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Paradiessucher von Dumont, Rena , Jugendbücher, Aus dem Leben, Historie

Paradiessucher

Dumont, Rena

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2013

Verlag: Hanser

Empfohlen ab: 14 Jahre

ISBN: 9783446241640

Inhalt

Lenka ist 17 und träumt davon, in den Westen zu gehen. Sie hat genug vom sozialistischen Leben in der böhmischen Kleinstadt. Als sie und ihre Mutter endlich ein Visum für zwei Wochen Deutschlandurlaub bekommen, ist klar: Sie werden nicht mehr zurückgehen. Doch erst jetzt merken sie, wie schwer es ist, die Heimat, alle Freunde und Verwandten zurückzulassen. Und Pavel, die erste Liebe. Doch auch das fremde Land macht es einem nicht leicht. Das soll es also sein, das lang ersehnte Paradies?

Bewertung

Der Roman Paradiessucher, der auf der eigenen Geschichte der Autorin basiert, handelt von der 17-jährigen Lenka, die mit ihrer Mutter aus dem kommunistischen Tschechien flüchtet und in Westdeutschland neu beginnen möchte.
Kein Klopapier, Polyesterkleidung und politische Ungerechtigkeit – das ist der Alltag in der tschechischen Kleinstadt Prostejov, doch Lenka hat genug davon: sie möchte frei sein, Chancen haben, der Routine entfliehen, das vorgegebene Muster brechen. So flieht sie gemeinsam mit ihrer Mutter in die BRD. Das Land der FA-Seife, der Bravo Zeitschrift – der Zukunft.
Doch dort angekommen ist alles anders. Von Luxus und gebratenen Tauben ist hier keine Spur. Durchbeißen lautet die Devise. Dennoch geben die beiden nicht auf und setzen alles auf eine bessere Zukunft.
Mir gefiel das Buch sehr gut. Von Anfang an sprach es mich thematisch an und der Titel klang verlockend. Das Buch hat auf jeden Fall meine Erwartungen erfüllt – nicht übertroffen, aber sicher erfüllt.
Es ist sehr ehrlich und glaubwürdig geschrieben, sicher liegt es auch daran, dass die Autorin selbst ähnliche Erfahrung wie ihre Protagonistin machte. Immer wieder schafft sie es, mich zum Schmunzeln zu bringen, zu erstaunen und zu rühren.
Der Roman gewährt neue Einblicke in eine Zeit, die uns so bekannt und 1000 mal durchgekaut scheint und trotzdem immer noch brennend interessiert. Wir bekommen Orte „zu sehen“, die uns eigentlich verschlossen bleiben, über die wir nicht einmal nachdenken – wie das Asylantenlager. Teilweise sind Denkweisen und Handlungen der Personen für uns heute nicht mehr nachvollziehbar, doch durch die authentische Erzählweise und verblüffenden Äußerungen fällt es leichter zu verstehen und sich hineinzuversetzen.
Was ich mir noch gewünscht hätte, wäre ein klein wenig ausgebauteres Ende, ich hätte gern etwas mehr erfahren.
Alles in allem ein gutes Buch, das man jedem empfehlen kann, der auf die Schnelle oder zwischendurch etwas zu lesen braucht.
Ich gebe 4 Sterne.
Elisa Lehmann (14) :: Jugend-Redaktion Buecherkinder.de

Themen: Historie