterstützung von dem Stiefvater seines besten Kumpels, der Leon hilft, dem Täter auf die Spur zu kommen. Während all dieser oft brenzligen Ermittlungen merkt Leon nicht, wie nah ihm der Täter doch eigentlich ist. Doch als ihm das bewusst wird, scheint alles schon zu spät, denn ein weiteres Leben eines von Leon geliebten Menschen steht auf dem Spiel ...
Einen der wichtigsten Menschen in seinem Leben zu verlieren, ist vor allem für Jugendliche und Kinder ein schlimmer Schicksalsschlag. Bei vielen ändert sich ihr Wesen komplett, sie sind stark traumatisiert, irren planlos herum und versinken in einer Welt aus Trauer. So auch Leon. Der 17-Jährige wird leicht reizbar, hat düstere Gedanken und mutiert immer mehr zum Einzelgänger. Doch ein Ziel hat er sich noch gesetzt: Er möchte seinen Vater aus der Untersuchungshaft holen. Über so ein Thema einen Jugendroman zu schreiben, ist zwar schwer, da der Grat zwischen der starken Thematisierung der Trauer und den doch nicht allzu belastenden Beschreibungen schmal ist. Aber angesichts der Tatsache, dass man bei einem Thriller natürlich entsprechende Erwartungen hat, wurde ich leider enttäuscht. Außer der Tatsache, dass der Junge hin und wieder seine blutüberströmte Mutter auf Servietten malt, kann man in dem Buch keinen weiteren Handlungen finden, die Leons starke Trauer ausdrücken könnten. Sonst ist der Roman gut ausgearbeitet, die Figuren überzeugen, allein die Rolle des Kommisars ist ein bisschen überzogen, da er gerade zu manisch davon überzeugt ist, in Leons Vater schon längst den Mörder gefunden zu haben. Dabei lässt er keinen Platz für weitere Überlegungen und Ermittlungen, was für die Beschreibung eines Kommisars sehr unrealistisch wirkt und ihn schnell unglaubwürdig wirken lässt. Alles in allem hält sich dieser Thriller eher in seichten Gewässern auf und ist mehr als Lektüre für zwischendurch gedacht. Ich empfehle den Thriller ab 14 Jahren und vergebe 3 Sterne.
Miriam Thiel (15) :: Jugend-Redaktion Buecherkinder.de

Themen: Spannung