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Rosendorfer muss dran glauben von Bertram, Rüdiger, Jugendbücher, Krimi & Thriller, Spannung

Rosendorfer muss dran glauben

Bertram, Rüdiger

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2013

Verlag: Oetinger

Empfohlen ab: 13 Jahre

ISBN: 9783789131981

Inhalt

Was ist Fantasie? Was ist Wirklichkeit? Ein spannender Psycho-Krimi. Als der siebzehnjährige Moritz für einen Buchverlag „urban legends“ erfinden soll, klingt das wie ein Traumjob. Seltsam findet er nur, dass seine Geschichten auf einmal ein Eigenleben entwickeln. Der Albtraum beginnt, als Moritz einen Mord erfindet, der im Anschluss wirklich geschieht. Gibt es jemanden, der seine Geschichten in die Tat umsetzt? Welche Rolle spielt sein Verleger? Und wo liegt die Grenze zwischen Fantasie und Realität?

Bewertung

Moritz ist ein begeisterter Geschichtenerzähler. Mit seinen vor Verrücktheit sprühenden Ideen erfindet er die unheimlichsten und ungewöhnlichsten Stories. Der Haken bei der Sache ist jedoch, dass sich bis jetzt keiner so richtig für Moritz´ ausgefallenen Geschichten interessiert, seine Freundin verzweifelt fast daran, dass Moritz keinen richtigen Job findet, sondern lieber den ganzen Tag durch die Stadt läuft und nach neuen Inspirationen und Geschichten Ausschau hält. Das ändert sich nicht, bis eines Tages ein erfolgreicher Verleger Moritz anspricht und ihn bittet, sich für seine Firma alltägliche, erschreckende Geschichten auszudenken und sie gemeinsam mit seinem Arbeitskollegen Pascal zu verbreiten. So ist bald in den Nachrichten zu hören, dass eine Frau, die sich eine Handtasche in Asien gekauft hatte, zurück in Deutschland von einer in der Handtasche versteckten Schlange zu Tode gebissen wurde. Oder man hört von einem Bundestrojaner, mit dem der Staat illegale Musikhörer entlarven möchte, indem er ihnen parallel kinderpornigrafische Bilder auf den Computer lädt. Moritz denkt, er hätte den Job seines Lebens gefunden – bis er merkt, dass seine Geschichten Realität zu werden scheinen …
Das wohl ungewöhnlichste an diesem Thriller ist, dass die Handlung nicht aus der Sicht eines allwissenden Erzählers oder aus der Ich-Perspektive von Moritz erzählt wird. Denn der Thriller „Rosendorfer muss dran glauben“ wird aus der Sicht eines Mannes erzählt, der beauftragt wurde, Moritz auf Schritt und Tritt zu verfolgen. So liest man Sätze wie „Die Nanokameras senden ihre Bilder und Töne per Funk direkt auf meine Laptop, drahtlos und in Echtzeit. Wo er hingeht, gehe auch ich hin, so einfach ist das.“. Dies mag auf den ersten Eindruck sehr befremdlich wirken, und das ist es auch. Erst nach einiger Zeit gewöhnt man sich daran, doch mit dieser Perspektive hatte der Autor eine wirklich witzige Idee. Doch leider, so spannend die Story auch klingt, konnte mich das Buch auf den ersten 100 Seiten nicht fesseln, und das ist für 223 Seiten dann doch ziemlich lange. Auf den ersten 100 Seiten passiert leider viel zu wenig, Moritz ist zu lange mit seinem Geschichtenerzählen beschäftigt, ohne dass es zu einer überraschenden Wendung oder irgendeinem spannenden Ereignis kommt. Zu Ende hin, das waren aber leider nur die letzten 50 Seiten, wird das Buch dann erst so richtig spannend. Wer also ein nettes Buch für zwischendurch, aus einer interessanten Perspektive erzählt, lesen möchte, ist hier genau richtig. Jedoch würden alle wahren Thriller-Fans an dem Thriller mit dem gewöhnungsbedürftigen Titel „Rosendorfer muss dran glauben“ nicht ihre Gänsehaut- und Spannungsfreude ausleben können. Ich empfehle den Thriller ab 14 Jahren und vergebe 3 Sterne.
Miriam Thiel (16) :: Jugend-Redaktion Buecherkinder.de

Themen: Spannung