Jugendbücher  >  Historie
Nebel im August von Domes, Robert, Jugendbücher, Historie, Deutsche Geschichte

Nebel im August

Domes, Robert

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2008

Verlag: cbt

Empfohlen ab: 13 Jahre

ISBN: 9783570304754

Inhalt

Deutschland, 1933: Ernst Lossa stammt aus einer Familie von "Jenischen", Zigeuner, wie man damals sagte. Er gilt als schwieriges Kind, wird von Heim zu Heim geschoben, bis er schließlich in die psychiatrische Anstalt in Kaufbeuren eingewiesen wird. Hier nimmt sein Leben die letzte, schreckliche Wendung: In der Nacht zum 9. August 1944 bekommt er die Todesspritze verabreicht. Ernst Lossa wird – obgleich geistig völlig gesund – mit dem Stempel "asozialer Psychopath" als unwertes Leben aus dem Weg geräumt.
Der Journalist Robert Domes erzählt aus der Perspektive des Jungen mit beeindruckender Intensität. Er macht die Denkstrukturen des nationalsozialistischen Regimes sichtbar und berichtet von der damit einhergehenden Ideologie der Euthanasie.

Bewertung

Die Geschichte handelt von dem Jungen Ernst Lossa, der im 2. Weltkrieg lebte und von einer jenischen Familie stammte, die man damals Zigeuner nannte. Er wird mit vier Jahren ins Heim geschickt, da seine Mutter schwer krank und sein Vater zu beschäftigt ist. Im Heim entwickelt er sich zu einem schwererziehbaren Kind. Er stiehlt, macht andauernd nur Mist und lügt kräftig. Wegen dieser Eigenschaften wird Ernst als "asozialer Psychopath" abgestempelt und andauernd von Heim zu Heim geschoben, bis er, obwohl er völlig gesund ist, in einem Irrenhaus landet. Dort wird es mit ihm auch nicht besser und deshalb kriegt er mit 14 Jahren 1943 die Todesspritze.
Das Buch ist einfach fantastisch. Robert Domes hat dieses Buch einfach grandios geschrieben. Deshalb kriegt "Nebel im August" von mir ganz klare 5 Sterne. Es ist sowohl traurig als auch spannend und einfach klasse. Ich würde es ab 13 Jahren empfehlen.
Christopher Koßmann (12 Jahre) - Kinder-Redaktion Buecherkinder.de



Als ihre Mutter schwer erkrankt kommen Ernst und seine beiden Schwestern in ein Heim. Ernst beginnt zu stehlen. Anfangs nur ab und zu, dann immer regelmäßiger. Als er erwischt wird, schickt ihn die Heimleitung fort, in ein anderes Heim. Doch dort geht es genauso weiter wie zuvor. Als „asozialer Psychopath“ und „schwer erziehbar“ abgestempelt, wird Ernst von einem Heim ins nächste abgeschoben, keines will ihn lange behalten. Am Ende landet er in Irsee, einem Heim für psychisch Erkrankte. Ernst entdeckt nach und nach einen Skandal. In dem Heim wird stark Euthanasie betrieben. Doch noch bevor er sich jemandem anvertrauen kann, wird er selbst zum Opfer.
Robert Domes hat mühsam und aufopfernd versucht Ernst Lossas Geschichte zu rekonstruieren und hat auf der Grundlage von Zeugenaussagen, Schilderungen von Anna und Amalie und ausgiebiger Recherchen eine berührende Geschichte geschaffen. Er berichtet einfühlsam über ein weniger bekanntes Kapitel des Nationalsozialismus’: die Euthanasie. Der Leser kann ganz tief in Ernsts Leben eintauchen und seine Gefühle miterleben. Das Buch ist oft sehr traurig, vor allem, als Ernst die tödliche Spritze bekommen soll. Er weiß genau, dass er durch die Spritze sterben wird und kämpft verzweifelt aber vergeblich dagegen an. Das Buch ist aufrüttelnd und fordert den Leser dazu auf, sich in Ernsts Lage hineinzuversetzen und sich aus dessen Erlebnissen eine persönliche Meinung zu bilden. Ich empfehle das Buch auf jeden Fall weiter, da es mich berührt und zum Nachdenken gebracht hat, und vergebe 5 Sterne.
Julia Gurol (13 Jahre) - Kinder-Redaktion Buecherkinder.de

Weitere Jugendbücher 12+ zu den Themen

Themen: Deutsche Geschichte