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Papa, hörst du mich? von Bos, Tamara, Kinderbücher, Vorlesen, Tod & Trauer

Papa, hörst du mich?

Bos, Tamara / van Haeringen, Annemarie

Übersetzung: Uitgeverij, Leopold

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2013

Verlag: Freies Geistesleben

Empfohlen ab: 7 Jahre

ISBN: 9783772525162

Inhalt

Hört er mich noch, der geliebte Mensch, wenn er tot ist? Hört er mich noch? Für den kleinen Polle am Bett seines nach langer Krankheit gestorbenen Vaters lautet die unerschütterliche Antwort: JA!
Und so spricht er weiterhin mit ihm. Erzählt ihm alles, was zuhause rund um die Beerdigung geschieht – mit ihm, mit Mama, mit seinem Bruder und dem Leben.
Er erzählt davon, was bleibt, was sich verändert und was so unendlich wehtut und dennoch nicht ohne Hoffnung ist.

Bewertung

Dieses Buch habe ich für die Bücherkinder gemeinsam mit meiner Mama gelesen. Es handelt von einem traurigen Thema, denn der Papa von dem siebenjährigen Jungen Polle ist gestorben. Von einem Tag auf den anderen hat sich alles um Polle herum verändert.
Der Vater liegt noch zu Hause in seinem Bett und Polle setzt sich neben ihn und spricht mit ihm. Er erzählt, was jetzt zu Hause alles vor sich geht, wie sich die Mama, sein Bruder Dajo, die Oma und die anderen Verwandten verhalten und er erinnert sich an die gemeinsamen Erlebnisse mit Papa und wie das alles so war mit Papas Krankheit.
Polle ist überzeugt, dass der Papa ihn hören kann, auch wenn er nun nicht mehr antwortet. Er vergleicht Papas Krankheit mit einem superlangen Stratego-Spiel, bei dem die Soldaten gewonnen haben und Papa verloren hat. Mit dem Papa hat Polle auch immer Stratego gespielt. Nun muss er es allein spielen, was eigentlich nicht geht. Deshalb stellt er nur die roten und blauen Figuren ordentlich auf. Diese Stratego-Figuren findet man auch als Zeichnungen im Buch, am Anfang in verschiedenen Kampfszenen. Später ist zu sehen, wie eine Spielfigur auf einer Trage von vier Soldaten mit gesenkten Köpfen weggetragen wird. Noch später halten Soldaten Blumen in den Händen und ganz am Ende sieht man eine Figur auf einer Wolke sitzen und einen Hut auf einer anderen Wolke daneben. Ich dachte mir, dass es bestimmt der Mann, der vorher auf der Trage lag, ist, der nun gestorben ist und denen, die noch am Leben sind, vom Himmel aus zuwinkt. Das ist ein schöner Gedanke. Genau weiß man es ja nicht, was passiert, wenn jemand gestorben ist, aber so stelle ich es mir auch vor.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen, obwohl es irgendwie traurig ist, aber es ist auch sehr schön geschrieben. Ich möchte dafür 5 Sterne vergeben.
Hanna Nebe-Rector: Es ist mir ein Bedürfnis, als "mitlesende Mama" auch noch etwas hinzuzufügen: Dieses Buch kann helfen, die lähmende Sprachlosigkeit, die sich zuweilen beim Tod naher Angehöriger einstellt, zu überwinden - schon allein dadurch, dass man es miteinander liest und gemeinsam die Bilder betrachtet. Gerade durch die schnörkellose, behutsame Sprache und die ebenso einfachen wie eindringlichen Zeichnungen stellt sich ein besonderes Gefühl des Berührt-Seins ein, welches sich gegenseitig auch ohne große Worte mitgeteilt werden kann. Trotz des schwermütigen Themas ist dieses Büchlein eine Freude. Gut kann es auch im therapeutischen Bereich eingesetzt werden. Ich denke, es ist eines der besten kindgerechten Bücher, die es zu dieser Thematik gibt. Es ein kleines Meisterwerk zu nennen, ist sicher keine Übertreibung. Deshalb auch von mir 5 Sterne!
Jakob Nebe (9) :: Kinder- und Jugendredaktion Buecherkinder.de

Themen: Tod & Trauer