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No place, no home von Rhue, Morton, Jugendbücher, Aus dem Leben, Problemthemen

No place, no home

Rhue, Morton

Übersetzung: Ganslandt, Katarina

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2013

Verlag: Ravensburger

Empfohlen ab: 14 Jahre

ISBN: 9783473401000

Inhalt

Nie im Leben hätte Dan damit gerechnet, dass auch er und seine Eltern einmal hier landen würden: in Dignityville. Dignityville ist eine Zeltstadt, ein Zufluchtsort für Leute, die erst ihre Arbeit, dann ihr Haus verloren haben. Ein Ort für Verlierer, die sich nicht genug angestrengt haben, dachte Dan. Doch dann lernt er Menschen kennen, die ohne Schuld ihren Platz in der Mitte der Gesellschaft verloren haben - nicht jedoch ihren Stolz und den Willen, ihn sich zurückzuerobern.

Bewertung

“No place, no home” von Morton Rhue handelt vom 17-jährigen Dan, der anfangs alles hat. Er ist der Star aus dem Baseballteam seiner Schule, hat eine hübsche Freundin und eine Aussicht auf ein Sportstipendium an einem guten College. Doch wegen der schlechten Wirtschafslage verlieren seine Eltern das Haus und Dan muss in “Dignityville” ziehen, eine umstrittene Zeltstadt für Obdachlose. Wie viele anderen dachte Dan, nur Versager, Leute, die zu faul sind, um zu arbeiten, würden dort wohnen. Doch als er selbst dort einzieht, erkennt er, wie falsch er lag. Er trifft die freundlichsten, selbstlosesten Personen und bemerkt dabei, wie oberflächlich seine Freunde sind. Wie oberflächlich er selbst mal war, und die meisten Bürger der Stadt sind, denn die führen einen erbitterten Kampf gegen Dignityville. Es würde alle Obdachlose der Gegend anziehen und der Stadt ein schlechtes Image machen. Es kommt zu Demonstrationen und irgendwann eskaliert die Situation...
Morton Rhue, berühmt für “Die Welle”, bringt den Leser hier zum Nachdenken über die Wirtschaftskrise und Arbeitslosigkeit. Er zeigt dem Leser, dass Penner nicht einfach Penner sind, sondern Menschen, die ihren Zufluchtsort verloren haben - und oft selbst keine Schuld dafür tragen. Man wird wachgerüttelt, sieht, was man selbst hat und dass man Obdachlose unterstützen und nicht bekämpfen soll. Dans gesellschaftlichen Erfahrungen werden glaubhaft erzählt, seine Empfinden dabei immer betont, ohne kitschig zu wirken. Seinen Charakter muss man einfach mögen, schlicht und sympatisch.
Jedoch fehlt manchmal die Spannung und der eigentliche Höhepunkt, und der Erzählweise fehlt häufig die Leidenschaft. Hier geht es leider nicht darum, den Leser richtig zu berühren, sondern ihm das Thema Armut näherzubringen. Zwar sehr auf Amerika bezogen, aber sehr authentisch.
Durchaus lesenswert und trotz der Jugendsprache mindestens genauso interessant für Erwachsene gebe ich dem Buch 4 Sterne.
Daria Lipsky (15) :: Kinder- und Jugendredaktion Buecherkinder.de

Themen: Problemthemen