Kinderbücher  >  Kinderliteratur
Radieschen von unten von Aakeson, Kim Fupz, Kinderbücher, Kinderliteratur, Außergewöhnliches

Radieschen von unten

Aakeson, Kim Fupz / Slocinska, Kamila

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2012

Verlag: Mixtvision

Empfohlen ab: 8 Jahre

ISBN: 9783939435518

Inhalt

Der Bestatter hat keine Frau, keine Hobbys, keine Haustiere. Sein Alltag besteht aus Haferflocken, Fernsehen und Leichen. Doch etwas ist besonders im Leben des Bestatters: Er kann mit den Toten sprechen. Bevor er den Sargdeckel schließt, fragt ihn eine junge Frau nach seinen Träumen, nach den tausend Dingen, die er gerne noch erleben möchte. Von da an kommt Farbe in das Leben des Bestatters! Denn um das Paradies zu finden, muss man nicht tot sein. Das Paradies ist hier und jetzt.

Bewertung

Es geht um einen Bestatter, der jeden Tag dasselbe tut. Er isst immer ein Schälchen Haferflocken oder ein Knäckebrot mit Käse. Er geht jeden Tag an dem Schuh-Reparatur-Schnelldienst, an dem Computerladen, an der Blumenverkäuferin und am Supermarkt auf dem Weg zur Arbeit vorbei. Er schaut jeden Abend fern. Über dies und das.
Die Blumenverkäuferin fragt ihn jedes Mal, ob er eine Blume kaufen möchte, aber er will nie eine kaufen, weil er denkt, dass es sich nicht lohnt, denn sie verwelken, lassen die Köpfe hängen und man kann sie nur noch wegschmeißen.
Bei seiner Arbeit kümmert er sich um die Toten. Er wäscht und frisiert sie. Er zieht ihnen ihre hübschesten Sachen an, er legt sie in den Sarg und schließt den Deckel, den er danach festschraubt.
Keiner weiß, dass er auch mit den Toten reden kann. Eines Tages bestattet er einen Opa, der hatte 4 Schäferhunde und eine Frau mit einem großen Po sowie einen Landwirt, der nur wissen will, wie das Wetter draußen ist und sich fragt ob es ein Leben nach dem Tod gibt. Am nächsten Tag bestattet er eine sehr junge Frau die schon früh durch einen Autounfall gestorben ist. Sie hatte so viele Träume und Wünsche und es gab so viele Sachen, die sie noch gerne getan hätte. Sie war sehr traurig. Der Bestatter versuchte sie zu trösten, vielleicht gibt es ja doch noch ein Paradies.
Nach diesem sonderbaren Tag mit der jungen Frau träumt der Bestatter einen bösen Traum in dem er selber tot ist.
Am nächsten Tag bestattet er eine energische Dame die 1000 Dinge erleben wollte. Der Bestatter ist nicht recht bei der Sache, weil er immer an die junge Frau denken muss. Dem Bestatter geht es nicht gut, deshalb macht er früher Schluss und geht an die frische Luft. Er kauft Milch und Haferflocken im Supermarkt ein, aber keine Blume.
Er hat Kopfschmerzen von der wütenden Frau, ist ganz durcheinander und träumt einen wirren Traum.
Am nächsten Tag bestattet er einen Teppichhändler, der die meiste Zeit ganz ruhig ist. Obwohl es viel zu früh ist, schließt der Bestatter sein Institut. Er muss einfach an die frische Luft. Als er an dem Blumenladen vorbei geht, fragt ihn die Verkäuferin wie üblich, ob er eine Blume kaufen möchte und dieses Mal kauft er eine rote Rose. Er geht zu dem Grab von der jungen Frau, an die er immer denken musste und legt die Rose darauf. Dann geht er in die Stadt und schaut sich genauer als sonst um. Paradies denkt er, Paradies.
Ich fand das Buch ernst. Es geht um das Thema Tod und was man aus seinem Leben machen kann oder sollte. Man soll den Mut zur Veränderung finden, auch wenn die tägliche Routine eine Art Sicherheit gibt. Das Buch war ziemlich schnell zu lesen mit wenig Text und vielen Bildern, trotzdem hat es ziemlich nachdenklich gemacht und man überlegt noch lange nach dem Lesen über das Thema.
Ich empfehle das Buch für alle ab 9, die gerne traurige Bücher lesen, die zum Nachdenken anregen.
Ich vergebe 4 von 5 Sternen.
Namira Hoeppner (10) :: Kinder-Redaktion Buecherkinder.de

Themen: Außergewöhnliches