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Scherbenparadies von Beale, Fleur, Jugendbücher, Aus dem Leben, Problemthemen

Scherbenparadies

Beale, Fleur

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2008

Verlag: Arena

Empfohlen ab: 13 Jahre

ISBN: 9783401027289

Inhalt

Kirby ist verzweifelt, als sie für vier Monate zu ihrem Onkel ziehen muss. Dessen Familie gehört einer religiösen Sekte an, die ihr Leben streng nach der Bibel ausrichtet. Und aus Kirby soll Esther werden, eine junge Frau, die nach den strengen Regeln der Sekte lebt. Kirby wehrt sich mit aller Kraft, doch schon bald weiß sie nicht mehr, wer sie ist: Esther oder Kirby?

Bewertung

Kirby muss für 4 Monate zu ihrem strengreligiösen Onkel und dessen Familie ziehen. Angeblich, weil ihre Mutter ein Flüchtlingsprojekt in Afrika leiten wird. Kirby ist geschockt. Ihr Onkel gehört zu einer strengen Sekte und sie wird gezwungen graue lange Röcke zu tragen. Immer wenn sie etwas Falsches sagt, muss die ganze Familie zehn Minuten lang beten und wer ungehorsam ist wird zwei Tage lang in die Disziplinkammer gesperrt um dort eine Bibelstelle auswendig zu lernen. Die Krönung zu alldem ist noch, dass Kirby ihren Namen ändern muss und fortan Esther genannt wird. Kirby fühlt sich in der engen Welt der Glaubensgemeinschaft nicht wohl und schon bald merkt sie: sie muss weg, sie muss fliehen. Fliehen, solange es noch nicht zu spät ist ...
"Scherbenparadies" ist einfach total schön und realistisch erzählt. Auch wenn Kirby und die anderen Personen in diesem Fall nur fiktiv sind, so stehen sie doch für eine ganze Menge anderer Jugendlicher, die dasselbe Schicksal haben. Mir gefällt auch der Titel so gut, denn, als Kirby endlich aus der Sekte geflohen ist, liegt ihre Leben in Scherben: ihre Mutter ist in eine Psychiatrie eingeliefert worden, sie hat keine Bleibe und außerdem weiß sie lange Zeit nicht einmal, ob sie nun Esther oder Kirby ist. Das Wort "Paradies" im Titel spielt auf die strengen Religionsvorschriften innerhalb der Sekte an.
Die Autorin spricht in ihrem Buch aus Erfahrungen, denn sie hat ein Jahr lang als Lehrerin einem Schüler geholfen aus einer Sekte auszusteigen. Dieser Junge wird in dem Buch durch Daniel charakteristisch dargestellt, denn auch er wollte Medizin studieren. Dadurch gelingt es ihr, die Personen unheimlich realistisch darzustellen und gewährt dem Leser einen tiefen Einblick in die Gefühle der Protagonisten.
Ich empfehle "Scherbenparadies" auf jeden Fall weiter und vergebe 5 Sterne.
Julia Gurol (14 Jahre) - Kinder-Redaktion Buecherkinder.de



Ellen Greenland ist in einer Sekte aufgewachsen und mit 16 Jahren nach einem schrecklichen Vorfall von dort weggelaufen. Seitdem führt sie mit ihrer Tochter Kirby ein relativ normales Leben. Doch dann – viele Jahre später – holt die Vergangenheit sie wieder ein. Plötzlich stehen Mitglieder der Sekte vor ihrer Haustür, schicken Briefe und setzten sie unter enormen Druck. Schließlich bricht Ellen zusammen und gibt Kirby zu Onkel Caleb, der mit seiner Familie streng nach den Regeln und Vorschriften der Sekte lebt. Er wohnt mit den vielen Angehörigen der Glaubensgemeinschaft in einem kleinen Dorf, abgeschieden von der restlichen Welt und ohne Radio oder Fernsehen. Kirbys Leben ändert sich schlagartig. Da ihre neue Familie nur biblische Namen akzeptiert, wird sie ungefragt "Esther" getauft. Sie darf nur noch lange, graue Röcke tragen, muss die Haare mit einem Tuch bedecken und sich um Haushalt und Kinder kümmern. Wenn sie sich falsch benimmt, wird sie hart bestraft. Aber Kirby kann sich in diesem engen, altmodischen und ganz und gar von ihrem Onkel dominierten Leben nicht zurecht finden. Sie will nur noch weg! Allerdings hat sie kein Geld, keinen Ort, wo sie hingehen kann und sie weiß nicht einmal, wo ihre Mutter ist! Und irgendwie beginnt ihr allmählich das Leben in einer richtigen Familie mit Geschwistern und das starke Gefühl der Zusammengehörigkeit zu gefallen. Bald läuft alles darauf hinaus, dass Kirby zwar ununterbrochen ihre Flucht plant, aber letztendlich gar nicht mehr sicher ist, ob sie wirklich weg will. Sie hat sich so in ihre Rolle als "Esther" eingelebt, dass sie schon fast zu der strengen Glaubensgemeinschaft dazugehört. Sie sieht ein, dass sie erst mal herausfinden muss, wer sie wirklich ist und kommt gleichzeitig der Geschichte ihrer Mutter auf die Spur.
Wieso das Buch auf alle Fälle lesenswert ist: Das Thema des Romans ist sehr aktuell und interessant, denn es gibt wirklich unglaublich viele verschiedenen religiöse Gemeinschaften und Psychogruppen. Das Buch gibt einem Informationen darüber und gleichzeitig versteht es die Autorin Fleur Beale den Leser mit ihrer Geschichte zu fesseln. Sie schreibt besonders authentisch, weil sie selbst Erfahrung mit Sekten gemacht hat. Sie half nämlich, in der Zeit, in der sie als Lehrerin arbeitete, einem Schüler beim Ausstieg aus einer christlichen Sekte. Ich denke, dass die Autorin ein schwieriges Thema super gut umgesetzt hat und vergebe 4 Sterne.
Anna Göttlich (15 Jahre) - Kinder-Redaktion Buecherkinder.de

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