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Noch lange danach von Pausewang, Gudrun, Jugendbücher, Aus dem Leben, Aus dem Leben

Noch lange danach

Pausewang, Gudrun

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2012

Verlag: Ravensburger

Empfohlen ab: 12 Jahre

ISBN: 9783473400751

Inhalt

Deutschland, 40 Jahre nach einer Atomkatastrophe. In einem der wenigen noch bewohnbaren Teile des Landes lebt die sechzehnjährige Vida mit ihrer Mutter. Vida ist Betroffene und Botschafterin: In einem Gespräch mit Studenten aus anderen Ländern berichtet sie von den schrecklichen Ereignissen und wie es gelingen kann, den Alltag trotz aller Widrigkeiten zu meistern.

Gudrun Pausewang schrieb dieses Buch unter dem Eindruck der schrecklichen Ereignisse in Fukushima.

Bewertung

Deutschland im Jahr 2061: Das Land ist radioaktiv verstrahlt, die Wirtschaft vollkommen zusammengebrochen und Deutschland ist eins der ärmsten Länder der Welt. Nach dem Super GAU in einem deutschen Atomkraftwerk 2020 – zwei Jahre vor der geplanten Abschaltung aller nuklearen Kraftwerke - hat sich alles verändert. Die Krankheiten und die Kindersterblichkeit haben zugenommen und die Arbeitslosigkeit ist rasant gestiegen. Die Bevölkerung lebt an der Armutsgrenze und der Staat ist froh um jeden Bürger, der beschließt, sein Glück in einem anderen Land zu suchen. In dieser Situation wächst Vida auf, die 16-jährige Protagonistin. Ihr Vater lebt in Südamerika, ihre Mutter hat Depressionen und ihre Großmutter, ihre wichtigste Bezugsperson, ist gestorben. Trotzdem hat sie „Glück gehabt“. Glück, dass sie überhaupt geboren wurde und dass sie gesund ist. Von der Schule wurde sie auserkoren südamerikanischen Besuchern eine Führung durch die Schule zu geben. Von ihr erfahren wir alles über das Vor und Nach der Katastrophe. Was ihre Oma ihr vom Davor erzählt hat und wie sie jetzt im Danach lebt.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Die Autorin schafft es, ein sehr realistisches und erschreckendes Bild vom Leben nach einer möglichen Atomkatastrophe zu malen. Dabei macht sie einem keine Angst, sondern versucht vielmehr an unser Gewissen zu appellieren und macht Vorschläge, was man ändern könnte, dass es nie so weit kommen wird. Der Schreibstil des Buches ist sehr interessant. Es liest sich wie ein Interview der Gastschüler mit Vida. Allerdings sieht man die gestellten Fragen nicht, sondern nur Vidas Antworten. Das passt aber sehr gut zur Geschichte, da sie keine wirkliche Handlung hat. Vida erzählt nur von der Katastrophe, der Zeit danach und davon, wie sie heute leben. Das Buch lässt sich sehr gut und flüssig lesen und ist eine gute Lektüre für Kinder ab 13 Jahren. Außerdem denke ich, dass sich das Buch sehr gut als Schullektüre eignen würde, da es ein aktuelles Thema behandelt, aber nicht so umfangreich ist (nur etwa 120 Seiten). Da die Geschichte zwar keine Spannungen oder Höhepunkte hat, aber sehr aufrüttelnd ist vergebe ich 4 von 5 Sternen.
Tessa Marie Scholler (14) :: Jugend-Redaktion Buecherkinder.de

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