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Rote Linien von Blobel, Brigitte, Jugendbücher, Aus dem Leben, Aus dem Leben

Rote Linien

Blobel, Brigitte

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2007

Verlag: Arena

Empfohlen ab: 12 Jahre

ISBN: 9783401027333

Inhalt

Kitty hat vor allem Angst – vor der Schule, vor den Lehrern ... Sven ist der Einzige, der merkt, dass Kitty wirklich Hilfe braucht. Aber da ist es schon fast zu spät. Brigitte Blobel erzählt in ihrem packenden Roman die Geschichte eines Mädchens, das sich "ritzt". Was harmlos anfängt, nimmt schließlich fast ein tödliches Ende.

Bewertung

Kitty ist verängstigt, schreckhaft und verträumt. Sie redet und lacht nicht viel. Mit ihren, Eltern, Lehrern und Mitschülern kommt sie nicht mehr klar. Und überall sieht sie Maden. Die ekligen Tierchen sind im Keller ihres Hauses. Da, wo ihr Vater für Kitty einen Platz an seiner Werkbank freigeräumt hat, damit sie in Ruhe lernen kann und ihre schulischen Leistungen endlich wieder gut werden. So gut wie früher, als alles noch anders war. Aber Kitty kann sich auch dort nicht konzentrieren. Sie kann nur auf die Hobelspäne zu ihren Füßen starren, zwischen denen es von Würmern, Tausendfüßlern und Maden nur so wimmelt. Sie sieht die Maden auch in der Schule. An der Zimmerdecke, hinter dem Schrank, auf dem Fußboden, in den Ritzen der Tafel und in ihrer Schultasche wimmelt es nur so von Ungeziefer. Und wenn ihr alles über den Kopf wächst, verletzt Kitty sich selbst. Schließlich eskaliert die Situation und Kitty wird nach einem Selbstmordversuch in die Kinder- und Jugendpsychiatrie eingeliefert ...
Erst einmal haben mich der Titel und die Gestaltung des Buches angesprochen. Im Nachhinein entdecke ich aber keinen großen Zusammenhang zwischen dem Cover und der tatsächlichen Geschichte. Denn im Buch ist nie die Rede davon, dass die Hauptperson des Romans auf ihrem Bett sitzt und sich mit einer Rasierklinge verletzt, wie es auf der Abbildung zu sehen ist. Ich vermute, dass sich das Buch mit dieser reißerischen Aufmachung besser verkaufen soll. Ich finde es schade, dass der Verlag keine passendere Covergestaltung zu Stande gebracht hat. Außerdem denke ich, dass es sich hierbei um ein aktuelles und dringendes Thema handelt. Deshalb hatte ich auch einen Text, im Anschluss an die Geschichte erwartet, in dem noch mehr Informationen zu selbstverletzenden Verhalten oder Adressen, bei denen Betroffene Hilfe erfahren können, erwartet. Es gibt aber leider keinen solchen Anhang.
Die eigentlich Geschichte wird teilweise wirklich einfühlsam erzählt, teilweise fehlen mir aber ein paar Informationen zum Grund für ihr Verhalten oder zu den genauen Gefühlen und Gedanken der Hauptperson. Natürlich ist mir klar, dass bei diesem komplexen Thema nicht einfach eine Standarterklärung abgegeben werden kann. Aber wenigstens auf Kittys totale Verwirrung oder Verzweiflung hätte noch deutlicher eingegangen werden können. Ansonsten gefällt mir, dass mit Kittys Freund Sven auch die Rolle eines Außenstehenden angesprochen wird, der versucht mit den Problemen seiner Freundin umzugehen. Und auch die Beschreibung von Kittys Erfahrungen in der Psychiatrie sind ein wichtiger Teil der Geschichte. Ich denke, dass gerade Informationen über die Hilfe, die man als Betroffener beanspruchen kann, vielleicht dem ein oder anderem, der dieses Buch liest, Mut gibt, sich selbst auch jemandem anzuvertrauen. Im Großen und Ganzen ist es ein schwieriges Thema, das in diesem Buch größtenteils gut umgesetzt wird. Ich empfehle das Buch ab 13 Jahren und vergebe 4 Sterne.
Anna Göttlich (15 Jahre) - Kinder-Redaktion Buecherkinder.de



Kitty hat Angst. Angst davor in die Schule zu gehen und von ihren Lehrern fertiggemacht zu werden, Angst vor den Maden, die in ihrem Leben aus allen Ecken hervorkriechen zu scheinen und Angst ihrer Angst nicht mehr standhalten zu können. Sie verkriecht sich immer mehr in ihrer Welt, wird verschlossen und still. Der Einzige, der merkt, dass irgendetwas mit ihr nicht stimmen kann, ist ihr Freund Sven. Als er jedoch merkt, dass er allein ihr nicht helfen kann, ist es fast schon zu spät ...
"Rote Linien" ist ein einfühlsamer Roman, in dem Brigitte Blobel menschlich und zurückhaltend, aber dennoch eindringlich beschreibt, wie ein ganz normales fröhliches Mädchen ihren Ängsten und Problemen nicht mehr standhalten kann und sich immer weiter zurückzieht, bis sie keinen anderen Asuweg mehr weiß, als Schmerz - und sogar den Tod. Als Ursache dafür, zählt Blobel den immer weiter steigenden Leistungsdruck in der Schule, Probleme mit Freunden und Familie und die immerwährende Angst in der Schule und im Leben zu versagen, auf. Kurz und gut: sie gibt dem Leser ein klare Nachricht mit: Es kann jeden treffen! Ein supertolles Buch, das ich für alle ab 14 empfehle. Ich vergebe 5 Sterne.
Julia Gurol (14 Jahre) - Kinder-Redaktion Buecherkinder.de

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