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Pampa Blues von Lappert, Rolf, Jugendbücher, Aus dem Leben, Liebe

Pampa Blues

Lappert, Rolf

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2012

Verlag: Hanser

Empfohlen ab: 14 Jahre

ISBN: 9783446238954

Inhalt

Der 16-jährige Ben sitzt in dem verschlafenen Nest Wingroden fest, wo es nicht viel mehr gibt als eine Tankstelle, den Baggersee und die schöne Friseuse Anna. Als der Visionär Maslow Nachrichten von einem UFO verbreitet, um den Ort in eine Pilgerstätte zu verwandeln, taucht Lena mit ihrer Kamera auf. Maslows Plan scheint zu funktionieren. Doch dann treibt das UFO in den Nachbarort ab, Polizei und Presse kommen wegen eines Mordverdachts, Lena ist gar keine Journalistin - und Ben ist verliebt ...

Bewertung

Ben ist 16 und sitzt wohlmöglich bis zu seinem Lebensende in Wingroden fest, einem Dorf, das seiner Meinung nach den Namen Dorf gar nicht verdient hat. Sein Leben besteht einzig und allein darin, seinen Großvater zu pflegen und mit dem optimistischen Maslow zu reden. Doch Maslow hat einen Plan: er will aus Wingroden einen Touristenort machen, eine Pilgerstätte für UFO-Fanatiker. Doch dafür muss er erst einmal irgendwoher ein UFO auftreiben und den anderen im Dorf klar machen, es wäre auf der Dorfwiese gelandet. Dann taucht auch noch die junge Reporterin Lena auf, und Ben ist hin und weg. Doch bald stellt sich heraus, dass Lena gar keine Journalistin ist. Und schon steht das ganze Leben in Wingroden Kopf.
Das Buch "Pampa Blues" ist eine schön erzählte Geschichte mit einer Handlung, die sich nicht in jedem 5. Buch wiederholt. Schon von den ersten Seiten an kann man sich vorstellen, wie sich Ben zwischen all den alten Bauern fühlt und wie sehr er sich nach Freiheit sehnt. Oft kommen Stellen an denen Ben über seinen Vater berichtet, der in Afrika war und dort verunglückt ist. Ben´s Drang, nach Afrika zu reisen, ist unglaublich fesselnd und mitreißend beschrieben. Leider gibt es einige Stellen im Buch, die sich etwas in die Länge ziehen und es gab einige Absätze, die ich überspringen musste. Trotzdem ist das Buch weiter zu empfehlen, nicht nur für junge Leser. Bens Schicksal scheint unscheinbar und sein Leben normaler als das der Helden vieler anderer Bücher. Gleichzeitig ist es bewegend und es lässt einen über die schönen Dinge im Leben nachdenken. 4 Sterne.
Clara Pietrek (16) :: Jugend-Redaktion Buecherkinder.de



Ben Schilling ist 16 und lebt mit seinem senilen Großvater Karl irgendwo im Nirgendwo in dem Ort Wingroden - es passt, dass man aus "Wingroden" auch das Wort "nirgendwo" bilden kann. Seine Mutter ist Sängerin und ständig in der Welt unterwegs, sein Vater kam vor Jahren bei einem Flugzeugunglück in Afrika ums Leben. So ist Ben allein auf sich gestellt und trägt außerdem noch die Verantwortung für seinen Großvater.
Im Ort leben 10 Leute und es ist nie was los. Damit finden sich eigentlich auch alle ab, außer Ben und sein älterer Kumpel Maslow. Ben möchte seinen Großvater endlich loswerden und seinen Vater, von dem er glaubt, dass er noch lebt, in Afrika finden. Maslow möchte mit allen möglichen und unmöglichen Ideen aus Wingroden einen weltbekannten Ort machen.
Dieses Mal hat er sich etwas ganz Besonderes einfallen lassen: Er hat ein UFO gebastelt und lässt es vor den anderen Bewohnern von Wingroden fliegen, in der Hoffnung, dass sie es für ein echtes UFO halten. Sein Plan geht auf und schon bald erscheint eine vermeintliche Reporterin, die offensichtlich einen Artikel über dieses geheimnisvolle UFO schreiben möchte.
Doch Ben findet heraus, das Lena keineswegs eine Reporterin ist und aus einem ganz anderen Grund nach Wingroden gekommen ist. Doch mit der Ankunft von Lena ändert sich das Leben in Wingroden.
Mir hat dieses Buch nicht so gut gefallen: Es lässt sich sehr gut lesen, ist allerdings nicht sehr spannend und mir fehlte ein wirklicher Höhepunkt. Der Autor Rolf Lappert beschreibt das eintönige Leben eines Jugendlichen, der darauf wartet und daran arbeitet, sich seinen Traum zu erfüllen, aber gefangen ist in einem Kaff irgendwo in der Pampa. So wie das Leben in Wingroden dahin plätschert, so liest sich dieses Buch.
Die Lebensgeschichten der unterschiedlichen Charaktere, die in Wingroden leben, werden nachvollziehbar erzählt. Man kann sich gut in ihre Situation hineinversetzen und ihre Gründe, in Wingroden zu bleiben, verstehen.
Das Titelbild gibt die Stimmung des Buches sehr gut wieder: mitten im Nichts eine verloren wirkende Zapfsäule einer Tankstelle. Man könnte einen Vergleich zu dem Leben Bens ziehen, er fühlt sich ebenfalls verloren in seinem Leben, erkennt aber mit Hilfe seiner Freunde, wie wichtig Zusammenhalt ist und dass alle aufeinander angewiesen sind und so gelingt es ihm, seinem Leben wieder eine Richtung zu geben.
Ich vergebe 3 Sterne und empfehle das Buch durchaus auch für ältere Leser. Finn (13) :: Jugend-Redaktion Buecherkinder.de

Themen: Liebe