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Schuld von Poppe, Grit, Jugendbücher, Aus dem Leben, Zeitgeschehen

Schuld

Poppe, Grit

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2014

Verlag: Dressler

Empfohlen ab: 14 Jahre

ISBN: 9783791516349

Inhalt

Jana ist fünfzehn, lebt mit ihren linientreuen Eltern in der DDR und ist zum ersten Mal verliebt. In Jakob. Aber ihre Eltern verbieten ihr den Umgang mit Jakob. Sie nennen ihn einen Staatsfeind. Außerdem hat Jakobs Familie einen Ausreiseantrag gestellt. Sieht Jana ihren Freund vielleicht bald nie wieder? Und dann verschwindet Jakob wirklich. Er landet im Gefängnis, weil es in seinem Land gefährlich ist, Kritik am System zu üben. Jana vermisst Jakob so sehr und macht sich schreckliche Vorwürfe. Hätte sie besser auf ihn aufpassen müssen? Wurde Jakob verraten? Und war das vielleicht sogar ihre Schuld?

Bewertung

Jana ist zufrieden mit ihrem Leben. Sie ist eine gute Schülerin, hat Freunde und engagiert sich bei der FDJ. Ihr Vater, ein Anhänger der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands, verdient gut. Er hat sogar einen Wartburg! Doch als sie wegen der Versetzung ihres Vaters nach Berlin umziehen muss, ändert sich für Jana alles. Am ersten Schultag lernt sie Jakob kennen. Einen Jungen mit zerrissen Hosen, der ständig zu spät kommt und kein Geheimnis daraus macht, dass er kein Freund der Regierung ist. Doch trotz allem – oder vielleicht gerade deswegen - fühlt sie sich zu ihm hingezogen. Jakob ist bei den Behörden nicht unbekannt und als verantwortungsvoller Staatsbürger verbietet ihr Vater ihr den Kontakt zu Jakob. Aber das hält Jana nicht davon ab, Jakob weiterhin zu sehen. Und dieser zieht sie hinein in die Welt derer, für die in diesem Regime kein Platz ist.

 

Das Cover hat mich ein wenig enttäuscht. Das liegt hauptsächlich daran, dass das unterlegte Bild ohne die Angaben von Autor und Titel, so wie dem Emblem der DDR mit Hammer und Zirkel, als Titelbild für jeden Jugendroman dienen könnte.

Das Buch ist simpel geschrieben und lässt sich dementsprechend gut und schnell durchlesen. Ab und zu wechselt die Perspektive zwischen Janas und Jakobs Sicht, was dem Leser einen größeren Einblick in damaligen Zustände ermöglicht. Von dem Leben der erfolgreichen Parteifreunden, bis hin zu denen, die ständig der Angst um die Existenz ihrer Liebsten und der eigenen ausgesetzt sind.

 

Mich hat das Buch inhaltlich leider nicht so ganz überzeugen können, da die Liebesgeschichte doch sehr an ein Klischee erinnert: Zwei Protagonisten, die unterschiedlicher nicht sein könnten, treffen aufeinander, fühlen sich zueinander hingezogen und lassen alles hinter sich, um zusammen sein zu können. Im Grunde handelt sich also um eine Liebesgeschichte unter schwierigen Umständen. Aber ich glaube, dass „Schuld“ vielen Jugendlichen gut gefallen wird, da Grit Poppe es schafft, einem den Ernst der damaligen Zustände näher zu bringen, ohne dabei zu trocken und langwierig zu werden.

 

Freya H. (17) :: Kinder- und Jugendredaktion Buecherkinder.de

Themen: Zeitgeschehen