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Schuhhaus Pallas von Fried, Amelie, Jugendbücher, Historie, Deutsche Geschichte

Schuhhaus Pallas

Fried, Amelie

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2008

Verlag: Hanser

Empfohlen ab: 13 Jahre

ISBN: 9783446209831

Inhalt

Die Deutschlandfunk-Bestenliste März 2008

Amelie Fried auf den Spuren ihrer Familiengeschichte in der NS-Zeit. Frieds Großvater lebte als Jude und Österreicher in Ulm und besaß dort das Schuhhaus Pallas. Nach 1933 gerät er ins Visier der Nationalsozialisten: Nahe Verwandte des Großvaters werden im KZ ermordet. Er selbst überlebt nur durch einen unglaublichen Zufall. Nach dem Krieg führt die Familie wieder ihr gutbürgerliches Ulmer Leben. Amelie Frieds Vater wird der große Zeitungsverleger seiner Heimatstadt - trotzdem schweigt dieser Mann des Wortes sein Leben lang über die Nazizeit. Warum, das unter anderem versucht seine Tochter in diesem Buch zu ergründen. Sie selbst musste nach ihrer Familiengeschichte erst forschen. Sie erzählt sie, weil ihre eigenen Kinder sie erfahren sollen - sie und alle anderen, die wissen wollen, was damals gewesen ist.

Bewertung

Bislang hatte sich Amelie Fried nie groß über die Vergangenheit ihrer Familie Gedanken gemacht, doch dann erfährt sie eines Tages durch einen Zufall, dass viele ihrer Verwandten in ein Konzentrationslager deportiert wurden und dort die Schikane und Folter der Nazis erleiden mussten. Was Amelie auch nicht wusste: ihr Großonkel Max und ihre Großtante Lilli, waren im Konzentrationslager in Auschwitz ermordet worden. Fest entschlossen, das Schicksal dieser Personen, mit denen sie so eng verwandt ist und über die sie doch so wenig weiß, ans Licht zu bringen, macht sie sich daran die Geschichte ihrer Familie aufzudecken und aufzuschreiben. Dabei entdeckt sie ganz erstaunliche Charaktere: ihren Onkel Walter, ein Überlebenskünstler, der einst nach Amerika emigriert ist, ihre lustige kleine Tante Annelise, ihren Großvater Franz mit dem unbeugsamen Willen, der sich seinem von den Nazis aufgedrückten Schicksal als „dreckiger Jude“ nicht einfach so fügen wollte.
Das Buch "„Schuhhaus Pallas“" erzählt menschlich und einfühlsam die Geschichte einer jüdischen Familie zur Nazi-Zeit. Es ist die Geschichte von Amelie Frieds Familie, die mühsam und liebevoll rekonstruiert wurde. Das Buch hat mir sehr gut gefallen, denn ein besonderer Schwerpunkt wurde auf das Schweigen gelegt. Das Schweigen der Überlebenden, die ihre Erinnerungen lieber vergessen als wieder ausgraben wollen. Untermalt durch Bilder, Kopien von Pässen und anderen Dokumenten und vor allem durch Zitate aus einigen selbstgeschriebenen Gedichten ihrer Verwandten, bekommt das Buch etwas Eindringliches und Nachdrückliches.
Ein bewegendes Buch, für alle ab 14! Ich vergebe 5 Sterne.
Julia Gurol (14 Jahre) - Kinder-Redaktion Buecherkinder.de

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