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Opas Insel von Davies, Benji, Bilderbücher, Zum Vorlesen, Aus dem Leben

Opas Insel

Davies, Benji

Übersetzung: Hohnhold, Johanna

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2016

Verlag: Aladin

Empfohlen ab: 4 Jahre

ISBN: 9783848901029

Inhalt

Sam und sein Opa sind unzertrennlich. Eines Tages nimmt Opa Sam mit auf eine Reise, die sie zu einem magischen Ort führt. Sie erobern eine Welt voller Wunder und machen die tollsten Entdeckungen. Doch als das Abenteuer sich dem Ende zuneigt, ist nichts mehr, wie es war.

Bewertung

Abschiede sind ein kniffliges Thema. Denn auch die Kleinsten spüren und kennen ihn schon, den Schmerz, wenn jemand geht – vielleicht sogar für immer. Beni Davies zieht das Thema allerdings erst einmal von der anderen Seite auf. Er betont das Schöne, Bunte, Phantasievolle.

 

Sam besucht fast jeden Tag seinen Opa. Wir begleiten ihn dabei an einem ganz besonderen Tag. Dem Tag, an dem Sams Opa ihm eine geheimnisvolle Geheimtür zeigt, durch die sie auf ein Schiff kommen, dass sie zur titelgebenden Insel führt. Zunächst einmal scheint das noch ein Loblied auf die gemeinsame Phantasie, auf das Spiel und die Freiheit der Gedanken zu sein. Liebevoll in Text und Bild umgesetzt. Doch dann kommt der Wendepunkt: Sams Opa erklärt seinem Enkel, eigentlich auf der Insel bleiben zu wollen. Und Sam akzeptiert das. Die beiden verabschieden sich ein letztes Mal, dann reist Sam alleine zurück.

Stark ist, dass Sam hier gleich eine wichtige Aufgabe alleine meistert. Dass er spürt, Dinge, die er vorher mit seinem Opa zusammen gemacht hat, auch alleine schaffen zu können. Trotzdem wird das Buch hier düsterer, auch die Illustrationen sind nicht mehr so farbenfroh und überbordend. Hier sei aber schon verraten: Ein bunter Moment schließt das Buch ab. Denn das ist ja das Gute: Selbst wenn wir uns verabschieden müssen, im schlimmsten Fall für immer, bleiben die schönen Erinnerungen.

 

„Opas Insel“ beschreibt eine tolle und nachahmenswerte Enkel-Großelternbeziehung und die Kraft der Phantasie. Gleichzeitig spielt aber auch das Thema des Todes mit, auch wenn dieser nicht offen genannt wird. Natürlich ist es unrealistisch, dass Sam eine so harmonische Möglichkeit hat, sich so bewusst von seinem Opa zu verabschieden, als der seine Zeit für gekommen empfindet. Für ein erstes Herantasten an das Sterben könnte „Opas Insel“ aber durchaus ein gutes Buch sein, sozusagen ein erster Türöffner zu einer schwierigen Thematik. Und wer diese Einladung nicht annehmen möchte, der biegt einfach ab zu den bunteren Bildern, zum Dschungel-Insel-Feeling und dem Zauber der eigenen Gedanken.

 

Saskia Geisler :: Redaktion Buecherkinder.de

Themen: Aus dem Leben